Nein,
dieser Code wurde auch schon vor den Golden Girls benutzt.
Der Name stammt von Judy Garlands Charakter in der 1939er Version
von Der Zauberer von Oz, neuerdings Der Zauber von
Oz genannt, im Original The Wizard of Oz. Dieses
Musical von Victor Fleming gilt als Sinnbild des schwulen Films,
obwohl nicht ein einziger Schwuler Charakter darin vorkommt. In Zeiten,
in denen es sich nicht schickte, sich in der Öffentlichkeit als Homosexueller
preiszugeben, wurde zumindest im englischsprachigen Raum beim versteckten
Flirten geschickt der Name irgendeiner fiktiven Verwandten namens Dorothy
eingebaut. Ging der Adressat darauf ein, verlief das Flirten beruhigt weiter,
ohne dass die umstehenden Heteros etwas davon mitbekommen hätten.
Judy Garland mutierte über Nacht zum Schwulenidol, einige Theorien
gehen sogar soweit zu behaupten, dass die Tunten der New Yorker Stonewall
Bar am berühmten Sommerabend 1969 besonders wenig zum Scherzen aufgelegt
gewesen wären, weil gerade der Tod Garlands bekanntgeworden sei, als
der Polizei mal wieder zum Schikanieren zumute war.
In Filmen finden noch andere Codewörter aus The Wizard of
Oz ihren Einzug, wie der Bundesstaat "Kansas", die "roten Schuhe",
die frau nur zusammenschlagen muss, um einer Situation zu entkommen, oder,
wie in Die Harten und die Zarten, auf den sich Love!
Valour! Compassion! ebenfalls bezieht, die gelbe Straße:
"He's as straight as the Yellow Brick Road." Für die, die kein Englisch
verstehen: "straight" heißt wörtlich "gerade" (die Straße
ist in Spiralform), kann aber auch "hetero" heißen, d.h. "Er ist
so hetero, wie die gelbe Pflasterstraße gerade verläuft."
Foto: Die Ex-Präsidenten Jack Lemmon und James Garner
finden sich in Ein
Präsident für alle Fälle unverhofft auf einer
Schwulendemo inmitten eines Dorothy-Blasorchesters wieder.