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Sie fielen im Kalten Krieg
- im Andenken an unsere toten Grenzer
Fotos vom Berliner "Denkmal der
Grenztruppen" |
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zu DDR-Zeiten |
am 26.03.2003 |
am 25.08.2007 |
Die Grenze quer durch Deutschland, die zu einer Systemgrenze wurde,
an der sich die mächtigsten Militärbündnisse des 20. Jahrhunderts auf Leben und Tod
gegenüberstanden, war keine Erfindung der DDR, kein Ausdruck fehlender Demokratie oder
Ausfluß intellektuell minderbemittelter Politiker, sondern das Resultat des Zweiten
Weltkrieges.
Generaloberst Baumgarten |
Schon vor der Gründung der BRD sowie DDR, war der Dienst an
den Zonengrenzen gefährlich. Die DDR veröffentlichte 25 Namen von gefallenen Grenzern. Die BRD
nennt inzwischen zusätzlich die getöteten Genossen Rudolf Spranger und Horst Hnidyk, die
jedoch keine Grenzer waren und daher in dieser Aufstellung nicht berücksichtigt
werden.
Bei den getöteten Grenzern
- war der Tatort 16mal die Grenze zur BRD, 8mal die Grenze zu Westberlin, 1mal die Grenze zur
Tschechoslowakei. An der Grenze zu Polen gab es keinen bekannten derartigen Fall.
- waren die Täter in 4 Fällen Zivilisten aus der BRD und Westberlin, 7 Fällen
fahnenflüchtige Grenzer, 2 Fällen Deserteure der NVA, 4 Fällen Grenzverletzer aus der
DDR oder Tschechoslowakei.
- gehen 3 Tote auf das Konto der US-Armee, je einer wurde von Angehörigen des BGS und der
Westberliner Polizei getötet.

Dienstgrad / Name |
geboren |
gefallen |
Bemerkung |
Tatort |

VP-Wachtmeister
Gerhard Hofert |
02.02.1924 |
03.08.1949 |
Gerhard Hofert war gelernter Schlosser,
verheiratet und Vater. Als Postenführer wird er vom Grenzgänger "M."
durch gezielte Pistolenschüsse getötet. M. wurde vom Grenzposten überwältigt und
im weiteren der damals zuständigen sowjetischen Besatzungsbehörde übergeben. Diese soll
den Täter "der gerechten Strafe zugeführt" haben. |
Schlagbrügge |

VP-Wachtmeister
Fritz Otto |
22.10.1923 |
01.09.1949 |
Fritz Otto war Landarbeiter, verheiratet und
am 31.08.1949 wurde sein Kind geboren. Bei der Rückkehr vom Urlaub wird er vom
Schmuggler L. mit dem Messer erstochen. Der Täter stach 16mal zu, wurde gefaßt und zu
lebenslanger Haft verurteilt. |
Grenze zur
CSSR, in der Nähe des Ortsteils Sonneberg bei Neusalza-Spremberg |

VP-Wachtmeister
Siegfried Apportin |
30.11.1930 |
02.07.1950 |
Siegried Apportin war gelernter Maler. Er
wurde vom eigenen Kameraden, dem Fahnenflüchtigen L. K., erschossen. Der Täter
war zum Tatzeitpunkt bereits von einem westlichen Dienst angeworben und versuchte seinen
Postenführer Apportin zur Fahnenflucht zu überreden. Als sich dieser weigerte, wurde er
getötet. K. flüchtete in die BRD und blieb straffrei. |
Palingen-Dorf / Herrnburg
(Mecklenburg) |

VP-Wachtmeister
Herbert Liebs |
11.05.1929 |
21.02.1951 |
Herbert Liebs kam aus einer
Landarbeiterfamilie. Bei einer Streife wurde er von US-Soldaten erschossen. Gegen 17.40
Uhr hatte das Postenpaar den Pferdsdorfer Kopf erreicht, als sie einen Jeep bemerkten und
zwei Schüsse aus dem Westen fielen: Wachtmeister Liebs wurde in die Brust getroffen. Die
vom Wachtmeister Schulze herbeigeholte Hilfe verhinderte die Entführung des sterbenden
Volkspolizisten auf das Territorium der BRD. Die Tat blieb ungesühnt. |
Pferdsdorf,
Kreis Eisenach |

VP-Wachtmeister
Werner Schmidt |
26.06.1929 |
02.03.1951 |
Werner Schmidt kam aus einer
Arbeiterfamilie und war verheiratet. Heinz Janello war Landarbeiter. Während ihres
Dienstes werden sie überfallen, auf BRD-Territorium verschleppt und von US-Soldaten
getötet. Am 03. März 1951 wurden nach sowjetischen Protesten ihre Leichen übergeben.
Die Obduktion ergab: Wachtmeister Schmidt war durch einen stumpfen Gegenstand
niedergeschlagen und durch einen Nahschuß in die Brust getötet worden, Wachtmeister
Janello durch zwei Schüsse in den Rücken. Die Tat blieb ungesühnt. |
Obersuhl |

VP-Wachtmeister
Heinz Janello |
11.12.1931 |

VP-Hauptwachmeister
Manfred Portwich |
07.05.1925 |
27.10.1951 |
Manfred Portwich war Maschinenschlosser,
verheiratet und hatte 2 Kinder. Er wird von den westdeutschen Grenzverletzern - L.
B. und B.-F. V. - erschossen. Die beiden Täter wurden von DDR-Organen gefaßt und
abgeurteilt. |
Wendehausen (Kommando Faulungen) |

VP-Oberwachtmeister
Ulrich Krohn |
28.08.1931 |
16.05.1952 |
Ulrich Krohn war vor seinem Dienst Arbeiter in
der Landwirtschaft. Er wurde von dem eigenen Kameraden, H. T., erschossen und
beraubt. Der Täter war zum Tatzeitpunkt bereits von einem westlichen Dienst angeworben
und hatte versucht, Grenzer zur Fahnenflucht zu überreden. Die Tat blieb ungesühnt. |
Thurow,
Kreis Schwerin |

VP-Unterwachtmeister
Helmut Just |
02.07.1933 |
30.12.1952 |
Helmut Just war gelernter Maler. Ihm wurde
von zwei Westberliner Tätern aufgelauert, die ihn von hinten angefielen und aus kurzer
Distanz niederschossen. Die Tat blieb ungesühnt. |
Berlin,
nahe Behm-Brücke im Prenzlauer Berg |

VP-Wachtmeister
Waldemar Estel |
05.02.1932 |
03.09.1956 |
Waldemar Estel war ursprünglich
Ziegeleiarbeiter. Gegen 15.15 Uhr fur ein grüner Mercedes (Nationalitätenkennzeichen
"E", Kennzeichen: ML-4586) auf den Schlagbaum zu. Der Wagen stoppte, die Grenze
wurde vom Fahrer, vermutlich der Spanier A. de la L. R., überschritten. Er
wurde durch Wachtmeister Estel festgenommen. Nach rd. 450 Meter zog der Festgenommene eine
Waffe, erschoß den Grenzer und entkam in die BRD. Die Tat blieb ungesühnt. |
zwischen Buttlar und
Grüsselbach |

Gefreiter
Jörgen Schmidtchen |
28.06.1941 |
18.04.1962 |
Jörgen Schmidtchen war Galvaniseur und wollte
nach seinem Ehrendienst studieren. Er wurde durch zwei Fahnenflüchtige der
Flakartillerie-Schule Stahnsdorf, den Offiziersschülern G. und B., beim
Grenzdurchbruch erschossen. B. wurde tödlich verwundet, G. entkam nach Westberlin
(*). Jörgen
Schmidtchen wurde postum zum Unteroffizier ernannt. |
Gleisdreieck Griebnitzsee -
Potsdam, nahe Kohlhasenbrück |

Gefreiter
Manfred Weiss |
01.12.1943 |
19.05.1962 |
Manfred Weiss war gelernter Maurer. Ihm
wurde durch den eigenen Kameraden, den Fahnenflüchtigen Soldat G. J., in den
Rücken geschossen (*). |
Henneberg / Melrichstadt
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Gefreiter
Peter Göring |
28.12.1940 |
23.05.1962 |
Peter Göring wurde durch Westberliner
Polizisten beim Versuch erschossen, einen Grenzdurchbruch zu verhindern. Er wurde postum
zum Unteroffizier ernannt. »Der Polizei- und Zollbeamte ist berechtigt, im Falle
der Notwehr (Fluchthilfe) auch über die Grenze hinweg zu schießen« (Westberliner
Schußwaffengebrauchsbestimmung, 1962). Die Tat blieb ungesühnt. |
Berlin,
Humboldtkanal / Invalidenfriedhof |

Unteroffizier
Reinhold Huhn |
08.03.1942 |
18.06.1962 |
Reinhold Huhn war gelernter Rinderzüchter. Er
wurde durch den "Schleuser" R. M. in der Zimmerstr. 56 erschossen (*). |
Berlin |

Hauptmann
Rudi Arnstadt |
03.09.1926 |
14.08.1962 |
Rudi Arnstadt war verheiratet und Vater zweier
Kinder. Er wurde höchstwahrscheinlich vom Grenzoberjäger des BGS, H. P., erschossen, als drei BGS-Angehörige auf DDR-Territorium vorgedrungen waren. An
der feigen und ungesühnten Tat waren weitere BGS-Angehörige, wie Hauptmann M. und
K. sowie ein kompletter Zug des BGS, der in Schützenkette auf DDR-Gebiet zuging und
feuerte, beteiligt. |
Wiesenfeld,
250 Meter nordwestlich der Ortsverbindungsstraße nach Setzelbach
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Gefreiter
Siegfried Widera |
12.02.1941 |
23.08.1963 |
Siegfried Widera war Dreher und verheiratet,
seine Frau war mit einem Sohn schwanger. Er wurde von einem Grenzverletzer hinterrücks
angegriffen und mit einer Rohrzange erschlagen. Siegfried Widera verstarb am 08.09.1963
und wurde posthum zum Unteroffizier ernannt. Die feige Tat blieb ungesühnt. |
Berlin,
Teltow-Kanal |

Unteroffizier
Egon Schultz |
04.01.1943 |
05.10.1964 |
Egon Schultz war Lehrer in Rostock-Dierkow. Er
wurde bei der Kontrolle eines Hauses, in dem sich ein sog. Fluchttunnel ("Tunnel
57") nach Westberlin befand, erschossen. Es ist zweifelsfrei erwiesen, daß der
Schleuser C. Z. zuerst schoß, um sich und R. F. (späterer
BRD-Astronaut) der Festnahme zu entziehen. Dabei traf Z. den Unteroffizier in den
Brustbereich. Die tödliche Kugel hatte - lt. Obduktionsbericht von Prof. Dr. Dr. hc.
mult. Prokop - das Kaliber 7,65 mm. Die MPis der DDR-Grenzer hatten das
Kaliber 7,62 mm ... Die Tat blieb ungesühnt. |
Berlin,
Hinterhof Strelitzer Straße 54/55 |

Gefreiter
Rolf Henniger |
30.11.1941 |
15.11.1968 |
Rolf Henninger war Lokführer und verheiratet. Der
als Kraftfahrer tätige Gefreite wurde geg. 22.55 Uhr durch den aus der VP-Schule Potsdam
fahnenflüchtigen H. K. mittels MPi-Feuer erschossen. Der Grenzverletzer starb im
folgenden Feuergefecht. Rolf Henninger wurde postum zum Unteroffizier ernannt. |
Klein Glienicke |

Leutnant
Lutz Meier |
20.10.1948 |
18.01.1972 |
Lutz Meier war gelernter Elekromonteur und
verheiratet. Er wurde durch den fahnenflüchtigen Posten, Soldaten K., erschossen.
Die Tat blieb ungesühnt. |
Schierke/ Harz |

Gefreiter
Klaus Peter Seidel |
22.10.1954 |
19.12.1975 |
Klaus Peter Seidel war
Baufacharbeiter und Jürgen Lange kam aus einer Arbeiterfamilie. Beide wurden von
hinten durch den fahnenflüchtigen NVA-Angehörigen W. W. erschossen (*). |
Harras / Streufdorf |

Soldat
Jürgen Lange |
08.12.1955 |
19.12.1975 |

Gefreiter
Ulrich Steinhauer |
13.03.1956 |
04.11.1980 |
Ulrich Steinhauer erlernte den Beruf eines
Zimmerers. Er wurde als Postenführer vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten E. B.,
aus nächster Nähe in den Rücken erschossen (*). Ulrich Steinhauer
wurde postum zum Unteroffizier ernannt. |
Schönwalde,
Kreis Nauen (Grenzregiment 34, Groß Glienicke) |

Feldwebel
Klaus-Peter Braun |
21.10.1958 |
01.08.1981 |
Klaus-Peter Braun war Bergbautechnologe. Er
wurde vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten R. H., erschossen und posthum zum
Fähnrich ernannt. Der Täter wurde am 23. Juli 1982 durch das Militärobergericht der DDR
in Abwesenheit zu lebenslänglichen Freiheitsentzug verurteilt. Letztlich blieb auch diese
Tat ungesühnt. |
Rustenfelde / Heiligenstadt |

Gefreiter
Eberhard Knospe |
12.05.1958 |
05.05.1982 |
Eberhard Knospe war gelernter Maurer. Er
wurde als Postenführer vom fahnenflüchtigen Posten, Soldaten K. D., heimtückisch
erschossen. Eberhard Knospe wurde postum zum Unteroffizier ernannt. Der Täter wurde am
17. Mai 1983 vom Militärobergericht Berlin in Abwesenheit wegen Mord zu einer
lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt (*). |
Sommersdorf / Marienborn (Grenzregiment
25 "Neithard von Gneisenau") |

Gefreiter
Uwe Dittmann |
08.08.1964 |
22.03.1985 |
Uwe Dittmann war gelernter
Elektromaschinenbauer. Er wurde geg. 03.45 Uhr von einem Angehörigen der GSSD, Soldat
W. K., bei einem versuchten Grenzdurchbruch erschossen. Der Fahnenflüchtige
wurde im Feuergefecht schwerverletzt und tötete sich selbst. Uwe Dittmann wurde postum
zum Unteroffizier ernannt. |
Werrabrücke bei Spichra (Grenzregiment
1 "Eugen Lewin") |
Befehl Nr. 15 / 64 vom 21. Mai 1964, unterzeichnet von
Oberstleutnant Pröhl vom Grenzregiment 33:
"Unteroffizier Peter Göring ist in die Personalliste des Regimentes und der 3.
Grenzkompanie aufzunehmen und als Anwesend zu führen."
Aus dem Gästebuch der
Grenztruppen der DDR am Brandenburger Tor: |
"Am Brandenburger Tor kann man sich anschaulich davon überzeugen,
wie viel Kraft und wahrer Heldenmut der Schutz des ersten sozialistischen Staates auf
Deutschen Boden vor den Anschlägen des Klassenfeindes erfordert. Die Rechnung der Feinde
des Sozialismus wird nicht aufgehen. Das Unterpfand dessen sind das unerschütterliche
Bündnis zwischen der DDR und der UdSSR sowie das enge Zusammenrücken der Brudervölker
im Rahmen des Warschauer Vertrages. Ewiges Andenken den Grenzsoldaten, die ihr Leben für
die DDR gegeben haben.
Berlin, den 16. April 1986.
M. Gorbatschow, Generalsekretär des ZK der KPdSU" |
BRD-Justiz
Die Täter hatten in der BRD grundsätzlich nichts zu befürchten. Wenn
es tatsächlich zu einem Verfahren kam, wurde regelmäßig auf Notwehr o.ä. erkannt.
Insbesondere wurde - aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs - das international
anerkannte Tatort-Prinzip mißachtet und die Täter nicht ausgeliefert.
Folglich sind nur fünf Verurteilungen durch
BRD-Gerichte bekannt:
* Nach 1990 kam es zu einem Verfahren gegen den Kameraden des
getöteten
Jörgen Schmidtchen, Wolfgang R., wegen des Todes des Deserteurs B.
(Peter Böhme) im Feuergefecht an der Grenze. »Das Verfahren gegen R. wird im
August 1992 eingestellt. Ihm wird zugebilligt, in Notwehr gehandelt zu haben,
als er Schüsse auf den fahnenflüchtigen Offiziersschüler abgab. [Der tote;
Veith] Peter Böhme hingegen, so lautet die staatsanwaltschaftliche
Schlussfolgerung, habe sich des Totschlags an Jörgen Schmidtchen schuldig
gemacht, da er seinerzeit, ohne unmittelbar bedroht zu sein, das Feuer
eröffnete«
[externer Link]. Der zumindest Tatbeteiligte G.
- der m.E. zumindest auch auf die beiden Grenzposten geschossen haben dürfte -
hatte und hat von der BRD-Justiz nichts zu befürchten.
* Den Fahnenflüchtigen J. traf es offenbar am
"härtesten": Er wurde, da er zum Tatzeitpunkt - ebenso wie sein Opfer - erst knapp
19 Jahre alt war, in der Bundesrepublik wegen Mordes an Manfred Weiß zu lediglich 9
Jahren Jugendgefängnis verurteilt. Im Jahr 1972 wurde er nach 6 Haftjahren vorzeitig
entlassen. Im Dezember 1978 reiste J., in der Annahme seine Strafe verbüßt zu
haben, mit dem Ziel Westberlin in die DDR ein. Er wurde bereits am Grenzübergang
Marienborn aus dem Verkehr gezogen und am 12. Juni 1979 vom Militärobergericht der DDR
wegen Mord und Fahnenflucht zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Davon saß
J. neun Jahre ab, ehe er - nach insgesamt 15 Haftjahren - 1988 in den Westen
ausgewiesen wurde, wo er als "politisch Verfolgter" galt. Folglich erhielt er
später eine Haftentschädigung i.H.v. 37.120 Euro (vgl.
BVerwG 3 C 7.02).
* Der Schleuser R. M. wurde
"bereits" 40 Jahre nach der Tat letztinstanzlich wegen Mordes an Reinhold Huhn zu einem (1) Jahr
Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf 2 Jahre Bewährung, "verurteilt". Damit dürfte
er der einzige Mensch der Welt sein, der von einem ordentlichen Gericht wegen MORD
verurteilt wurde und vom selben Gericht dafür lediglich eine Bewährungsstrafe erhielt
(vgl.
BGH, 5 StR 629/99 - Urteil vom 06.07.2000 und BVerfG, 2 BvR 1473/00 vom 30.11.2000). Jedoch konnte
"nebenbei" die 40-Jahre seitens der BRD und Westberlins offiziell verbreitete
Lüge, Unteroffizier Reinhold Huhn wäre von eigenen Kameraden erschossen worden,
widerlegt werden.
 * Der Fahnenflüchtige W. W.
wurde wegen der Tötung von Klaus Peter Seidel und Jürgen Lange zuerst von der BRD-Justiz freigesprochen und für die U-Haft finanziell
entschädigt. Nach internationalen Protesten wird er zu 5 1/2 Jahren Freiheitsentzug
verurteilt, die tatsächlich verbüßte Haftdauer betrug 3 1/2 Jahre.
Anfang des Jahres 2005 ermittelt die Polizei gegen den inzwischen
55-jährigen W. wegen versuchten Totschlags. Dieser hatte am 08. Januar 2005 mit
zwei Schüssen einen 43-jährigen Bekannten in seiner Stammkneipe schwer verletzt.
Das Landgericht Essen verurteilte ihn daraufhin wegen gefährlicher
Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft (jw
vom 17.12.07).
* Der Fahnenflüchtige B. erhielt wegen der
Tötung von Ulrich Steinhauer ursprünglich 6
Jahre Freiheitsentzug, die "Strafe" wurde später auf 4 Jahre und 9 Monate
reduziert - wegen "guter Führung" war er 20 Monate nach der Tat ein freier Mann
....
* Der Fahnenflüchtige D. wurde wegen der
Tötung von Eberhard Knospe von der BRD-Justiz
im Dezember 1982 zu 5 Jahren Jugendhaft "verurteilt", verbüßte Haftdauer
unbekannt.
Anders wurden nach 1990 die Grenzer und
Verantwortlichen behandelt:
Bekanntlich starben in 40 Jahren durch Schußwaffeneinsatz oder Minen
an den Außengrenzen der DDR auch ca. 200 Menschen, die aus
wirtschaftlichen und sonstigen Gründen die DDR verlassen wollten (siehe auch: "Dubiose
Liste" sowie "Welt" [externe Links!]). Wie x-fach betont:
200 zuviel!
Wegen dem Schutz der Staatsgrenze gab es gegen 466
DDR-Bürger Verfahren vor BRD-Gerichten. Von den Betroffenen gehörten 406 zu den
Grenztruppen, 29 zu der NVA, 15 zu anderen Organen und 16 zum Politbüro /
Zentralkomitee der SED.
Mit Beginn der Strafverfolgung ehemaliger Grenzsoldaten
setzten sieben Generale der DDR-Grenztruppen ein Schreiben an den
Bundespräsidenten der BRD auf, in welchem sie sämtliche Verantwortung für die
Vorfälle an der Staatsgrenze übernahmen und ausdrücklich für die Handlungen
aller ihnen Unterstellten die Verantwortung übernehmen wollten (vgl.:
Erinnerungen - Autobiographie des Chefs der Grenztruppen der DDR). Auf
Anraten ihrer Rechtsanwälte setzten drei der Generale ihre Unterschrift
letztendlich nicht unter dieses Schreiben. Zudem wurde als Adressat die damalige
Präsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Süßmuth, empfohlen, da diese das
Schreiben an die politischen Parteien weitergeben müsse. Am 17. Juli 1991
wurde es versendet:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, ehemalige Generale der Grenztruppen der Deutschen Demokratischen
Republik, bitten Sie, die uns unterstellten Soldaten, Unteroffiziere und
Offiziere von Strafverfolgung für die in Ausübung ihres Dienstes an der
Grenze begangenen Handlungen freizustellen. Sie leisteten ihren Dienst auf
der Grundlage der Verfassung und der Gesetze der DDR, des Fahneneides und
erteilter Befehle.
Wir übernehmen persönlich die Verantwortung für die den Grenztruppen
übertragenen Aufgaben und für den Dienst der Tausenden jungen Menschen an
der Grenze.
Bei unserer Bitte gehen wir auch davon aus, daß Soldaten auf der ganzen Welt
in gleicher Weise Befehlen gehorchten, die ihnen erteilt wurden. Niemand hat
sie vor Gericht gestellt. Wir sind der Überzeugung, daß die Einheit des
deutschen Volkes nur erreicht werden kann, wenn die Legitimität des Staates
DDR nicht rückwirkend in Frage gestellt, wenn es nicht in Sieger und
Besiegte gespalten wird, wenn neues Denken an die Stelle des Geistes des
Kalten Krieges tritt.
Dabei sollen die Leiden der Opfer auf beiden Seiten der Grenze und ihrer
Angehörigen sowie die tragischen Geschehnisse nicht vergessen werden.
Akzeptieren Sie unsere Bereitschaft, für alle uns Unterstellten die
Verantwortung zu übernehmen.
Generaloberst Klaus-Dieter Baumgarten
Generalleutnant Karl Leonhardt
Generalleutnant Gerhard Lorenz
Generalmajor Dieter Teichmann |
Sowohl die Öffentlichkeit, Fachliteratur, Politik und
Gerichte ignorierten dieses Schreiben. Im Jahr 2003 wurde wegen des Einsatzes und Dienstes für die DDR
insgesamt "von
einer gesicherten Zahl von rund 85.000 Ermittlungsverfahren ausgegangen". Unter
Berücksichtigung der sog. "Vorverfahren", ist von über 100.000 Verfahren
auszugehen. Der Generalstaatsanwalt Schaefgen schrieb selbst von "ca. 100.000".
Die rechtskräftig Verurteilten wurden damals auf "etwa 900 Personen geschätzt".
Davon ca. 80% Freiheitsstrafen, meist auf Bewährung ausgesetzt, Rest Geldstrafen
etc., vgl.: "Siegerjustiz", S. 53.
und "Die
Strafverfolgung von DDR-Unrecht" (pdf).
Im Ergebnis wurden nur wegen ihres Schutzes der Staatsgrenze
von den Eingangs genannten 466 DDR-Bürgern - mit Stand 2007 - insg. 275 Personen
verurteilt. Davon wurden:
236 Personen zu Bewährungsstrafen verurteilt,
13 Personen Haftstrafe 2 bis 3 Jahre,
10 Personen Haftstrafe 3 bis 5 Jahre und
7 Personen Haftstrafe 5 bis 10 Jahre.
Anmerkung:
Als ich im Jahre 2000 eine Übersicht über unsere gefallenen Grenzer in
Büchern und Internet suchte, war ich erschrocken, daß es eine solche nicht gab. Also
begann ich mir zugängliche Informationen zu sammeln und hier online zu stellen.
Abmahnwelle gegen Namensnennung
.....
http://www.heise.de/newsticker/meldung/96363
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26250/1.html
Quellen:
Falke, Webmaster der leider eingestellten Website DDR-Grenztruppen.de, mit
freundlicher Genehmigung. Die Angaben wurden aus öffentlichen Quellen, vor allem
Internet, zusammengestellt. Die Bilder der Getöteten stammen aus einer Veröffentlichung
des ND. Dank geht an Brigadier, Silvio L., Unterfeld 86, Joachim Röhl
und Maik L. für die
Unterstützung!
verwendete Literatur:
Seit dem 13. August 2004 gab es endlich auch ein erstes Buch zum Thema:
"Die
Grenzen der DDR". Sommer 2005 erschien beim GNN-Verlag "Opfer deutscher
Teilung - Beim Grenzschuz getötet" von Kurt Frotscher und Horst Liebig, welches auf
212 Seiten das Leben, Sterben und Gedenken an unserer Grenzer behandelt (ISBN
3-89819-198-2; Preis z.Z. 12,- EUR) |
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