Zille | 29.08.06

'Es ist auch gar nicht wahr,' so Heinrich Zille über sein Werk, 'dass ich ein Humorist bin. Meine Bilder sind zum Weinen statt zum Lachen gemacht. Ich habe immer im Schatten August Bebels gemalt, und obschon ich nie Politiker war, hat damit die deutsche Revolution angefangen, dass ich die Dächer von den Mansarden abdeckte und die Welt der armen Leute ... zeigte. Wenn ich zu bestimmen hätte, wo mein Denkmal hinkäme, möchte ich es lieber vor dem Zentralarbeitsnachweis als auf einem Ball im Sportpalast haben.'* Zille war immer viel mehr als nur ein 'Milljöh'-Zeichner, nicht zuletzt auch ein bedeutender Fotograf. Jedoch erkannte man das erst nach seinem Tod. 1970 wurde er postum zum Berliner Ehrenbürger ernannt. Das bronzene Denkmal hat man ihm bereits 1965 gesetzt. Es steht direkt neben dem Märkischen Museum im Köllnischen Park, und dieser Ort wäre dem 'Dachabdecker' Zille sicher auch sehr recht gewesen. 1928 fand in dem markanten Museumsbau anlässlich Zilles siebzigstem Geburtstag eine Ausstellung statt. Die Berliner Arbeiter, so die Überlieferung, pilgerten in Scharen in das Museum. Bald bildeten sich lange Schlangen und das Haus musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Nur zwei Jahre später starb der Künstler nach zwei Schlaganfällen. Noch Wochen nach seinem Tod hing über dem Messingschild zu seiner Charlottenburger Mietswohnung ein handgeschriebener Zettel: 'Bin krank. Bitte keinen Besuch.'