Fernsehturmwiese | 31.07.06
Hier, auf der Wiese zwischen Virchowstraße, Kniprodestraße, Danziger Straße und Straße am Friedrichshain, sollte einmal der Fernsehturm gebaut werden. Dann haben sie sich doch umentschieden. Auf dem Alex in der Mitte der Stadt kommt ja auch viel besser zur Geltung, dass 'unserer' größer ist als der Funkturm im Westen. Später, am Ende der 80er Jahre wollten sie das freie Bauland dann mit einem 'Haus der Jugend' versehen. Erst ging ihnen das Geld aus, dann kam die Wende und Häuser der Jugend wurde erstmal nicht mehr gebaut.
Jahrzehntelang wurde der Platz von einem einzigen Bauwerk gekrönt: einer Minoltankstelle. Heute spielen sie hier Beachvolleyball und rings um die Wiese hat sich nach und nach sowas wie eine Wagenburg angesiedelt. Früher aber standen hier Mietshäuser, alles typische Arbeiterwohnungen, gebaut um die Jahrhundertwende. Die Häuser hatten den Krieg eigentlich schon überstanden. Dann kamen die Russen und dann haben sie die Häuser einfach weggesprengt. Aber nicht etwa die Russen sind's gewesen, sondern die Deutschen selbst. Um freie Schusslinie von ihren Flakbunkern im angrenzenden Volkspark Friedrichshain zu haben, entschieden sie sich für ein zweifelhaftes Opfer und legten noch in den letzten Kriegstagen ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche. Geholfen hat es auch nicht, nur die Bunkerberge sind der Trümmer wegen noch etwas höher geworden. |