Stadtbibliothek | 27.07.06

Eine meiner früheren Erinnerungen an die Berliner Innenstadt spielt vor dem Eingangsportal der Berliner Stadtbibliothek. Ich habe keine Ahnung wie alt ich war, als ich das erste Mal dort stand und ich weiß auch nicht mit wem. Vielleicht mit meiner Mutter oder mit meiner Schulklasse. Ich war jedenfalls noch jung genug, um aufs tiefste beeindruckt zu sein, von den vielen verschiedenen Buchstaben, von denen doch jeder 'nur' ein A ist. 117 mal A, genannt 'Der A Teppich', geschaffen von Fritz Kühn, Mitglied einer traditionsreichen Berliner Künstlerfamilie, die bis zum heutigen Tag ein Atelier» in Alt-Glienecke hat.

Die Gründung der Berliner Stadtbibliothek, die heute zusammen mit der Amerika Gedenkbibliothek die Zentral- und Landesbibliothek bildet, geht bereits auf das Jahr 1901 zurück. Zwar gibt es damals schon zahlreiche städtische Büchereien, doch laut dem Beschluss der damaligen Stadt-verordnetenversammlung soll die zentrale Bibliothek 'möglichst bald in einem dem Bildungsbedürfnis der weitesten Kreise entsprechenden Grade' ausgestattet werden. Erst im Jahr 1921 zieht die Berliner Stadtbibliothek mit bereits 200 000 Bänden in den ehemaligen Berliner Marstall. Im Krieg wird das Gebäude fast vollständig zerstört. Erst 1950 sind die Bestände wieder auf Vorkriegsniveau. Obgleich hier ständiger Platzmangel herrscht, handelt es sich heute um die umfangreichste Landesbibliothek der BRD.