Brommybrücke | 20.06.06

Den vereinigten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verbindet eigentlich nur eins: die Oberbaumbrücke. Die Elsenbrücke ist noch in Treptow, die Schillingbrücke bereits in Mitte. Vor 1945 wäre das anders gewesen. Da gab es zwischen der Oberbaum- und der Schillingbrücke noch die Brommybrücke, gebaut bereits im Jahr 1851. Zunächst war sie eine reine Eisenbahnbrücke und führte zum Gleisdreieck und zum Anhalter Bahnhof, später entstand an der gleichen Stelle eine Fußgängerbrücke. Zweimal wurde die Brücke abgerissen und wieder neu gebaut, seit 1906 war sie schließlich auch für den Autoverkehr zugelassen und erhielt ihren Namen: Brommybrücke. Admiral Brommy war bis 1852 Befehlhaber der Reichsflotte der Frankfurter Reichsregierung.

Die nunmehr dritte Brücke an dieser Stelle war eine seltsame Symbiose. Einerseits aus dem modernen Baustoff Beton gebaut, andererseits mit plastischem Schmuck und Verzierungen versehen. An den Eckpfeilern des Geländers waren Plastiken, an den Brückenpfeilern erhoben sich kleine Schutzhäuschen. Im Mai 1945, im Endkampf um die längst verlorene Stadt, starb, so die die Familienlegende, der Mann, der mal mein Großvater hätte werden können, am Fuße der Brücke. Gesprengt wurde sie dann trotzdem - und aufgebaut haben sie sie auch nicht mehr. Irgendwie sehr sinnlos. Aber die Brückenpfeiler stehen immer noch in der Spree.