Anhalter Bahnhof | 29.03.06

Am 1. Juli 1841 fuhren erstmals Eisenbahnen auf der Anhaltinischen Bahn in Richtung Jüterbog. Der Berliner Endbahnhof dieser Linie, damals noch außerhalb der Stadtmauern, heißt seitdem Anhalter Bahnhof. Sein berühmtes Bahnhofsgebäude erhielt der Bahnhof erst im Jahr 1880. Die Bahnsteighalle überdachte sieben Gleise und hatte eine Spannweite von 62 Metern. Ein pulsierendes Stück Berlin befand sich um den Bahnhof, rings herum war die Stadt dicht bebaut und zahlreiche Luxushotels befanden sich hier. 55 Jahre nach seinem Bau beschloss Adolf Hitler den Abriss des Gebäudes. Es stand seinen Plänen für die Reichshauptstadt Germania im Weg, die an dieser Stelle eine Badeanstalt vorgesehen hatten. Dass der Bahnhof zehn Jahre später tatsächlich zerstört wurde, war ebenfalls das Verdienst Hitlers, wenn auch auf eine ganz andere Weise. Im Februar 1945 wurde der Bahnhof bei Bombenangriffen zerstört. Noch sieben Jahre fuhren hier Personenzüge, bis der Senat 1952 beschloss, das Gebäude zu sprengen. Ein riesiger Leerraum entstand mitten in der Stadt. Erst wenn man das Gelände von oben betrachtet, wird klar, wie groß Bahnhof und Gleisanlagen gewesen sein müssen. Eine große Wiese befindet sich dort wo einmal die Bahnhofshalle war, etwas weiter hinten steht das Tempodrom. Auf den alten Gleisanlagen Platz gefunden hat auch ein nicht unerheblicher Teil des Technikmuseums. Vom alten Bahnhof selbst ist nur die Ruine des Eingangsportals gelieben.