Flughafen | 13.03.06

Legosteine funktionieren deshalb so gut, weil sie ein klares Profil haben. Man kann sie zusammensetzen und es entsteht ein Mehrwert. Sowas geht nicht, wenn man Dinge aus einem Gefühl des Mangels addiert. Nur weil der Lahme, der Kurzatmige und der Blinde sich zusammentun, schaffen sie noch keinen Marathon. Das ist soweit logisch - denkt man. Nun zur Stadt Berlin und ihren drei Flughäfen. Jeder von ihnen ist genau das, was ein Hauptstadt-Flughafen nicht ist. Ganz vorne ist der Flughafen Tegel. Obwohl er mitten in der Stadt liegt, ist es in den letzten 30 Jahren nicht gelungen, sowas wie eine Verkehrsanbindung zu bauen. Dafür hat die Zentrumsnähe ein Nachtflugverbot zur Folge. In einem Land, in dem um 20 Uhr die Geschäfte schließen müssen, ist das auch nur konsequent, sollte allerdings um ein Sonntagsflugverbot erweitert werden. Das Tegeler Empfangsgebäude gleicht in doppelter Hinsicht einem Bienenstock: Es ist sechseckig und klaustrophobisch. Der Flughafen selbst nennt das 'kurze Wege'. Im Grunde stimmt das, doch sperrt man 20 Leute gleichzeitig in eine Klokabine, dann haben sie auch 'kurze Wege'. Trotzdem ist es fraglich, ob es auch nur einer von ihnen bis zur Tür schafft. Die Liste ließe sich bis ins Endlose fortführen. Vielleicht noch soviel: Am Donnerstag wird das letztinstanzliche Urteil zum Bau/Nichtbau des Berliner Großflughafens gefällt. Falls das Gericht die Klagen ablehnt, soll der Flughaften im Jahr 2011 eröffnet werden. Realistisch gerechnet also ca. 2015 - immerhin!