Mont Klamott | 20.02.06
Leider konnte nichts die Nazis von der unsinnigen Idee abbringen, im Krieg zwei Flakbunker mitten in den Friedrichshainer Park zu bauen. Die Kolosse mit den Flakgeschützen auf dem Dach überragten den Park, zerschossen die Umgebung und konnten die Kriegsniederlage letztlich auch nicht verhindern. Eines jedoch lässt sich bis heute sagen: Die Bunker waren und sind eine bombensichere Sache! Alle Sprengungen schlugen gründlich fehl, weshalb man beschloss, sie mit Berlins Resten aufzufüllen. All die Straßen, aus deren Häusern die Menschen einst in die Flakbunker geeilt waren, sind nun hier begraben. Mit einer kleinen Eisenbahn schaffte man die Trümmer auf einer Serpentine den Berg hinauf. Auf dem Dach des größeren Bunkers wollte man eigentlich ein großzügiges Plateau anlegen mit einer Aussichtsplattform und einem Kaffee. Die Pläne gingen in 2,5 Mio Kubikmetern Schutt unter. Aus der sanften märkischen Hügellandschaft des Parks wurde ein kleines Gebirge. Inzwischen ist nicht nur Gras über die Trümmer gewachsen, sondern ein ganzer Wald. Man vergisst leicht, dass hier kein Baum älter als 50 Jahre ist. Bevor sie jeoch vor einigen Jahren die Wege, die auf den Berg führen, saniert haben, brach hin und wieder ein Stück der Wegbefestigung ab. Dort quoll dann die Vergangenheit hervor. Da konnte man ein Stück altes Berlin sehen und man glaubte plötzlich zwischen den Dach- und Ziegelsteinresten noch etwas zu finden, das einmal Menschen gehört hat.
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