Schönster Platz| 11.02.06

Groß ist er, der Platz an Markgrafen-, Mohren-, Charlotten- und Französischer Straße, zwischen Tauben- und Jägerstraße. Und einer der schönsten Plätze Europas, so sagt man jedenfalls. Die Kulisse ist eindrucksvoll: Mittig das 1821 von Schinkel erbaute Schauspielhaus, links davon der Deutsche, rechts der Französische Dom. Beide Kirchen ließ Friedrich der Große um 1780 bauen. Doch davon abgesehen, ist die Geschichte des Platzes vor allem eine Namensgeschichte: Als er im 17. Jahrhundert angelegt wurde, hieß er 'Lindenmarkt', im Jahr 1700 wurde er umbenannt und trug fortan zwei Namen. Den einen Teil nannte man nach der neu erbauten Friedrichstadt 'Friedrichstädter Markt', den anderen Teil 'Mittelmarkt'. Ich weiß nicht warum, aber vielleicht lag es an der zentralen Lage. Zwischen 1786 und 1799 hieß er 'Neuer Markt', was in erster Linie zu Verwirrungen führte, denn in unmittelbarer Entfernung, an der Marienkirche gab es bereits einen solchen. Daher bezog man sich auf das Kürassierregiment Gens d'armes, das hier 1700 Quartier bezogen hatte, und nannte ihn fortan 'Gendarmenmarkt'. Ein Teil des Platzes hieß von 1871 bis 1936 'Schillerplatz'. Anlässlich des 250. Jahrestages der Akademie der Wissenschaften wurde der Platz schließlich in 'Platz der Akademie' umbenannt. Seit 1991 heißt er wieder Gendarmenmarkt. Er ist immer noch, oder im Hinblick auf die beseitigten Kriegsschäden wieder, ein wunderschöner Platz. Besonders an einem klaren Wintermorgen.