wintervögel | 03.12.05

Nun sind die letzten Wildgänse lange fortgeflogen und die Krähen bevölkern wieder die Bäume und Wiesen. Zu einem nicht unerheblichen Teil handelt es sich tatsächlich um Zugvögel. Während die Nebelkrähe auf dem Foto wohl eine echte Berlinerin ist, fallen die schwarzen Saatkrähen im Herbst wie die biblische Heuschreckenplage über Mitteleuropa her und man kann zumindest in einem sicher sein: Im Sommer waren sie noch nicht da. Das Geheimis ist nicht schwer zu erraten: Im Herbst verlassen die Singvögel ihre Brutgebiet in Osteuropa und Skandinavien, um im 'warmen Süden', in dem Falle sind wir das, zu überwintern. Im Übrigen sind die deutschen Krähen keine Zugvögel und fliegen nicht etwa nach Spanien oder Südfrankreich, sondern bleiben schön hier und verbrüdern sich mit den Besuchern. In den Mythologien haben die schwarzen Vögel einen schlechten Ruf. Sie gelten als Todesvögel und Pechbringer. Ganz anders in den Bauernregeln. Dort heißt es, dass dort, wo die Krähe sich niederlässt, der Boden gut ist und sie einem daher Glück und Wohlstand bringt. Letztlich ist Sympathie mit den Vögeln wohl jedem selbst überlassen. Ich fand die Krähenschwärme früher unheimlich, doch inzwischen mag ich die schwarzen, klugen Vögel sehr. Sie sind das letzte spürbare Zeichen einer Jahreszeit, die sonst kaum noch stattfindet. Und nicht zuletzt verkünden sie den Frühling, wenn sie sich im März sammeln, um in großen Schwärmen zurück nach Hause zu fliegen.