wintereinbruch | 27.11.05
Es hat geschneit! Mitten in Berlin und mitten im November, wo doch sonst vor allem eines stattfindet: Regen von oben, vorne, hinten und im Zweifelsfall auch von unten; und zwar an Tagen, die gar nicht erst richtig hell werden. Dieses Jahr ist alles anders: Ein wunderbarer Herbst und nun sogar ein paar Schneeflocken, auf die augeblicklich wieder Sonnenschein folgte. Irgendwie versöhnlich. Natürlich ist es nicht liegen geblieben. Nur die Bäume und Wiesen tragen noch eine dünne Schneedecke.
Üblicherweise passiert nach dem ersten Schnee, sei es im November oder im Januar, vor allem eines: Die Stadt hält den Atem an und wundert sich, weil niemand damit rechnen konnte, dass es im Winter schneien würde. Die Busse fahren nur noch im Schritttempo, obwohl die Straßen vollkommen frei sind, und verspäten sich. Die Straßenbahnen fahren vorzugsweise gar nicht mehr, weil Schneeflocken die Weichen verstopfen. Auf den Fußwegen zunächst keinerlei Räumfahrzeuge, dafür Überpräsenz auf den Straßen, wo sich allerdings überhaupt kein Schnee befindet, weil er ja sofort wieder wegtaut. Bei so einem kleinen Schneefall wird Berlin binnen kürzester Zeit zu einem tiefen Dreckloch. Matsch, Streusand, Kies, Salz und Dreck - überall - bis in die Wohnungen. Man atmet auf, wenn es wieder trocken ist und wartet dann doch sehnsüchtig auf den nächsten Schnee. Auf das er in größeren Mengen falle. |