klosterkirche | 11.11.05

Das Reisehandbuch aus dem Hause Baedeker enthält in seiner zwölften Auflage von 1902 folgenden Eintrag: "Neben der Kunstschule das 1574 gestiftete Gymnasium zum Grauen Kloster, das älteste der Mark, mit dem wohl erhaltenen Konvent- und dem Kapitelsaal des ehem. Franziskaner-Klosters (letzterer aus dem J. 1474). An der Außenmauer eine Tafel für Bismarck, der 1830-32 Schüler der Anstalt war. - Sodann die gotische Klosterkirche, zu Ende des xiii. Jahrh. von den Franziskanern erbaut, wegen ihres schönen Chores das sehenswerteste mittelalterliche Bauwerk Berlins, mit höherem Mittelschiff; großes Triumphkreuz, Chorstühle aus dem xv. Jahrh.; Epitaphgemälde des Grafen Joh. v. Hohenlohe (+1412), Votivbild des kurfürstlichen Leibarztes Thurneißer für seine Frau (+1575), Denkstein für den Liederdichter Sam. Rodegast (+1708), einst Rektor des Grauen Klosters. Bei der Restauration (1842-44) wurden die Vorhalle, die Treppentürme und Dachreiter hinzugefügt (Küster: Klosterstr. 71, II. Stock). - Noch weiter die Parochialkirche, 1695-1703 nach Nerings Entwurf errichtet, 1715 beendet, das Innere 1884 wieder hergestellt; im Turm ein Glockenspiel." - Nun sind über 100 Jahre vergangen. Der alte Baedeker muffelt leicht und droht zu zerfallen. Das Fanziskanerkloster hat im Krieg einen Volltreffer abbekommen und ist lange abgerissen. Die Klosterkirche ist nur noch ein Ruine und die Parochialkirche hat den größten Teil ihres Turmes verloren. Ihre Kriegsschäden werden immer noch beseitigt.