nordkreuz | 06.11.05

Ab nächsten Mai, so meldete die Deutsche Bahn vor kurzem, soll der Bahnhof 'Gesundbrunnen' in 'Nordkreuz' umbenannt werden und der Bahnhof 'Papestraße' in 'Südkreuz'. Man folge damit, so die Mitteilung an die Presse, dem 'Monopoly-Prinzip'. Was soll man da noch sagen? - Das ganze Leben ist ein Quiz!

Tagtäglich laufen viele Menschen über die weitläufige Betonplattform oberhalb des Bahnhofs, der jetzt noch 'Gesundbrunnen' heißt. Was sie in der Regel nicht wissen, ist, dass sich unter ihnen der größte noch intakte Bunker Berlins befindet. Durch eine unscheinbare güne Stahltür im Übergangstunnel vom U-Bahnhof zum S-Bahnhof kann man den 'Bunker A' betreten. Oben an der Straße stehen zwei kleine mit Efeu bewachsene Eingangshäuschen (an einem davon ist das fotografierte Schild befestigt) und zwei Lüftungsschächte.

Obwohl nur für 1400 Menschen zugelassen, suchten im Krieg regelmäßig bis zu 4000 Personen im Bunker Schutz. Aus allen Richtungen kamen vor allem Frauen und Kinder, immer war die Luft knapp, die sanitären Anlagen reichten nie aus. Am Kriegsende flüchteten die Nazis in den Bunker. Nach dem Krieg diente er als Aufenthaltsraum für BVG-Mitarbeiter. Trotzdem wurde er im Kalten Krieg immer weiter ausgebaut. Bis zum heutigen Tage ist der Bunker als Schutzraum in Betrieb.