blue line | 21.09.05

Letzte Nacht haben sie die Blue Line gemalt. Die geht einmal durch die ganze Stadt. In den entlegendsten Winkeln der Stadt trifft man darauf und denkt dann immer: Was ist so ein Marathon lang! Berlin-Marathon ist immer etwas besonderes. Eine kollektive Strapaze, aber auch ein kollektiver Erfolg. Es ist so ein großartiges Gefühl, das Ziel zu erreichen.

Marathon bedeutet Menschenmassen. Solche, die laufen und solche, die teils bewundernd, teils verständnislos an der Strecke stehen und den Läufern zujubeln. Jeder hält jeden für verrückt. Die Zuschauer die Läufer, weil sie 42 km laufen, die Läufer die Zuschauer, weil sie stundenlang am Straßenrand stehen und Topfdeckel aneinander schlagen. Ich kann in diesem Jahr nicht mitlaufen, das Läuferknie will Ruhe. Daher werde ich am Samstag am Skatemarathon teilnehmen. Doch die Könige der Straße sind nach wie vor die Läufer.

In der Regel nutzt sich die blaue Farbe sehr schnell ab. Dort, wo viele Autos fahren, ist schon wenige Wochen nach dem Marathon nichts mehr davon zu sehen. An einigen Stellen jedoch sieht man die blaue Linie das ganze Jahr hindurch. Ich freue mich jedes Mal darüber. Wenn ich sie sehe, dann ist es als würde ich nicht den Weg von 35.000 Läufern sehen, sondern meine ganz persönliche Fußspur durch diese Stadt. Im nächsten Jahr will ich auch wieder ein König sein!