
Shelly hat ihrem Freund nie den Grund genannt, warum sie mit ihm Schluss gemacht hatte: die Vergewaltigung durch seinen besten Freund machte eine Beziehung zu Jimmy nicht mehr möglich. Inzwischen ist sie neuestes Mitglied der politischen Frauenband The No Exits und mit dessen Leadsängerin Suzy zusammen.
Als sie Jimmy wiedertrifft, ist die Zeit reif geworden, alte Missstände zu klären. Zur Überraschung aller, nicht zuletzt ihrer selbst, findet Shelly zu Jimmy zurück. Suzy ist außer sich und schmeißt Shelly kurzerhand aus dem Haus – und der Band. Jimmy hat indes Schwierigkeiten, damit umzugehen, dass sein bester Freund seine Freundin vergewaltigt haben soll. Da ein dritter Freund der beiden jungen Männer zu dem Angeklagten steht, weil es nun einmal nicht sein darf, dass eine Lesbe seine Freundschaft zerstört, muss auch Jimmy seine Mitwohngelegenheit aufgeben und zieht mit Shelly in eine Garage.
Doch damit ist Shelly nicht etwa glücklich geworden. Aufs neue verwirrt, wohin ihr Lebensweg sie führen wird, muss sie sich weiter in den Beziehungen zu ihren Mitmenschen behaupten...
Ein
Mensch, der sich nicht zwischen den Geschlechtern entscheiden kann, bei
dem Gedanken wird einer schon übel, wenn frau und mann an Filme vergangener
Epochen nur denkt, wie etwa an Beziehungsweise andersrum
von 1977, in dem sich eine Lesbe und ein Schwuler ineinander verlieben
und heiraten. Noch klischeehafter wirkt der Gedanke, dass eine Lesbe eine
ebensolche geworden ist, weil sie "schlechte Erfahrungen mit Männern"
gemacht hätte.Das Gefühl der Authentizität wird höchstmöglich mit einer radikalen Szenetreue gewonnen. Hier fahren keine Bar Girls in Cabriolets oder Zweitjeeps von einem teuren Club in den nächsten. Nein, hier wird in Garagen gehaust und das Wetter könnte mit dem Wort "Regen" ein Synonym gefunden haben, so, wie es nuneinmal im Nordwesten der USA der Fall ist.
Den FilmemacherInnen ist ebenso der Balanceact gelungen, beide Geschlechter anzusprechen. Wenn die Bandmitfrauen sich beispielsweise weigern aufzutreten, ohne Shelly zu konsultieren, solange Jimmy und ein Freund sich im Publikum befinden, so wirken sie in einer Szene sehr radikal, wie auch immer frau und mann dazu stehen; während die Männer engstirnig, trotzig und ohne Einfühlungsbewusstsein – kurz: mackerhaft abschneiden, weil sie partout nicht gehen wollen.
Slaves to the Underground ist endlich ein Beitrag zum Thema Mein bester Freund, der Vergewaltiger, der Position bezieht, darüberhinaus noch eine vielschichtige Story aufzuweisen hat und ein sehr spezielles Lebensgefühl eingefangen hat.
Trostlose
Sklaven schwarzer Seelen
In gleich drei Filmen werden junge Männer von
Frauen-Vergewaltigern mit der Einforderung ihrer Freundschaft eingefangen.
Teil I: Blackrock
Teil II: Desolation
Angels