Das Denkmal des Kaisers | 12.09.06

Nur einen Tag nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1888 begann die Diskussion um ein Denkmal, das ihm zu Ehren errichtet werden sollte. Zahlreiche Architekten und Bildhauer reichten Vorschläge ein, nachdem Kaiser Wilhelm II. 1889 einen Wettbewerb zur Errichtung eines Deutschen Nationaldenkmals ausgerufen hatte. Als Standort wurde die Schlossfreiheit ausgewählt, unmittelbar gegenüber dem Stadtschloss. 1892 wurde die geschichtsträchtige Häuserzeile in der Schlossfreiheit abgerissen, 1895 erfolgte die Grundsteinlegung für das Denkmal, das 1897 anlässlich des 100. Geburtstags von Wilhelm I. eingeweiht wurde.

Kurz darauf ging es abwärts mit dem Denkmal. Während der Revolution im November 1918 wurden Teile davon zerstört. Zudem wirkte es nach der Abdankung des Kaisers neben dem Schloss, das nun ein Museum war, irgendwie deplatziert. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren an der Anlage. Im Zuge der Vorbereitungen für das Pfingsttreffen der FDJ im Jahr 1950 ließ die SED schließlich eine ganze Reihe von Bauten beseitigen, die ihrer Ansicht nach nicht in einen sozialistischen Staat gehörten. 1949 begann der Rückbau, ein Jahr später waren das Schloss und Denkmal verschwunden. Die damit verbundene Geschichte ist aber immer noch da. Genauso wie das gemauerte Fundament mit den Treppenabsätzen und dem Plateau über dem alten Mühlengraben.