am Köllnischen Park | 03.07.06

Mitten in Berlin, da wo die Stadt am ältesten ist, wohnen Tilo, Maxi und Schnute, ihres Zeichens Wappentiere und außerdem echte Ossis. Den Zwinger am Köllnischen Park kennt fast niemand, das ist ein echtes Kleinod. Vielleicht gibt es keinen besseren Ort in Berlin. 1937, anlässlich der 700-Jahrfeier Berlins, regte ein Berliner Leserbriefschreiber, der gleich 10 Mark mitgeschickt hatte, in der Berliner Zeitung den Bau eines Bärenzwingers an. Die Zeitung erhöhte auf einen ganzen Bären und nur einen Tag später gab der Berliner Bürgermeister seine Einwilligung. Ein weiterer Bär wurde Berlin von der Stadt Bern geschenkt, deren Wappentier ebenfalls ein Bär ist. Vier Bären waren im Zwinger als der Krieg ausbrach, die Futterbeschaffung war schwierig, eine Zeit lang wurde das Futter sogar auf dem Alexanderplatz angebaut. Wie durch ein Wunder überstanden die Bären die Bombenangriffe, den Endkampf in den Straßen hingegen überlebte nur ein Bär: Lotte. Sie lebte noch bis 1971 im Zoo. Aus dem Zwinger wurde zunächst ein Buddelplatz für Kinder. Seit 1949 leben hier wieder Bären, 33 Bärenkinder sind seitdem geboren worden.

Nein, dieser Beitrag hat nichts mit Bär Bruno zu tun. Obgleich die Bärenjagd bewiesen hat, dass die Menschen nichts gelernt haben. Immerhin: Bruno hat es als erster Bär ins Feuilleton geschafft. Er wurde ausführlich besprochen und musste nicht mal ein Buch schreiben dafür.