Zierfische | 07.06.06
Licht ist Leben, Licht lockt Menschen an. Das Erste stimmt immer, das Letzte gilt insbesondere für die Berliner Leuchtreklamen. Briefmarken, Berufsbekleidung, Elektro, Kurzwaren, Beleuchtung, Obst und Gemüse oder eben Zierfische - an dem einen oder anderen Geschäft, besonders im Ostteil Berlins scheint die Zeit seit den 60er oder 70er Jahren beinahe spurlos vorübergezogen zu sein. Die Suche nach alten Leuchtbuchstaben in der Stadt kommt einer typographischen Rundfahrt gleich. Man trifft auf die erstaunlichsten Gebilde, auf die seltsamsten Geschmacksverirrungen. Sie sind von allem ein bisschen: Irgendwas zwischen Kitsch und Kunst und Werbetext. In den meisten Schriftzügen ist das Licht inzwischen leider ausgegangen. Immer wieder fallen Buchstäben Initialen-Jägern zum Opfer. Im öfter bleiben sie dunkel.
Der Beschriftung des Zierfische-Ladens am Frankfurter Tor erging es anders. Sie schmückt das Geschäft seit der Eröffnung im Jahr 1957 und ist in den 90er Jahren generalüberholt worden. Seitdem stoßen die Fische auf der rechten Seite keine 'Blubberbläschen' aus - da konnte der Fortschritt wohl nicht mithalten. Leuchtende Werbeträger, das sei noch erwähnt, gab es schon in den 20er Jahren. Die älteste Leuchtreklame der Stadt wurde 1929 angebracht und befindet sich am Kino 'Babylon'. Eine Kulturgeschichte der Leuchtreklame wäre jedoch noch zu schreiben. |