Bahnhöfe | 25.05.06
Im 19. Jahrhundert, als der Ostbahnhof noch Schlesischer Bahnhof hieß und alte Postbahnhof noch ein richtiger Güterbahnhof war, befand sich am Franz-Mehring-Platz, damals Küstriner Platz, ein weiterer Bahnhof namens Ostbahnhof. Der Bau des prächtigen Kopfbahnhofs verschlang in den Jahren 1866-67 über 1,5 Millionen Mark. Da sich später nicht genau rekonstruieren ließ, ob irgendwelche Schinkelentwürfe involviert waren, stellte man das Gebäude vorsichtshalber unter Denkmalsschutz. Als in den 1870er Jahren die Berliner Stadtbahn gebaut wurde, entschied man sich jedoch nicht zuletzt aufgrund der geringeren Immobilienpreise dafür, die Trasse durch den Schlesischen Bahnhof zu verlegen. Der Bahnhof am Küstriner Platz verlor an Bedeutung und wurde nur 15 Jahre nach seiner Einweihung wieder geschlossen. Es wäre schade gewesen um das schöne Gebäude, daher wurde der Bahnhof im Jahr 1882 zu einem Varieté-Theater namens 'Plaza' umgebaut. Noch während des Zweiten Weltkriegs gab es Vorstellungen in der 'Plaza'. In den letzten Kriegstagen wurde der ehemalige Bahnhof zerstört. Fraglos hätte man ihn retten können. Hat man aber nicht. Stattdessen wurde an seiner Stelle das Verlagshaus 'Neues Deutschland' gebaut. Das wird keiner, auch nicht ausversehen, unter Denkmalschutz stellen. An den Bahnhof und das Varieté erinnert nicht mehr viel. Nur eine Eckkneipe im Plattenbau gegenüber trägt den Namen Plaza, obgleich wohl kaum jemand weiß, warum.
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