Karl Marx Allee | 15.04.06
Die Karl-Marx-Allee ist eine wunderbare Straße. Da würde ich wirklich gerne mal wohnen. Mit dem Fenster nach hinten raus, versteht sich. Der Boulevard mit seinen wunderbar breiten Fußwegen schickt sich an Berlins erste Kneipenmeile zu werden. Solange das noch nicht so ist, sei ein Besuch wärmstens empfohlen. Während meiner Spaziergänge dort muss ich oft an die Geschichte von der fliegende Sporthalle denken, die der frühere Eulenspiegelautor John Stave so schön erzählt hat. Die 1949 errichtete Deutsche Sporthalle, die da stand, wo sich heute einer der deplatzierten Kachelplattenbauten befindet, musste im Jahr 1965 abgerissen werden. Sie war, wie übrigens auch die Werner-Seelenbinder-Halle aus einem Stück alter Fleischmarkthalle vom Schlachthof an der Landsberger Allee hervorgegangen und schon auf Grund des Transports entsprechend instabil. Der 'mittlere Teil' der Sporthalle, so hieß es damals, sei einsturztgefährdet, deshalb müsse sie gesprengt werden. Was die Sprengung betrifft, so sei Stave selbst zitiert: 'Ein gewaltiger Knall ertönte, und bevor eine riesige Staubwolke alles einhüllte, sah man, wie die Sporthalle sich in die Lüfte erhob, zwei, drei Meter vielleicht nur, aber sie flog. Dann legte sie sich in tausend Stücken auf die Erde und fabrizierte eine Mammut-Staubwolke ... Es war eine Meisterleistung des Sprengkommandos. Die Halle war ratzekal verschwunden. Bis auf eine Kleinigkeit: der mittlere Teil war stehengeblieben.'
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