Lohmann Getränkehandel, Absinth, Berlin

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Wissenswertes zum Absinth

• Wermut (Artemisia absinthium) und Absinth

• Geschichte des Absinth
 
• Deva Absinth aus Spanien
 
• Das Absinth-Ritual

• Chronologie
 

Wermut (Artemisia absinthium) und Absinth

Wermut (artemisia absinthium) Wermut (Artemisia absinthium) ist eine bitter schmeckende Pflanze, deren aktiver Bestandteil - ein Neurotoxin - "Thujon" (Tanaceton) genannt wird. Für die Herstellung der Spirituose Absinth wird u.a. ein Kaltwasserauszug des Wermutkrautes verwendet und häufig mit Zusätzen aus Sternanis, Fenchel und anderen Kräutern versehen.

Charakteristisch für den Absinth ist die milchige Trübung, wenn man ihn mit Wasser oder Eis verdünnt.

Jedes Land entwickelte eine eigene Absinthvariante. So ist z. B. in Tschechien der Zusatz von Pfefferminze üblich anstatt von Anis und Fenchel. In der Schweiz wurde er mit Melisse, Ysop oder Angelikawurzel getrunken, in Frankreich auch mit Koriander.

In vielen Ländern sind sowohl das Wermutkraut als auch das Gestränk Absinth bekannt. Hier eine Auswahl von Bezeichnungen:

Absinth-alesem (holländisch), Absinth, Absinthe, Absinthkraut, Absinthium vulgare, Agenco, Ajenjo, Ajenjo común, Ambrosia (altgriechisch), Apsinthos, Artenheil, Assenzio vero (italienisch), Bitterer Beifuß, Botrys, Common Wormwood, Eberreis, Echter Wermut, Gengribe verde (spanisch: "Grüner Ingwer"), Grande absinthe, Green muse, Grüne Fee, Heilbitter, Hierba santa, (spanisch: "heiliges Kraut"), La Fée Verte, Magenkraut, Ölde, Rihian (arabisch), Sage of the glaciers, Schweizertee, Wermod (angelsächsisch), Wermut, Wermutkraut, Wermutpflanze, Wor-mod (altenglisch), Wormod, Wormwood, Wurmkraut.

 


Absinth-Muse

Geschichte des Absinth

Schon in der Antike wurde Wermut für medizinische Zwecke als Magentherapeutikum verwendet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert, dem "Fin de Siècle", kam es als Anregungsmittel in Mode, da es Menschen in einen Rauschzustand versetzen konnte. Leider hatte es einen bitteren, sehr herben Geschmack.

Die Lösung für dieses geschmackliche Problem war die Vereinigung von Wermut und Alkohol, die sehr wahrscheinlich in einem Kloster - vermutlich im Val de Travers, dem Tal der Grünen Fee - von einem namentlich unbekannten Destillateur "entdeckt" und von Doktor Ordinaire aufgezeichnet wurde.

Auch Henri Louis Pernod hörte von diesem herben Getränk mit dem lakritzartigen Geschmack, stellte das Produkt als Erster in industrieller Produktion her und verkaufte es sehr erfolgreich in der französischen Schweiz und in Frankreich. Im späten 19. Jahrhundert erhöhten Misserfolge bei der Weinernte die Beliebtheit von Absinth. Im gleichen Maße wie die Weinpreise stiegen, fiel der Preis für Absinth. Absinth wurde populär, "en vogue". Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Verlaine, Oscar Wilde, Picasso und Beaudelaire vermehrten den Ruf dieses Modegetränkes. Einige der schönsten Kunstwerke Picassos (die der blauen Periode) und Van Goghs (z.B. "Das Nachtcafe") sollen stark durch Absinth inspiriert worden sein. Das Getränk setzte zum Siegeszug durch Europa an.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Absinth jedoch in fast allen europäischen Ländern verboten. Es wurde behauptet, Absinth verursache Absinthepilepsie und bei Absinthtrinkern sei ein verstärkter Hang zu Selbstmord und Wahnsinn zu beobachten. Konkreter Anlass für dieses Verbot war der sogenannte Absinthmord des Schweizers Jean Lanfray, der im Jahre 1905 nach dem Konsum einiger Flaschen Absinth in Kombination mit Wein, Creme de Menthe und Weinbrand seine Familie erschoss.

Durch das Verbot wurde Absinth fast den Rauschdrogen gleichgestellt, wobei das im Wermutkraut enthaltene Neurotoxin "Thujon" durchaus Drogencharakter haben kann, wie übrigens fast alle (Arznei-) Pflanzen. Deswegen sind heute nach der Aromenverordnung maximal 10 mg Thujon pro Liter Alkohol bei einem Alkoholgehalt über 25% erlaubt. Damals war teilweise die bis zu fünffache Menge in handelsüblichem Absinth enthalten.

Da zur Herstellung von Absinth häufig minderwertiger Alkohol verwendet wurde, war die sogenannte Absinthblindheit nicht verwunderlich. Die nachfolgende soziale Ächtung der Absinthtrinker findet sich übrigens bis heute im Sprachgebrauch mit der Bezeichnung "Wermutbruder" wieder.


Deva Absinth - Absinth aus Spanien

Wiederentdeckung des Absinth

In einigen Ländern, so z. B. in Spanien, gelang es dem Absinth zu überleben. Hemingway, der lange Zeit in Spanien lebte, war begeisterter Absinthtrinker. Pernod veränderte die Rezeptur und verkaufte das Produkt - ohne Wermut - weiter als Anisgetränk. Sehr viele dieser Nachfolgeprodukte sind im Umlauf: Pastis, Anisette, Herbe de Sante, Sambuca (der interessanterweise auch entzündet wird). In Spanien, während all der Jahre geduldet, überlebte es in kleinen Destillerien. Von traditionellen Rezepten ausgehend, stellt Lohmann Spirituosen nun den Deva Absinth vor, die moderne Form dieses althergebrachten Getränks, welches auch den Bestimmungen der geltenden Lebensmittelverordnung entspricht.

Deva Absinth - spanischer Absinth


Ein erfrischender, anisartiger, leicht bitterer Geschmack und ein interessantes Ritual...



Das Absinth-Ritual

Man gebe Deva Absinth in ein Glas, lege ein Stück Zucker auf eine Gabel oder einen speziellen Absinthlöffel, übergieße den Zucker nur einmal mit Absinth zünde ihn an. Man warte, bis der Zucker Blasen wirft oder karamelisiert, gieße dann mit klarem Wasser auf und trinke ihn.
 
Absinth-Ritual 1 Absinth-Ritual 2 Absinth-Ritual 3 Absinth-Ritual 4

Sie können Absinth auch pur mit Eis genießen oder eines der zahlreichen Cocktail-Rezepte ausprobieren, beispielsweise Hemingways Lieblingscocktail DEATH IN THE AFTERNOON:

4cl Absinth in ein Champagnerglas gießen, zwei Eiswürfel dazugeben, das Ganze mit Champagner auffüllen und einfach genießen. Ein Getränk, auf das die Schönen der Nacht und die Avantgarde schon lange gewartet haben...


Chronologie

1792 Dr. Pierre Ordinaire "erfindet" das Absinthrezept
1797 Erste Absinthdestillerie in der Schweiz
1805 Erste Destillerie in Pontalier, Frankreich
1850 Henri Louis Pernod stirbt
1859 Treffen zwischen Beaudelaire und Manet
  Manet malt "Der Absinthtrinker"
1871 Freundschaft zwischen Rimbaud und Verlaine
1873 Verlaine schießt im Absinthrausch auf Rimbaud
1876 Degas malt das Bild "L'Ábsinthe"
1901 Die Bilder "Der Absinthtrinker" und "Absinthtrinkende Frau" von Picasso entstehen
  Die Pernodfabrik in Pontarlier brennt ab
1905 J. Lanfray ermordet seine Familie
  Absinthverbot in Belgien
1906 Verurteilung von Lanfray
1908 Absinthverbot in der Schweiz
1911 Picasso malt das Bild "Glas mit Absinth"
1912 Absinthverbot in den USA
1914 Picasso gießt die Bronze "Glas mit Absinth"
1914 Absinthverbot in Frankreich
1923 Absinthverbot in Deutschland
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