Crash

Queer Watchlion

Deborah Unger, wenn sie von ihrem Balkon aus den Verkehr betrachtet...Wie auch in Cronenbergs letzten Filmen nimmt Homosexualität ihren Stellenwert ein. Dabei scheint der Regisseur einen Faible für Stoffe zu haben, die sie als Bonbon obendrauf setzen. Anders als in Naked Lunch oder M. Butterfly wirkt sie in Crash aufgesetzt, aber was wirkt in Crash nicht aufgesetzt? Alle drei Filme haben gemeinsam, dass die Haupt-Charaktere eigentlich heterosexuell sind und nur gelegentlich, in einem Fall sogar unwissendlich, lesbischen, bzw. schwulen Sex praktizieren. In Crash ist dies allerdings zur Beliebigkeit verkommen und wird im Grunde genommen nur gepflegt, um dem ermüdeten heterosexuellen Dasein neues Leben einzuhauchen.

Ob Crash durch den lesbischen und schwulen Sex nun vermeintlich aufgepeppt werden sollte, oder ob der Unfall-Fetischismus sich gelassen über eine geschlechtsspezifische Sexualität hinwegsetzen wollte, sei dahingestellt. Auf alle Fälle ist dem Film nicht daran gelegen, die Exklusivität der Heterosexualität aufzubrechen, sonst hätte er echte lesbische oder schwule Charaktere eingebaut.

ki

copyright: Queer View 1996

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