Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!

Koffein

Beschreibung

Koffein ist ein Alkaloid und ein weißes, geruchsloses, bitter schmeckendes Pulver, welches gut wasserlöslich ist. Koffein kommt als Hauptwirkstoff in der Kaffeebohne vor aber auch in ca. 60 anderen Pflanzen. Die korrekte chemische Bezeichnung lautet: 1,2,3,6-Tetrahydro-1,3,7-trimethyl-2,6-purindion.

Aufnahme, Abbau und allg. Wirkweise

Koffein ist der weltweit beliebteste und meistkonsumierte psychotrope Wirkstoff und wird oral entweder in Getränken (Kaffee, Tee, Colagetränke, Kakao, Energydrinks), Schokolade oder als rezeptfreie Tabletten in verschiedenen Kombinationen (z.B. in Schmerzmitteln etc.) eingenommen. Nach 30 bis 45 Minuten ist der Wirkstoff im Blut nachzuweisen, die Maximalkonzentration liegt nach etwa 2 Stunden vor. Koffein verteilt sich gleichmäßig in allen Körperflüssigkeiten, wird in der Leber metabolisiert und über die Nieren ausgeschieden. Halbwertzeit sind ungefähr 4 Stunden. Koffein wirkt über Blockade von Adenosinrezeptoren im ZNS und im peripheren Nervensystem. Der Umsatz von Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin, Glutamat und GABA wird erhöht.

Wirkung

Kurzfristige Wirkung auf das Erleben und Verhalten:

Erleben und Verhalten

Gesteigerte Aufmerksamkeit

Beschleunigter und klarer Gedankenfluss

Erhöhtes Wachheitsgefühl

Unruhe

Schlafbedürfnisverzögerung

Physiologische Wirkung

Physiologie

Herzanregende Wirkung

Hirngefäßeverengung

Erhöhte Magensäuresekretion

Entspannung der Bronchialmuskulatur

Harntreibende Wirkung

Schwitzen

Bei starkem Konsum bzw. bei Vergiftung:
Erregungs- und Angstzustände, Zittern, Kurzatmigkeit, Schlafstörungen, Herzrasen, Bluthochdruck. Die letale(tödliche)  Dosis liegt bei etwa 10 Gramm, was einer Menge von ca. 100 Tassen Kaffee entspricht.

Langzeitfolgen

Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:
Es sind – abgesehen von Entzugserscheinungen - keine psychologischen Langzeitfolgen bekannt.

Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:
Auch bei langfristigem Konsum verursacht Koffein an sich keine Organschäden. Kaffee hat jedoch einen hohen Säuregehalt und kann Magengeschwüre fördern.

Suchtgefahr

Es entsteht bei chronischem Konsum eine Toleranzbildung und nach Absetzen des Konsums ein körperliches wie auch psychisches Entzugsyndrom: Kopfschmerzen, Müdigkeit, schlechte Gemütsverfassung, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Wechselwirkungen

In Kombination mit anderen aufputschenden Substanzen wird der Körper zusätzlich belastet.

Vorsichtsmaßnahmen

  1. nicht nur Kaffee trinken, sondern auf regelmäßige Wasser- oder Saftzufuhr zwischendurch achten, da Koffein wohl austrocknet
  2. auch wenn die tödliche Dosis bei ungefähr 10 Gramm / 100 Tassen Kaffee liegt, sind schon Menschen durch eine Koffeinvergiftung verstorben, da die Wirkung und tödliche Dosis bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ist
  3. kein Koffein zu sich nehmen bei Bluthochdruck, Magen-Darmbeschwerden, Herz-Kreislaufproblemen, hohen Cholesterinwerten
  4. Schwangere sollten nicht mehr als 2 Tassen Kaffee pro Tag trinken, da sonst ein zu niedriges Geburtsgewicht entstehen kann und sich das Risiko von Fehlgeburten erhöht
  5. Beim nächtlichen Autofahren oder bei der Arbeit an Maschinen hilft Kaffee nur kurz als Wachmacher, danach setzt größere Müdigkeit als zuvor ein! Vorsicht also.

Im Notfall!

Bei Vergiftungserscheinungen hilft die Zufuhr von Wasser oder Saft in größeren Mengen. Am besten einen ruhigen Ort aufsuchen und sich selbst ruhig verhalten. Auch kann Aktivkohle eingenommen werden.
Bei einem Kollaps und/oder Bewusstlosigkeit: Sofort Arzt kontaktieren! Es besteht die Möglichkeit eines allergischen Schocks. Bei Erbrechen und Bewusstlosigkeit: Bringe die Person in die stabile Seitenlage, damit der-/diejenige nicht ersticken kann.
Kontrolliere Puls und Atmung vor allem, wenn die Person auch andere Drogen konsumiert hat. Notfalls (also bei Atem- bzw. Herzstillstand) Beatmen (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken) durchführen. 

Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemand schlecht geht!!