- INTERIM -
Hilfe und Selbsthilfe e.V.

 

Das Hohe Lied der Liebe für die Beratung (nach 1. Kor. 13)

Wenn ich mit absoluter Sicherheit diagnostizieren könnte und in die Seele sehen könnte und hätte Fähigkeit und Kraft, verhaltensauffällige Symptome frei zu machen - hätte aber die LIEBE nicht, so wäre ich nichts. Und wenn meine Redegewandtheit einen noch so hohen Grad an Perfektion erreicht hätte, und ich alle gängigen Methoden und Techniken einer optimalen Gesprächsführung beherrschen würde, hätte aber die LIEBE nicht, so wäre ich nur wie eine Schallplatte ohne Ton.

Die LIEBE ist geduldig und freundlich; sie schielt nicht nach vordergründigem Erfolg.
Die LIEBE weiß um die Vielfalt der Wege; sie gibt frei, aber weist unaufhörlich die Richtung.
Die LIEBE berauscht sich nicht an den Machtmitteln; sie freut sich an den kleinsten Fortschritten der Menschen.
Die LIEBE wird nie überheblich; sie ist dankbar und demütig zugleich.
Die LIEBE trägt nicht nach.

Die LIEBE trägt sogar den persönlichen Angriff; sie verkraftet auch Rückschläge und verliert nie die Hoffnung, dass die Menschen ihren Weg finden, auch wenn sie drei- und mehrmals fallen. Die LIEBE hört nimmer auf, so doch die Prognosen aufhören werden und die Methoden aufhören werden und die Hilflosigkeit vor der Realität aufhören wird; denn unser Wissen ist Stückwerk und unsere Konferenzen und Therapien sind Stückwerke. Wenn wir aber die Bestimmung des Menschen erkennen, so wird das Stückwerk aufhören.

Da ich ein Psychologe - Berater - Sozialpädagoge - Sozialarbeiter - Heilpädagoge bin, rede ich wie ein Psychologe - Berater - Sozialpädagoge - Sozialarbeiter - Heilpädagoge und habe psychologische - beraterische - sozialpädagogische - sozialarbeiterische - heilpädagogische Vorstellungen, da ich aber an die Grenzen der Psychologie - Beratung - Sozialpädagogik - Sozialarbeit - Heilpädagogik geführt werde, beginne ich noch mehr zu suchen.

Ich glaube, dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes ist, ich hoffe, dass unser Tun den Segen Gottes erhält. Ich bete darum, dass meine Liebe nicht erkalte und ermüde. Bei allem möge mich die Gewißheit und Zuversicht des Glaubens leiten, dass ich alles vermag in dem, der mich stärkt.

(modifiziert nach Hildegard Dietrich)