- INTERIM -
Hilfe und Selbsthilfe e.V.

 

Der Selbsthilfegesprächskreis stellt sich vor

Trotz der Medienwirksamkeit der Themen Religion, Sekten und "geistlicher Mißbrauch" und der vielen Schaulustigen an den Rändern des Geschehens, gibt es nur vereinzelt sachliche, differenzierte und, soweit möglich, objektive Berichterstattungen sowie fachlich kompetente Hilfen für Menschen, die mit einer bestimmten Glaubensform oder Glaubensgemeinschaft Schiffbruch erlitten haben.

Der Schmerz des Ausstiegs oder des Ausgestoßenwerdens aus einer engen gesetzlichen Gemeinschaft oder einer sogenannten Sekte ist für Nichtbetroffene oft nicht nachvollziehbar und deshalb unverständlich.

Dieser Schmerz wird oft beschrieben wie das Erleben des Todes eines nahen Verwandten oder er wird verglichen mit der Erfahrung einer zerbrochenen Beziehung. "Du bist enttäuscht oder fühlst dich verlassen, betrogen und ausgenutzt von denen, die du liebtest und denen du vertraut hast."

Die Zeit nach dem Verlassen solch einer Gemeinschaft ist oft eine Zeit der Trauer und Wut, der Ohnmacht und Einsamkeit. Besonders dann, wenn die Trennung von der Gruppe auch eine Trennung von Familienangehörigen und Freunden bedeutet. Einige fühlen sich schuldig oder schlecht, weil sie trauern, obwohl sie doch froh sein sollten, endlich frei zu sein.

Aber Du brauchst Dich für das, was Du empfindest, NICHT schuldig oder schlecht zu fühlen - denn es ist NORMAL.

Verläßt man eine sogenannte Sekte, ist es normal, sich verwirrt zu fühlen, unsicher oder desillusioniert, wütend oder mißtrauisch zu sein. Dies alles ist Teil eines normalen Prozesses und NICHT DEINE SCHULD, auch wenn andere versuchen, Dir das einzureden.

Ja es stimmt, es schmerzt, aber der Schmerz wird heilen mit der Zeit, mit Geduld und mit Verständnis.

Im Laufe der Zeit und mit guten Freunden werden diese belastenden Gefühle auch wieder von positiven begleitet und mehr und mehr ersetzt durch Sicherheit, Freude, Orientierung und Vertrauensfähigkeit.

"Zeit, Geduld und Verständnis, wo gibt´s denn das?"

Zum Beispiel in unserem Selbsthilfegesprächskreis.

 

Wir sind
eine Gruppe von ehemaligen Mitgliedern sogenannter Sekten, randchristlicher Gruppen oder strenger gesetzlicher Glaubensgemeinschaften.

Wir möchten
durch unsere Gesprächskreise einen wichtigen Teil unseres Lebens verstehen lernen und uns gegenseitig helfen, mit unserer Vergangenheit zurecht zu kommen und einen neuen Blick für die Zukunft gewinnen.

Wir helfen
uns dadurch, daß wir über unsere Erfahrungen, den anfänglichen Idealismus, die Enttäuschungen, den Schmerz, die Wut, die Ohnmachtsgefühle, das Nichtverstandenwerden, das Alleinsein, das schlechte Gewissen und die Angst reden. Wir setzen uns mit den Mechanismen der Manipulation in den sog. Sekten und verschiedenen Gruppen auseinander und versuchen zu verstehen, warum diese Gruppen auf uns so eine Faszination ausübten, warum uns der Ausstieg so schwer fiel, wie wir nun leben und was wir überhaupt noch glauben können. Bei unseren Begegnungen spielt der jeweils für den einzelnen aktuelle Glaube (oder Nicht-Glaube) keine Rolle für das Willkommensein in der Gesprächsgruppe.

Wir treffen uns
zur Zeit einmal im Monat an einem Sonntag in der Zeit von 17.00 - 20.00 Uhr. Bei aktuellem Bedarf treffen wir uns aber auch zweimal im Monat. Darüber hinaus treffen wir uns und telefonieren miteinander je nach Bedarf und Zeit individuell und gruppenunabhängig.

 

Uns sind bei unseren Treffen wichtig:

Unser Ziel
Wir möchten uns mit einem schwierigen und schmerzhaften Kapitel unseres Lebens konstruktiv und produktiv auseinandersetzen. Deshalb möchten wir unsere Erfahrungen miteinander teilen, füreinander dasein und gemeinsam Lösungen und Auswege suchen und finden.
Das bedeutet für uns, daß wir miteinander und füreinander an der Erreichung dieses Zieles "arbeiten".
"Arbeiten" heißt, daß sich Erfolge meist nicht von heute auf morgen einstellen und es manchmal einer Menge Mut und Ausdauer bedarf, sich den Erfahrungen zu stellen und sie zu ver- "arbeiten". Deshalb nehmen wir uns für das Sich-Aussprechen, das Zuhören und den Erfahrungsaustausch viel Zeit.

Verbindlichkeit
Wir haben schlechte Erfahrungen in und mit verschiedenen Gruppen gemacht. Deshalb ist uns unsere Freiheit besonders wichtig und regelmäßige Teilnahme an den Treffen keine Pflicht. Wir wissen aber auch, daß es Zeit erfordert, Vertrauen zu entwickeln und Probleme zu bewältigen und das Kontinuität die Voraussetzung für das Erreichen unseres Zieles ist. Deshalb planen wir, trotz allem, unsere Teilnahme regelmäßig ein.

Pünktlichkeit
Pünktlichkeit sollte selbstverständlich sein! Wir wollen unsere Zeit sinnvoll nutzen und gehen deshalb mit der eigenen Zeit und der der anderen Teilnehmer verantwortungsbewußt um. Sollten wir mal nicht am Treffen teilnehmen können (es gibt ja noch andere wichtige und auch unvorhersehbare Dinge), geben wir nach Möglichkeit einander Bescheid, um unnötiges Warten der anderen Teilnehmer zu vermeiden.

Anonymität
Wir Teilnehmer sind uns darüber im Klaren, daß wir durch die Teilnahme am Selbsthilfegesprächskreis einen ersten wichtigen und nicht leichten Schritt heraus aus der Anonymität und dem "Alleingelassensein mit den Erfahrungen und Gefühlen" getan haben. Damit uns dies nicht zum Schaden wird, nennen wir keine Namen der Teilnehmer gegenüber Außenstehenden und geben keine Telefonnummern ungefragt an Dritte weiter.

Wie es bei uns nicht zugehen soll !!!


Deshalb gilt:

1. Jeder ist willkommen
2. Jeder ist der Experte für sein eigenes Leben
3. Wir schätzen einen höflichen und gegenseitig achtenden Umgang
4. Vertrauen ist schwer, deshalb darf auch geschwiegen werden
5. Was in Einzel - und Gruppengesprächen besprochen wird, unterliegt der Schweigepflicht

 

Wo die Treffen stattfinden, kannst Du unter der Tel.-Nr. (030) 4508 3269 erfahren.