Selbsthilfegruppen

Einige Anmerkungen zum Begriff "Selbsthilfegruppe"

Es gibt viele Formen und Namen für ein von Staat und Kirchen unabhängigen Engagement von Betroffenen und für Betroffene von sog. Sekten oder geistlichem Mißbrauch. Elterninitiative, Betroffeneninitiative, Selbsthilfgruppe oder Aussteigergruppe sind nur einige. Den Möglichkeiten und Interessen der sich Engagierenden sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Jedoch bedarf der scheinbar für sich selbst sprechende Begriff "Selbsthilfegruppe" einer gewissen Erläuterung. In der Praxis wird dieser Begriff nämlich häufig pauschal für privates Engagement herangezogen, unabhängig von den Tätigkeiten und Aufgaben der jeweiligen Initiative und den Erwartungen und Hoffnungen, welche Hilfesuchende oder Interessierte, in Initiativen mit diesem "Titel" setzen. Deshalb kurz einige Erläuterungen:

Merkmale von Selbsthilfegruppen:

1. regelmäßige, mindestens einmal monatlich stattfindende Gesprächskreise

2. eigene Betroffenheit der Teilnehmer (nicht nur Interesse am Thema)

3. hauptsächlich sind die Teilnehmer für sich selbst aktiv, wollen etwas für sich selbst tun

4. Gleichberechtigung aller Teilnehmer


Selbsthilfeinitiativen, die zusätzlich noch "Beratung und Hilfe" für andere Betroffene anbieten, stärker an die Öffentlichkeit gehen oder in denen Betroffene und Nichtbetroffene gemeinsam bei dem "Für-andere-aktiv-sein" zusammenarbeiten, gibt es ebenfalls. Dadurch verlieren diese Initiativen nicht den "Selbsthilfecharakter"! Jedoch hört Selbsthilfe dort auf, wo sich Initiativen ausschließlich in der Hilfe für anderer engagieren bzw. in denen es keine regelmäßig stattfindenden Gesprächskreise von und für Betroffene gibt.

Eine Selbsthilfegruppe ist auch kein Forum und keine Plattform für den Kampf gegen Sekten oder eine bestimmte Gemeinschaft. Für dieses Ziel kann man sich zwar auch zusammenschließen, jedoch ist dies dann eben keine Selbsthilfegruppe.

Nähere Auskünfte zum Thema Selbsthilfegruppen finden Sie u.a. unter:
http://www.sekis-berlin.de/index.htm