charismatische Bewegung

Trance, Ekstase und die Gaben des Geistes
Psychologische und theologische Beiträge zum Gespräch mit der charismatischen Bewegung
(Hemminger, Hrsg.)

Herausgegeben vom Institit für Psychologie und Seelsorge in der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Theologischen Hochschule Friedensau, 1998

"Veränderte Bewußtseinszustände wie Trance und Ekstase wecken sowohl Angst als auch Faszination bei denen, die sie erleben und bei denen, die sie von außen beobachten. In der Frömmigkeitspraxis der Pfingstbewegung und charismatischen Bewegung spielen Erlebnisse in Trance und Ekstase eine wichtige Rolle. Entsprechend umstritten sind sie: Das Reden in Zungen, das 'Ruhen im Geist', Weissagungen und Gebetsheilungen in Trance werden von Christen unterschiedlicher Prägung auch höchst unterschiedlich beurteilt.In der breiten Öfentlichkeit führen Exorzismen, schrille Ektasephänomene wie beim sogenannten Toronto-Segen usw. noch eher zu kritischen bis abwertenden Reaktionen. Hier können die Humanwissenschaften allen Seiten zu mehr Sachlichkeit verhelfen, wenn sie in einen interdisziplinären Austausch mit der Theologie und - über die Theologie - mit dem Zeugnis der Bibel eintreten. Die ersten drei Autoren dieses Buches tragen mit verhaltenswissenschaftlichen, bewußtseinspsychologischen und religionsphänomenologischen Texten zum Gespräch mit der charismatischen Bewegung bei. Wie sich Trance- und Extaseerlebnisse im Alten und im Neuen Testament darstellen, wird anschließend in zwei exegetischen Texten beschrieben. Manche innerchristliche und gesellschaftliche Kontroverse um Trance- und Ekstaseerfahrungen in der charismatischen Bewegung stellt sich im Licht dieser Befunde anders dar. Für die seelsorgerliche Praxis ergeben sich damit neue Interpretationen und neue neue Handlungsmöglichkeiten im Einzelfall."

Die Autoren:

 

Dein Glaube hat dich geheilt
(Mayhue)

CLV, Bielefeld, 1999

"Zu den letzten Worten Jesu vor seiner Himmelfahrt gehört seine Vereißung, daß seine Jünger Kranke heilen werden (Mk.16,16). Und Jesu eigener Dienst auf der Erde umfasste unzählige Heilungen von körperlichen Leiden jeder Art. Solten wir ihm darin nicht nacheifern und es ihm gleichtun - und seine Verheißung nicht in Anspruch nehmen?
Zum Thema göttliche Heilung gibt es unter Christen verschiedene Auffassungen:

  • Gott tut heute keine Wunder mehr
  • Gott würde nach wie vor Wunder tun, aber uns fehlt der Glaube
  • Es gibt auch heute noch von Gott begabte "Heiler"
  • Gott tut Wunder, aber nicht durch "Heiler"

Die Verwirrung aufgrund unterschiedlicher Bibelauslegung und Erfahrung könnte kaum größer sein. Richard Mayhue verschafft mit seinem Buch Klarheit und bringt durch ein einleuchtendes Bibelverständnis die Erfahrungswelt mit der biblischen Lehre in Einklang. Dabei geht er ausgeprochen gründlich und ausgewogen vor und untersucht das ganze Themengebiet körperlicher Heilung systematisch durch die gesamte Bibel. Auch Heiler und Geheilte, Täuschungskünstler und Enttäuschte kommen zu Wort. Gottes unumschränkte Macht, sein wunderbarer Heilsplan für die Menschheit und nicht zuletzt sein Wille in Bezug auf Krankheit, Heilung und praktische Nachfolge Jesu werden deutlich herausgestellt und verständlich gemacht."

(Anm.: Zum Thema Heilung und Heiler in der charismatischen Bewegung aus evangelikaler biblizistischer Sicht. Das gesamte Thema ist trotz der Bemühung um Differenzierung vielleicht etwas einseitig dargestellt. Trotzdem lesenwert für Christen, die im seelsorgerlichen Gespräch mit unter einem Heilungsdruck leidenden oder von Heilern oder Gott in Bezug auf eine Erwartung körperlicher oder seelischer Heilung enttäuschten Christen stehen. Besonders empfehlenswert ist Kapitel 2, "Glaubensheilung".)

 

Macht ohne Auftrag
Warum ich mich nicht an der "geistlichen Kriegsführung" beteilige
(Kopfermann)

C&P Verlag, Emelsbüll, 1994

"Wolfram Kopfermann war zehn Jahre lang Leiter der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) innerhalb der evangelischen Kirche, bevor er 1988 die evangelikal-charismatische Anskar-Kirche in Hamburg gründete. ...
Wolfram Kopfermann sagt "nein" zu einem Glaubensverständnis, das unter dem Etikett "geistliche Kriegsführung" zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seine Kritik: Bei dieser Gebetsform handelt es sich um "Macht ohne Auftrag" - eine Praxis also, die das biblische Glaubens- und Vollmachtsverständnis verfälscht.
Kopfermann: 'Als einer, der sich dem charismatischen Strang der evangelikalen Bewegung zurechnet, befinde ich mich mit meiner Sicht zur Zeit wohl in einer Minderheiten-Position. Ich setze mich für ein ernsthaftes Hören auf die Bibel ein, als ich es im Blick auf dieses Thema bei den von mir kritisierten Geschwistern wahrnehme. Ich finde, diese Sache ist eine leidenschaftliche Auseinandersetzung wert.'"

(Anm.: Kritische Auseinandersetzung mit Glaubensverständnis und Gebetspraxis vieler charismatischer Christen und Gemeinden aus den eigenen Reihen. Es bleibt zu hoffen, dass kritische Selbstreflexion charismatischer Frömmigkeit keine Eintagsfliege ist.)

 

Weht der Geist, wo wir wollen?
Der "Toronto-Segen" und der Weg der charismatischen Bewegung
(Großmann)

Oncken Verlag, Wuppertal und Kassell, 1995

"Kaum ein Phänomen beschäftigt die Christenheit derzeit so wie der 'Segen von Toronto'. Quer durch Denominationen, Gruppen und Gemeinden zieht sich ein scharfer Trennungsstrich zwischen Befürwortern und Ablehnern. Umfallen, Lachen im Geist, Ekstase und Manipulation lauten die Stichworte, die die Kritiker damit verbinden. Tiefe Erfahrungen mit Gott, neue Hinwendung zum Glauben, eine größere Liebe zu Bibellesen und Gebet bezeugen die Befürworter.
Siegfried Großmann untersucht das Phänomen des 'Toronto-Segens', fragt nach Hintergründen und Personen, erläutert die Zusammenhänge und gibt Hilfestellung bei der Beurteilung. Und er stellt die provozierende Frage, ob in der charismatischen Bewegung die Gefahr wächst, mit den Wirkungen des Heiligen Geistes so umzugehen, als hätten die Christen sie in der Hand.
So ist dieses Buch eine Bestandsaufnahme, eine Warnung und eine Aufforderung, sich dem Wirken des Geistes Gottes zu öffnen."