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Hilfe und Selbsthilfe e.V.

 

gelesen beim "Bruderdienst":

40 cm zu hoch - Verwechslung von Glauben und Wissen
(aus: Bruderdienst Heft 3/65)

Teil 1

"Unser Wissen ist Stückwerk ... Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören ... Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; aber dann von Angesicht zu Angesicht." (1.Kor. 13.9-12)

 

UNSER WISSEN IST STÜCKWERK

In unserer Zeit ist Wissen Trumpf. Aber von einem Wissen will kaum jemand etwas wissen: daß unser Wissen Stückwerk ist. Die Welt, in der wir leben, birgt eine Fülle noch unergründlicher Geheimnisse. Und ihre Größe übersteigt alles menschliche Denken und Erfassen.

Unser Milchstraßensystem, zu dem unsere Erde gehört, zählt 8 bis 10 Milliarden Sonnen. Sein Durchmesser beträgt 60.000 Lichtjahre, d.h.: der Lichtstrahl, der schnellste "Blitz-Zug" der Welt, der im Jahr 9,46 Billionen km, in jeder Sekunde 300.000 km zurücklegt, braucht 60 Jahrtausende, um von einem Ende unserer Welteninsel zum anderen zu gelangen. Man zählt bisher 80.000 solcher Sonnensysteme, die jeweils 0,5 bis 1 Million Lichtjahre von einander entfernt sind. Der fernste Spiralnebel an einem Ende der Welt soll von dem letzten entdeckten am anderen Ende 300 oder 500 oder sogar 1000 Millionen Lichtjahre entfernt sein. D.h. unser Licht-"Blitz-Zug" braucht 300, 500 oder gar 1000 Millionen Jahre, um von einem "Ende der Welt" zum anderen zu kommen! Und bedeutende Forscher haben erklärt, daß vom ganzen Weltall nicht die Hälfte, nicht ¼, 1/8, 1/100, oder 1/1000, sondern wohl erst der 45.000 Teil entdeckt ist!

"Ein leises Flüstern nur ..."

Wenn aber schon die sichtbare, stoffliche Welt zum weitaus größten Teil sich dem Zugriff unseres Forschens und Wissens entzieht, wieviel mehr wird das im Blick auf die für unsere Augen unsichtbare Welt Gottes, auf die jenseitige Wirklichkeit zutreffen. Und vor allem auf Gott selbst, der beide erschuf. Wir können nur anbetend stille werden vor den göttlichen Geheimnissen und mit den Worten des Hiobbuches (26.14) bekennen: "Siehe, das sind nur die Säume seines Waltens, und welch ein leises Flüstern nur ist es, das wir von ihm vernehmen! Doch die Donnersprache seiner Machterweise - wer versteht diese?" (nach Menge)

Viele wehren sich gegen dieses Eingeständnis, (durch das selbstverständlich weder echter wissenschaftlicher Leistung, noch ernster theologischer Arbeit, noch auch dem forschenden Bibellesen des schlichten Gläubigen die Anerkennung versagt sein soll).

Noch mehr: ganze Bewegungen - und ich meine hier christliche ! - kranken an einer permanenten Überschätzung und Überbetonung ihres Wissens. Man mag ihnen viele Irrtümer nachweisen, dieser Irrtum aber ist einer der verhängnisvollsten! Ihr Wissen ist ihre Religion.

Daß sie dies Wissen haben, pflegen und weitergeben, das ist für sie heils - entscheidend.

Es wird zum Glaubens-Ersatz!

"Das Wissen allein, die Verstandesschärfe allein schaffen nur Dünkel" (1.Kor.8.1 nach Zink). Kühn behauptet man: wer dies Wissen, die vermeintlich reine Lehre nicht habe, der gehe verloren. Der Wissensdünkel führt zum Richtgeist. Und Richtgeist macht blind. Man sieht nicht, daß man, indem man die anderen richtet, weil sie die "reine Lehre" nicht haben, sich selbst richtet (Röm.2.1).

Man hat sie ja selber nicht ! Unser aller Wissen ist nur Stückwerk.

Und das hat uns kein geistlicher Abc-Schütze gesagt, sondern der Mann, der wohl - vom Herrn Jesus abgesehen - den tiefsten Einblick hatte in die Geheimnisse Gottes, der Apostel Paulus (und zwar auf Grund hoher und höchster Offenbarungen, die Gott ihm geschenkt hatte, 2.Kor.12.1-7; Eph.3.3). Wenn der uns sagt: "Unser (er sagt nicht etwa "Euer") Wissen ist Stückwerk", - er schließt sich bei diesem Urteil also selbst mit ein! -, und wenn er zur Bekräftigung noch hinzufügt: "Wir sehen ... durch einen Spiegel in einem dunklen Wort", wer wollte da noch so vermessen sein, in unserm spärlichen Wissen etwas Höheres und Anderes zu sehen, als - Stückwerk ?1 Doch "nur wenige wissen, wieviel man wissen muß, um zu wissen, wie wenig man weiß"! Vielleicht hört Paulus schon damals das Argument: Aber die Zeit ist doch vorangeschritten. Wir sind doch jetzt schon weiter ... Jedenfalls müssen sich solche Stimmen, damals und heute, sagen lassen: erst mit dem Anbruch des Vollendungsreiches hört das "Stückwerk" auf. Dann, wenn das "Vollkommene" gekommen sein wird, sehen wir nicht mehr in ein dunkles Wort, sondern "von Angesicht zu Angesicht". Dann sehen wir die Wirklichkeit selbst. Heute noch nicht.

1. Ein Christ kann die göttliche Wirklichkeit nicht seinem Verstand verfügbar machen.

Wie das kommt, wurde ich gefragt. Wir wüßten doch etwas von Gottes Offenbarung und hätten doch die Bibel. Ich möchte darauf dreierlei antworten:

Gott bleibt Gott !

Offenbarung Gottes heißt nie Publikation, nie "Veröffentlichung" Gottes, nie Preisgabe, so daß der Sterbliche Ihn in seiner Verfügungsgewalt bekäme. Gott bleibt immer Gott, immer der Unsichtbare, "der ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann" - auch nicht auf dem Wege des denkerischen Erfassens. Insofern ist Offenbarung zugleich Verhüllung. Wenn wir in den letzten beiden Nummern des "Bruder-Dienst" über die Größe und Herrlichkeit der Gottesoffenbarung zu reden hatten, so haben wir an dieser Stelle ihre Begrenzung zu bezeugen. Gott bleibt immer Gott!

Außerdem: Offenbarung Gottes hat nicht unsere Aufklärung, sondern unsere Erlösung zum Ziel. Darum sandte Gott uns keine Wissenschaft (sie hätte uns nicht gerettet), auch keine Katechismus-Wahrheiten (das wäre zu wenig), sondern Seinen Sohn! Bestand doch unser Verlorensein nicht in einem Mangel an Kenntnissen über Gott, sondern darin, daß um unserer Sünde willen wir zu Feinden des heiligen und gerechten Gottes geworden waren. Wir waren "ohne Gott in der Welt". Darum brauchten wir Erlösung von der Sündennot und Versöhnung mit Gott. Durch das ganze Alte Testament zieht sich diese Botschaft in mannigfaltiger Gestalt wie ein roter Faden: Ihr braucht einen Heiland, einen Versöhner und Erlöser. Und das Neue Testament ist erfüllt von der Kunde: Er ist gekommen! Der Retter ist da! Er hat uns versöhnt mit Gott. Wir dürfen heimkehren in die Gottesfamilie: wir dürfen Gottes Kinder werden. Von Gottes Studenten ist nichts gesagt (Joh.1.12; 1.Joh.3.1). Er hat uns nicht eine "reine Lehre", Er hat sich selbst offenbart, - als unser Vater! Die Fixierung der Lehre entstand ja erst nach dem Versuch, den Glauben denkerisch nachzuvollziehen. Er stößt auf die entscheidende Schwierigkeit:

Wir sind nur Menschen.

Unser menschliches und darum begrenztes Fassungsvermögen, unsere unzulänglichen Maßstäbe und unsere dürren Worte und Begriffe reichen nicht aus, um Gott und göttliche, jenseitige Wirklichkeiten zu erfassen, auszumessen und auszusagen. Darum bleiben wir hier mit unseren besten Bemühungen "auf der Strecke". Schon die Schreiber der Bibel hatten ihre liebe Not (an einigen Stellen wird das offenbar - etwa Offb.19.6 oder Hes. Kap.1!), das Geschaute zu fassen und in Worten wiederzugeben. Mit immer neuen Vergleichen, mit den allzu unzulänglichen Bildern aus dem irdischen Erfahrungsbereich versuchten sie, das Erlebte zu schildern. Wieviel größer wird die Wirklichkeit sein, in die diese Gottesmänner einen Blick werfen durften, als selbst die besten und gewissenhaftesten Berichte darüber aus ihrer Feder ?

Und wie töricht sind wir, wenn wir ihre Berichte und Zeugnisse zum Dogma erheben (oder nur Einzelsätze daraus) und dann meinen, wir hätten die Wahrheit, d.h. die Wirklichkeit selbst? Wäre das nicht ebenso töricht, wie wenn jemand das Bild eines geliebten Menschen hat und nun glaubt, er habe diesen geliebten Menschen selbst bei sich?

Gewiß, vom Bild läßt sich auf die Person schließen, vom Bericht auf die Wirklichkeit, vom Gleichnis auf die Sache, die es beschreibt. Aber manches Bibelwort und Gleichnis - und das weiß jeder redliche Bibelleser - ist nicht so eindeutig, wie wir es gern wünschten, und wie manche Deuter in erschreckender Unkenntnis (oder Überheblichkeit ? ) es darstellen.

Hinzu kommt: uns trennt von den Schreibern der Bibel nicht nur die Zeitspanne von Jahrtausenden (und wir verstehen doch nicht einmal mehr die letzte Generation !), sondern auch die ganz andere Welt ihrer Sprache. Kenner bezeugen, daß jede Sprache ihr eigenes "Weltbild" hat. So mag es kommen, daß wir zwar alle Worte und Bilder in wörtlicher oder freier Wiedergabe in unseren Bibelübersetzungen in deutscher Sprache wiederfinden mögen, daß uns aber der letzte verborgene Gehalt, der hinter Worten und Sätzen steckt, verborgen bleibt. Natürlich sagt der ("christliche") Rationalist, er könne alles verstehen! Es sei doch so einfach. Er gleicht dem Mann, dem ein kostbares, selten verstandenes musikalisches Kunstwerk vorgespielt wird, und der dann erklärt: es handle sich bei der Musik ja nur um Luftschwingungen, und bei genügender Notenkenntnis gäbe es hier gar kein Problem ...

Muß es nicht zu denken geben, wenn Dr. Martin Luther sagt: "Fünfzig Gulden will ich dem zahlen, der mir ein Wort in der Schrift durch und durch treffend und sicher verdeutscht"?!

Wir sind abhängig !

Den Schlüssel für die Schrift hat allein der Heilige Geist. Obwohl die Bibel, das Zeugnis von Gottes Offenbarung, in der Knechtsgestalt menschlicher Sprache zu uns kommt, so bleibt doch auch das andere bestehen: "Heilige Männer Gottes haben hier geredet, getrieben vom Heiligen Geist". Darum kann die Bibel auch nur durch den Heiligen Geist erschlossen werden.

Wohl jeder Bibelleser hat die Erfahrung machen dürfen, daß ein - auch oft gelesenes - Bibelwort lange Zeit schwieg, dann aber eines Tages plötzlich zu "reden" anfing. Der Heilige Geist leitet Gottes Kinder "in alle Wahrheit" (Joh.16.13). Aber nicht, wie es uns paßt, sondern wann, wie und in dem Maße, wie es ihm gefällt. Wie oft gilt da: "Ihr könnt es noch nicht tragen"!2 Mancher möchte alles mit einem Male ergründen. Der Herr aber führt uns schrittweise in Seine Geheimnisse. Im geistlichen Leben geht alles wachstümlich. Oder es geht nicht.

Der Geist Gottes, der allein öffnen kann, kann auch verschließen !

Wo immer man mit ungezügeltem Eroberungsdrang die Geheimnisse Gottes unter seine Verstandesgewalt zu bringen versucht, da leitet Gott nicht durch seinen Geist in alle Wahrheit; da führt Er den selbstherrlichen Menschengeist in "kräftige Irrtümer" (2.Thess.2.11). Verfinsterung statt Erleuchtung! Nur das nicht! Wir sagen daher:

2. Ein Christ will nicht versuchen, Gott und die göttlichen Geheimnisse seinem Verstand verfügbar zu machen.

Eine Einsicht, die man - wie alle wirklichen Einsichten - nicht so sehr durch Studieren, als vielmehr auf dem Wege der Erfahrung gewinnt. Als ich vor 15 Jahren als junger Mann zu einer Richtung stieß, die wohl alle anderen an dogmatischer Versessenheit übertrifft, da meinte auch ich noch, über ein hundertprozentiges Bibelwissen zu verfügen, nur weil ich über das, was man da für die "Grundwahrheiten" hält, einige Dutzend Bibelstellen auswendig wußte. Ich wähnte, zusammen mit all den Gleichgesinnten, über die heils-entscheidende "reine Lehre" über Gott und alle göttlichen Dinge restlos zu verfügen. Bedenkliche Verfügungsgewalt!

Und mit dem selbstsicheren Auftreten aller Verfügenden gingen wir hin und schulmeisterten die Unwissenden, ließen die Aufnahmebereiten an unserm Wissenbesitz partizipieren3 und die Nichtbereiten in "Harmagedon" vor die Hunde gehen (kraft theokratischer Richtersprüche).

Schließlich hatte man uns gesagt, etliche in unserer Mitte wären "die voraussichtlichen Fürsten der neuen Welt", und dann eines Tages: "die leitenden Männer in Jehovas Organisation" wären heute schon die Fürsten (WT 1.11.54, S.661).

Und dann zerbrach in mir diese Welt der Illusion. Die Bibel überführte mich von meiner Verlorenheit. Ich erfuhr: nicht ein Fürst, ein Sünder bist du. Dein Wissen ist Trug. In günstigen Fällen hatten wir Halbwahrheiten. (Doch auch halbe Wahrheiten sind meistens ganze Irrtümer). Und wie wurden sie überschätzt! Ein Tropfen aus dem Becher des Wissens führt von der Demut ab, leert man aber den Becher bis auf den Grund, kehrt man zur Demut zurück.

Im gebetsvollen Lesen der Bibel gewann ich manchen Durchblick, lernte falsche und wahre Lehre zu unterscheiden. Und schon drohte die Gefahr (und wie viele sind ihr erlegen?!), nun das Neu - Erkannte als das wahre, heilsentscheidende, hundertprozentige Wissen anzusehen und es zum Sockel erneuter Selbsterhöhung zu machen!

Aber - Gott sei Dank! - durch den Umgang mit dem Worte Gottes hatte ich den lebendigen und gegenwertigen Jesus kennengelernt. Jesus, das Licht der Welt! Und in seinem Lichte sehen wir das Licht. Sein Licht - und unsere Finsternis! Da sehen wir uns erstmals, wie Gott uns sieht, und d.h.: wie wir wirklich sind. Wir werden frei! - auch von unseren Illusionen, die wir uns über uns selbst machten, über unsere "guten Werke" und unser bestes Wissen. Und die Einsicht erschließt sich uns angesichts dieses großen Gottes und Herrn: "Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet". Je mehr ein Mensch Jesus kennenlernt, lernt er Gott kennen, lernt IHN als "totaliter aliter", als den Ganz Anderen kennen, und wird sich in gleichem Maße, wie dies geschieht, seiner eigenen Begrenztheit bewußt.

Der Sockel fällt - samt dem Götzen!

Das intellektualistische Verfügenwollen über den, der sich unserem Zugriff entzieht, hört da auf, wo der Glaube anfängt!

Hans Brandenburg sagt: "Der denkende Verstand richte sich auf einen Gegenstand seiner Forschung, seien es Bakterien im Wassertropfen oder die Konstruktion eines Viertaktmotors.

Indem er seinen Gegenstand denkend erfaßt, beherrscht er ihn und nimmt ihn unter seine Macht. - Glaube aber entsteht dort, wo der Mensch von der Wahrheit Gottes überwältigt und beherrscht wird. Der Verstand herrscht, der Glaube wird beherrscht.
Der Verstand ergreift, der Glaube ist ergriffen"!

Mit anderen Worten, beim Glaubenden kommt Gott zur Herrschaft, zur Verfügung über uns, und das erste Gebot kommt zur Erfüllung: "Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir". Das ist der Sieg über die Versuchung, von uns aus - und sei es "nur" auf dem Wege des Wissens - verfügen zu wollen über Gott! (Und das hieße ja, der alten teuflischen Verführung zu folgen, selber sein zu wollen wie Gott4 - 1.Mo.3.5) - "Laßt Gott Gott sein!" (Wattson)

Darum unternimmt der Glaubende den abgöttischen Versuch, Gott in den Griff und "unter die Füße", unter menschliche Verstandes-, und das heißt doch Ich- Herrschaft, zu bringen, nicht nur deswegen nicht, weil er es nicht kann, sondern weil er es grundsätzlich auch nicht will und nicht wollen kann. Und wir meinen, das ist die einzig mögliche Haltung derer, die - überwältigt von der Liebe Gottes - Gott zu lieben beginnen.

Das alles heißt nicht, daß wir den Verstand in der Garderobe abzugeben hätten, wenn wir den Glaubensboden betreten. Aber: jedem das Seine, das ihm Gemäße:

Der forschende Verstand be-greift die Schöpfung. Er sieht auf das Sichtbare.

Der Glaube ist er-griffen vom Schöpfer. Er sieht auf das Unsichtbare, auf DEN Unsichtbaren.


Fußnoten:

1) Die paulinische Aussage gewinnt noch an Gewicht, wenn man bedenkt, daß die damals benutzten Metall-Spiegel bei weitem nicht so ein klares Bild vermittelten, wie unsere heutigen Spiegel.
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2) Würden wir nicht auch gar zu bald aufgeblasene Töpfe? Machen manche schon ihr lächerliches wurmstichiges Wissen zum Götzen, was würde aus uns, wenn Gott uns in diesem Leben schon in die ganze Wirklichkeit blicken ließe?
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3) ERWACHET, das volkstümlichere Schwesterlein des Wachtturms, machte 1961 eine Art Bibelquiz mit seinen Lesern. Thema: Was weißt du über Religion? Bei den über 90 Fragen wird kaum einer der ERWACHET - Leser ohne Nachschlagewerke mitgekommen sein. Auch nicht die Zeugen Jehovas. (Wer weiß denn schon, welcher Religion das Buch Der Weda oder der Begriff des Limbus zuzuordnen sei?). Andererseits wird die Frage nach dem H e i l nicht gestellt: Anschließend gibt ERWACHET die richtigen Antworten auf seine Fragen. Und nachdem dem Leser so seine mangelhaften Kenntnisse nachgewiesen wurden, wird er freundlich eingeladen: ...Wenn Sie festgestellt haben, daß ihre religiösen Kenntnisse zu wünschen übriglassen, sollten Sie etwas unternehmen, und zwar sogleich. Und dann kommt nach einigen Seitenhieben gegen die Lehren der christlichen und nichtchristlichen Religionen (unter Zitierung hochwillkommener Aussprüche von Geistlichen) die Weisung, was zu tun sei: Die Religion, die Gott gutheißt, wurzelt in einer genauen Erkenntnis der Bibel. Jeder Mensch, der Gott gefallen möchte, muß eine genaue Erkenntnis über Jehova und über sein Vorhaben besitzen ... Aus diesem Grunde werden Sie, lieber Leser, von Jehovas Zeugen besucht ... Sie führen in 180 Ländern ... ein Programm durch, das den Zweck hat, biblische Erkenntnis zu vermitteln ... Dieses Programm umfaßt regelmäßige Zusammenkünfte, wo biblische Belehrung erteilt wird ... Außerdem sind Jehovas Zeugen gern bereit, ihre Mitmenschen in ihrem Heim unentgeltlich zu unterweisen. Wir laden Sie freundlich ein, von diesem Angebot Gebrauch zu machen ... (ERWACHET, 8.10.1961, Seite 28,29).
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4) Wie eng die Überschätzung der menschlichen Verstandeskräfte zusammenhängt mit dem Seinwollen - wie - Gott, zeigt folgendes Zitat: Der Zweck, zu dem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde, ist unendlich höher als jener der Tiere. Der Mensch ist hier, um geistlichen Charakter zu entwickeln - um wie Gott selbst zu werden. Und dies alles geschieht durch den menschlichen Verstand. Durch seinen Verstand, seine Überlegungskraft und seinen Sinn wird dem Menschen göttliches Wissen zugänglich gemacht. (Aus: DIE REINE WAHRHEIT, Juni 1964, S. 32)
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weiter mit Teil 2: "Was heißt denn Glauben?"

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