Band 4

verlag die jonglerie

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Angela May & 
Norbert Remus &
Bundesarbeitsgemeinschaft
Prävention & Prophylaxe e.V.
(Hrsg.)

Traumatisierte Kinder

Pädagogische und therapeutische
Möglichkeiten der Intervention

 

Ursachen und Folgen von traumatisierenden Ereignissen im Kindes- und Jugendalter werden aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Ferner wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten im Rahmen von Therapie und Pädagogik mit traumatisierenden Kindern und Jugendlichen bestehen, die ihnen helfen, ihre seelischen Verletzungen zu überwinden und zu heilen. Ein besseres Verständnis Für junge Opfer von Gewalterfahrungen soll geweckt werden und TherapeutInnen, Eltern und Pflegeeltern, pädagogischem Betreuungspersonal und LehrerInnen werden konkrete Hilfestellungen gegeben.

Auszug aus dem ekz. bibliotheksservice GmbH

Dieses Buch ist ein Sammelband mit Handreichungscharakter Für TherapeutInnen und pädagogisches Bezugspersonal. Die Autorin, mit ihrem Band "Nein ist nicht genug" als Expertin Für die Prävention von sexuellem Missbrauch (ID 8/98) ausgewiesen, hat hier nicht nur Beiträge von Fachleuten zu diesem dominierenden Thema versammelt. Es wird auch den Ursachen und Folgen von traumatisierenden Erfahrungen im Kindes- und Jugendalter durch häusliche Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung, Trennungserlebnissen durch Scheidung und Tod sowie traumatisierenden Erfahrungen im Kontext von Krieg, Folter, Verfolgung und Migration nachgegangen. Großen Raum nehmen die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention ein. Für die Aus- und Weiterbildung der o.g. Fachklientel, etwa neben den Bänden "Traumatisierung in Kindheit und Jugend" (ID 8/99) oder "Kindheit und Trauma" (ID 49/97).

Aus dem Inhalt:

A: Einführung in das Thema

Angela May: Traumatisierte Kinder:
Ursachen und Prävalenz

B. Folgen traumatischer Langzeiterfahrungen

Bruce D. Perry: Gewalt und Kindheit: Wie ständige Angst das Gehirn eines Kindes im Wachstum beeinflussen kann

Henri Julius, Mike Stolz: Dissoziative Symptome bei sexuell missbrauchten
Mädchen und Jungen

Anke Seifert: Folgen sexuellen
Missbrauchs

C: Exkurs: Bindungsforschung

Bruce D. Perry: Bindung und Zuneigung bei misshandelten Kindern. Folgen von
emotionaler Vernachlässigung in der
Kindheit

Jörg Maywald: Die Position des Kindes stärken. Konsequenzen der Bindungsforschung Für die Arbeit mit Pflege- und
Adoptivkindern

D. Möglichkeiten der Intervention: Therapeutische und pädagogische Arbeit mit traumatisierten Kindern

Dagmar Eckers: Traumatisierungen in der Kindheit und Möglichkeiten der Heilung

Oliver Schubbe: Was hilft sexuell traumatisierten Kindern?

Astrid Krüger: EMDR und Psychotraumatologie

Kurt Eberhard und Christoph Malter: Therapeutische Erfahrungen in Pflegefamilien mit traumatisierten Pflegekindern

Joyanna Silberg: Richtlinien zur Einschätzung und zur Behandlung dissoziativer
Symptome bei Kindern und Jugendlichen

Joyanna Silberg: Die Einbeziehung von Eltern und Schule in die Behandlung
dissoziativer Kinder

E. Serviceteil: Adressen, Literaturempfehlungen

Jeder Band kostet € 15,00 zzgl. Porto und Verpackung.

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Rezension von E.M. Sochaczewsky, Fachärztin Für Kinder  und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Die Intention der Herausgeber, mit diesem „Viel-Frauen/Männer-Buch" allen Entwicklungshelfern von Kindern und Jugendlichen (Therapeuten, Eltern, Pflegeeltern, ErzieherInnen, pädagogischem Betreuungspersonal und LehrerInnen) Informationen über Ursachen und Folgen traumatisierender Ereignisse im Kindesalter zu geben; ist sehr gut gelungen. Nicht zuletzt die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte der einzelnen AutorInnen, die durch persönliche und professionelle Erfahrungen geprägt sind, weisen auf die Vielfalt und erschreckende Häufigkeit schwerwiegender Traumata in der gesamten Kindheit hin.

Dieses Buch macht darüber hinaus in sachlicher Darstellung deutlich, wie dringend notwendig es ist, mit größerer Intensität als bisher die Menschenrechte von Kindern im Alltag ‑ und hier besonders in ihren beiden wichtigsten sozialen Gruppen Familie und Schule ‑ zu respektieren und umzusetzen, Eine differenziertere Haltung der Entwicklungshelfer gegenüber jeder Form von Gewalt könnte ein wichtiger Beitrag nicht nur zur Reduktion schwerer Traumatisierungen an Kindern und Jugendlichen sein, sondern auch gesellschaftspolitisch und nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen von Bedeutung sein.

Die Vielgestaltigkeit dieses Buches gibt schnell einen Einblick in neuere hirnorganische Erkenntnisse bei der Stressverarbeitung von Traumata unter Berücksichtigung der Besonderheiten, die sich aus der Physiologie des sich in der Entwicklung befindlichen kindlichen Gehirns ergeben. Besonders diese mit neuen Untersuchungsmethoden erlangten wissenschaftlichen Erkenntnisse haben einen wesentlichen Anteil daran, sich vom therapeutischen Nihilismus bzw. unzweckmäßigen therapeutischen Modellen der Vergangenheit verabschieden zu können, um klar strukturierte und effiziente Therapiemethoden in eigene diagnostische und therapeutische Erfahrungen integrieren zu können. Wie im Vorwort der Herausgeber bereits angemerkt, gebührt Dagmar Eckers besonderer Dank Für ihren Beitrag in diesem Buch, der zum einen Einblick in ihre eigene fachlich fundierte und von Empathie geprägte therapeutische Arbeit gibt, zum anderen aber auch mit der übersetzung der diagnostischen und therapeutischen Arbeit von Johanna Silberg deutlich macht, wie wichtig Für den Anschluss an internationales Wissen auf dem Gebiet der Psychotraumatologie der Austausch insbesondere mit den amerikanischen KollegInnen ist.

Wünschenswert wäre ein Beitrag von Sandra Wilson und Robert Tinker über ihre Erfahrungen mit der EMDR-Methode bei Kindern und Jugendlichen gewesen. Aber viele der Beiträge dieses Buches machen ohnehin neugierig, sich weitere Literatur zu beschaffen, um von dem Wissen der AutorInnen sowie dem fachlichen Vorsprung der amerikanischen KollegInnen zu profitieren. Ohne jeden Zweifel dürfte dies zu einer Erweiterung des eigenen diagnostischen und therapeutischen Kompetenz führen.

Es sei an dieser Stelle nur am Rande vermerkt, dass Deutschland und Japan die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Psychotraumata in den letzten 1 5 Jahren weitgehend ignoriert haben!

Umso wichtiger sind Bücher wie das hier vorgestellte, das allen Entwicklungshelfern in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr empfohlen werden kann.

E.M. Sochaczewsky, Fachärztin Für Kinder  und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

erschienen in: Prävention&Prophylaxe, 3/2002

Sie können die Publikation als Einzelbuch Für € 15,00 zzgl. Porto und Verpackung bestellen.


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letzte Aktualisierung am: 25. November 2007