Mein Herz sieht die Welt schwarz - Eine Liebe in Kabul 

Mein Herz sieht die Welt schwarz - Eine Liebe in Kabul

Afghanistan ist ein seit Jahrzehnten bewährtes intensives Kriegsgebiet, auch die deutsche Armee übt dort mit zunehmenden Mißerfolg, obwohl Gunter Gabriel nach dem Kosovofeldzug seine Rente nicht mehr durch Truppenbetreuung aufbessert. Dank Helga Reidemeister, die seit Jahrzehnten dem politischen Dokumentarfilm treu bleibt, geht es aber hier um ganz normale Menschen, zwei Liebende, die sich seit der frühen Kindheit kennen und die starrsinnig an ihren Gefühlen füreinander festhalten, obwohl die Familien dagegen sind. Deren Männer wissen um die Regeln der Blutrache, denn Shaima ist schon an einen Geschäftsmann verkauft worden, der nur noch nicht alle Raten des Brautpreises bezahlt hat. Shaima ist klar und selbstbewußt, ihre Träume sind für sie der Lebensentwurf, der gegen alle durchgesetzt wird, weil nichts dagegen spricht, was ihre Gefühle in Frage stellen würde. Hossein hatte sich den Taliban angeschlossen, weil sie der größte Arbeitgeber in der Region waren und ist durch eine Kriegsverletzung von der Hüfte an abwärts gelähmt. Er kämpft gegen seine Mutter, die gegen die Liebe ihres Sohnes ist, weil die Tradition hier nicht geachtet wird und er bekämpft seine Männerrolle, denn Shaima hat bereits ein Kind von ihrem erzwungenen Ehemann. Sie sprechen über die möglichen Folgen dieses Verbrechens für ihre Beziehung, aber in den Bildern ist die Zärtlichkeit der beiden für das Kind zu sehen.
Inzwischen hat Helga Reidemeister zwei auf Festivals erhaltene Preise  umgemünzt, um in Afghanistan einen Transporter zu kaufen, der die Annullierung der Ehe ökonomisch ermöglichen könnte. Die Bundeswehr hat eine DVD ‘Operation Afghanistan’ herausgebracht.


Afganistan / D 2009
87 Min. 
Regie:  Helga Reidemeister

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