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Thelma und Louise

USA 91 1oo Min. R: Ridley Scott D: Susan Sarandon, Geena Davis, Harvey Keitel,

Eine Fahrt durch Amerika. Landschaftlich die Schokoladenseite des Landes der unbegrenzten Freiheit. Hier (Monument Valley) wurden die großen Western gedreht, gespielt von Männern die durch nichts aufgehalten werden konnten. Außer von einer Kugel, diesmal aus der Pistole von Thelma; Rache und Notwehr für die Vergewaltigung von ihr und ihrer Freundin.

Themroc

Fra 1972 110min B+R.: Claude Faraldo D.: Michel Piccoli, Béatrice Romand

Michel Piccoli sagt "Uga Uga" und brät einen Polizisten.

Trafic

Frk./Ita. 1969/71 96 Min. R: Jaques Tati D: Jaques Tati, Maria Kimberley

Monsieur Hulot soll einen mit allen undenkbaren Finessen ausgestatteten Campingwagen - ein wahres Wunderding - zu einer Automesse bringen, kommt aber natürlich nicht an. Schon allein wegen des Wagens, vor allem aber wegen Hulot, seiner Erzeugung und Bewältigung zahlreicher Pannen, lohnt der Film.

Thelonious Monk - Straight, no chaser

USA 1988 89min O.m.U. R.: Charlotte Zwerin M.: Thelonious Monk D.: Thelonious Monk, u.v.a.

...ist eine Dokumentation über den eigenwilligsten und innovativsten Jazzmusiker unseres Jahrhunderts. Monk war mitbegründer der Bebop-Bewegung, die den Jazz der 40er Jahre revolutionierte, schrieb Klassiker wie "Round Midnight", und arbeitete kontinuierlich mit anderen Jazzlegenden wie John Coltrane und Charlie Rouse zusammen. Darüber hinaus zeigt der Film aber auch Monks Fragilität und Realitätsfremdheit. Trotz seiner bärenhaften Tapsigkeit war er rätselhaft wie eine ägyptische Katze: unangreifbar, stolz und nicht von dieser Welt. (André Simonoviescz)

Therapie zwecklos

USA 1988 93 Min. R.: Robert Altman D.: Jeff Goldblum, Julie Hagerty, Glenda Jackson, Tom Conti u.a.

Menschen haben Probleme mit ihrem Leben und hernach mit ihren Psychotherapeuten, diese wiederum haben Probleme mit ihren Patienten und mit ihrem Leben. Wie so oft bei Altman gehts munter hin und her, und zwischen den Sitzungen trifft man sich im Feinschmeckerrestaurant.

Tödliche Gedanken

USA 1991 104min R.: Alan Rudolph D.: Demi Moore, Glenne Headley, Bruce Willis, Harvey Keitel

James ist von Joyce (ziemlich verspielt, der Alan Rudolph, nicht?) erstochen worden, und ein permanent grumpfelig dreinblickender Harvey-Keitel-Detektiv versucht in langen Verhören, die Umstände der Tat zu klären. Er weiß, daß Menschen unter Umständen nicht die Wahrheit sagen und ist mißtrauisch. Alan Rudolph weiß nicht, ob wir Zuschauer wissen, daß Bilder auch unter Umständen lügen und ist ebenfalls mißtrauisch. Grund genug für uns, äußerst mißtrauisch zu sein.

Tagebuch eines Landpfarrers
Frankreich 1950 114min
B+R.: Robert Bresson
D.: Claude Laydu, Armand Guibert
"Ich glaube nichts Schlechtes zu tun, wenn ich hier, tagtäglich, mit einer absoluten Offenheit, die ganz einfachen, unbedeutenden Geheimnisse eines Lebens notiere, das an sonsten ohne Geheimnisse ist." Der Film behandelt das Insignifikante, das Alltäglich im Leben des Landpfarrers, auch seine physische Erschöpfung, Krankheit, den Abstand zwischen ihm und den anderen Menschen, seine Fremdheit an jenem Ort, das Unbegreifliche seiner Existenz vor dem Alltäglichen seiner Umwelt.



Talk Radio
USA 1988 110min
R.: Oliver Stone
B.: Eric Bogosian
D.: Eric Bogosian, Ellen Greene, Leslie Hope
Barry Champlain moderiert jede Nacht in Dallas eine Radio sendung, in der er sich mit seinen Hörern am Telefon un terhält. Eine One-man-show in der er, provozierend, aus fallend, kein-Blatt-vor-den- Mund-nehmend, mit der ganzen Palette gesellschaftlicher Problematiken (Rassismus, Armut, Drogen, Ignoranz, etc.) im nonstop verbal-Nahkampf steht, den Radioboss im Nacken und die Ex-Frau vor Augen hat, Leserpost mit toten Ratten empfängt und noch lange auf die nächste Musiknummer warten muß. Dies alles ist so stringent und konzentriert in Szene gesetzt (was ja nicht grade Oliver Stones Markenzeichen ist), daß der Verdacht naheliegt, Eric Bogosian sei der eigentliche Regisseur gewesen.



Tango Lesson
Der Pakt ist einfach: Eine Filmregisseurin und ein Tangotänzer wollen sich gegenseitig ihr Metier lehren. Doch dann kommt Liebe mit ins Spiel und Streit darüber, ob man sich dem jeweiligen Experten unterordnen muß oder nicht, was die Erfüllung des Paktes ziemlich kompliziert. Der Film bietet eine große Portion Tango für die Liebhaber dieses Tanzes und ein Spiel um Kunst, Liebe und Macht für diejenigen, die sich nach "Orlando" einfach auf den nächsten Sally-Potter-Film freuen.
GB 1997 102Min. O.m.U.
R.: Sally Potter
D.: Sally Potter, Pablo Veron




Tania la guerrillera
BRD 1991 87min. Erstauführung!
R.: Heidi Specogna
Im August 1967 - wenige Wochen vor Ernesto Che Guevaras Tod - gerät seine Nachhut in einen Hinterhalt des bolivianischen Militärs und wird fast restlos aufgerieben. Unter den gefallenen Guerrilleros befindet sich eine Frau, die unter ihrem Partisanennamen 'Tania la Guerrillera' in die Befreiungsgeschichte der lateinamerikanischen Völker eingegangen ist. Erst Monate später wird ihre Identität bekannt: Tamara Bunke, dreissig Jahre alt, DDR- Bürgerin. Die Tochter deutscher Kommunisten reiste 1961 nach Kuba und beteiligte sich aktiv am Revolutionsprozess. Unter der Obhut von Comandante Che Guevara wurde sie einer harten militärischen Überprüfung und Ausbildung unterzogen und für eine besondere Mission in Bolivien vorbereitet. Der Film ist keine reine Dokumentation, sondern vielmehr ein persönliches Portrait von einer Frau, die sehr wohl noch bekannt ist, z.B. bei kubanischen Kindern (von dem peinlichem realsozialistischen Personenkult sollte man sich nicht so sehr stören lassen). Fast unbekannt scheint sie allerdings bei jenen zu sein, die in einer deutschen Botschaft eine Vereinigungsparty feiern.
Die schönste Szene des Films jedoch zeigt, wie die Eltern Tanias Erinnerungsstücke herauskramen, unter anderem eine Kampfjacke, die die Mutter anprobiert und Erich (Ich glaub so heißt der Vater), der sonst so gut wie nichts sagt, kurz knapp meint: 'Paßt!'



Tank Girl
USA 1995 100min
R.: Rachel Talalay
B.: Tedi Sarafian (nach dem Comic)
D.: Lori Petty, Malcom McDowell, Naomi Watts, Ice-T
Knallbunte Verfilmung des Underground Comic Hits. In der Zukunft, wo das Wasser knapp wird (anders als bei Waterworld), gibt es eine böse Wasserfirma, die von einer Frau, ihrem poppig ausstaffiertem Panzer, ihrer Freundin samt poppigem Kampfflugzeug und den Rippern (einer Mensch-Kängaru-Kreuzung), rotzig naseweiß und auch recht brutal, bekämpft wird.



Tatis Playtime
Fra/Ita. 1965, 113min, R.: Jacques Tati, D.: Jacques Tati, Nathalie Jam, Luce
Bonifassi
"Playtime" im Kino: Es kichert, prustet, gluckst, schnauft, jappst nach Luft, schlägt sich auf die Schenkel, röchelt: "Erbarmen, ich hab Bauchschmerzen". Diesen Film darf man nicht im Fernsehen anschauen, er ist ein soziales Ereignis. -Ach ja, darum geht's: Monsieur Hulot und eine amerikanische Touistengruppe kämpfen mit den Objekten der Moderne.



Tatis Schützenfest
- Die Farbversion-
F. 1947
R.u.B.: Jacques Tati
D.: Jacques Tati, R. Wheeler, H. Marquet
82 Min.
Der staksige Dorfbriefträger Francois wird durch Filmberichte dazu verführt, 'amerikanische Zustände' in seinem Zustellungsbereich zu bringen. Das kleine Dorf in seiner französischen Gemütlichkeit, das sich auf eine Kirmes mit Schützenfest vorbereitet, sieht belustigt dem guten Mann zu. - Tati leidet nicht wie seine Kollegen Chaplin oder Keaton am Zustand dieser Welt, ist also nicht so sehr Opfer, sondern eher Täter, indem er die Welt und deren Funktionalität überhöht, im stetigen Willen, sie perfektionieren zu wollen.




Tausendschönchen
CSSR 1967 O.m.U. 76min
R.: Vera Chytilová
D.: Jitka Certhová, Ivana Karbonová
Zwei Mädchen, die eine blond, die andere brünett, langweilen sich im Freibad. Sie finden, daß die Welt verdorben ist, und beschließen, genauso verdorben zu sein. "Vera Chytilová hat einen frechen , extrem subjektiven und subversiven einen poppigen oder auch anarchistischen Film gemacht. Sie gibt sich lustvoll der Freude am Experimentieren, am Zerstören filmischer Strukturen (unter anderem) und am überraschenden Einfall hin."
Ev. Filmbeobachter



Teufel in Blau
(Devil in a Blue Dress)
USA 1995 120 Min.
R + B - Carl Franklin, nach dem Roman von Walter Mosley
K Tak Fujimoto
M Eimer Bernstein
D Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle
Ezechiel Rawlins, genannt Easy, hat seinen Job verloren. Und - er muß die Hypotheken für sein neues, kleines Haus abbezahlen. Etwas widerstrebend nimmt er deshalb den Auftrag eines ihm unbekannten Weißen an, eine Frau namens Daphne Monet zu finden. Von nun an ändert sich Easys Leben schlagartig. 'Mosley, Franklin und Hauptdarsteller Denzel Washington haben dabei einen Film gemacht, wie ihn kein Weißer hätte machen können- einen zurückhaltenden Film über Liebe und Mord und den ganzen Blues des Lebens, einen Film auch über Sex und Rassismus, der nie belehrend oder hysterisch wirkt. ... ln seiner bescheidenen coolen Art kann man dieses Kino vielleicht als Gegenpol sehen zu den neuen Noir-Opern eines Martin Scorsese und Michael Mann.' (epd-Film.)



Texasville
USA 1990 125min
R.: Peter Bogdanovich
D.: Jeff Bridges, Cybill Shepherd, Annie Potts, Timothy Bottoms, Cloris Leachman
Die Fortsetzung von "The last picture Show" - drei Jahrzehnte später. Aus den pubertierenden Teenagern sind frustrierte Erwachsene mit eigenen pubertierenden Teenagern geworden, aus dem Kino wurden Satellitenschüsseln gemacht, aber die Trostlosigkeit der amerikanischen Kleinstadt bleibt!



TGV- Express
„TGV- Express" , wie der französische Schnellzug, heißt der knallbunte Bus, der die windige Strecke nach Conakry ( Senegal) bewältigt und obwohl gerade Aufruhr herrscht, beschließt der Besitzer Rambo, die Tour zu machen. Schließlich ist Verdienstausfall schlimmer als die Gefahr, von Aufständischen angegriffen zu werden. Die Mitreisenden haben auch ihre Gründe, das Rebellengebiet zu durchqueren, ein tückisches Gemisch aus Drogenhändlern, Politikern, Marabouts, Ehefrauen und, zwischendurch aufgelesen, ein weißes Forscherpärchen, das die Sitten der Einheimischen nachahmt und dumm auffällt. Ein ziemlich ausgelassenes Roadmovie, das die Facetten einer afrikanischen Gesellschaft zwischen Zauberei und Gleichberechtigung der Frauen, Stammes- und staatlicher Politik, schlechten Straßen und politischer Korruption beleuchtet.
Senegal/Frankreich 1997, 90 Min., OmU R.: Moussa Toure, B.: Moussa Toure, Alain Choquart, D.: Makena Diop, Al Hamdou Traore, Bernard Giraudeau

The American Way
Engl. 1986 99 min
R.: Maurice Phillips
D.: Dennis Hopper,Michael J. Pollard, Eugene Lippinski
Ein Haufen wütender Vietnamkriegs-Veteranen und Alt-Hippies betreibt von einem abgewrackten Bomber aus ei nen Piratensender, der geziehlt amerikanische Fernsehprogramme sabotiert und die Präsidentschaft einer reak tionären PolitikerIn vereitelt. Über seinen derben Attaken vernachläßigte der hektische, laute Film jede tiefschürfende Auseinandersetzung mit Wahlkampfstrategien. Soweit das rororo-Filmlexikon (Besonders der letzte Satz ist richtig) Der Film ist unglaublich und aberwitzig und noch'n Haufen so ähnlicher Worte. Dennis Hopper in einer Mischung aus Muppet-Show, Tootsie, Dr.Seltsam, Dark Star und Vom Winde verweht oder so ähnlich (genau läßt sich das nun wirklich nicht sagen) und die Synchronisation la '4 Fäust für ein Halleluia' ließ mich den Mund schon garnicht mehr schließen. Wer tut bloß sowas wie diesen Film.



The awful truth +My favorite wife
(Die schreckliche Wahrheit)
USA 1937 90 Min. O.m.U.
R.: Leo McCarey
D.: Cary Grant, Irene Dunne, Ralph Bellamy
My favorite wife
(Meine liebste Frau)
USA 1940 88 Min. O.m.U.
R.: Garson Kanin
D.: Cary Grant, Irene Dunne, Randolph Scott
Zwei rasante "screwball comedies" mit Cary Grant und Irene Dunne in den Hauptrollen, in denen moralische Integrität bzw. Überlegenheit des Mannes jeweils schnell in hoffnungslose Unterlegenheit und Trotteligkeit umkippen und Grant reichlich Gelegenheit geben, so herrlich belämmert dreinzuschauen, wie eben nur er es kann. So bleiben am Ende trotz brillanter Wortgefechte nichts als bedingungslose Kapitulation für Grant und die Frage, wie die beiden ohne Gesichtsverlust wieder in's gemeinsame Bett krabbeln können. Wir sahen diese wundervollen Komödien im Schöneberger "Notausgang" bei derart ausgelassener Publikumsstimmung, daß wir es einfach nicht über's Herz brachten, unserem Kreuzberger Publikum diese exotischen Filmkunstwerke aus der City vorzuenthalten.



The Beatles I -
at Shea Stadium
USA 1965 55min (+Vorfilm)
P.: Bob Precht
K.: Andrew Laszlo
Aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
iiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaaTheiiiiNextiiiiiSongiiii
IsiiiiiCalled:iiiiiiAiiiHardiiiDaysiiiiNightAAA
AAAAAAAAIIIIH.



The Big Lebowski
USA 1997 113 Min
R. & B.: Joel & Ethan Cohen
D.: Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Julianne Moore
Zwei Geldeintreiber irren sich in der Tür und bepissen den Teppich des Althippies Lebowski. Er geht zum Millionär gleichen Namens, um Schadensersatz zu fordern, weil dessen Perle Bunny die Schulden verursacht hatte, wird dabei als Überbringer des Lösegeldes für sie gewonnen, denn Bunny wurde inzwischen wahrscheinlich von deutschen Nihilisten entführt. Lebowski und sein Bowlingfreund Walter machen sich auf den Weg, aber Walter kann Vietnam nicht vergessen und verursacht ein desaströses Komandounternehmen. Nach diesem Anfang gerät alles durcheinander und man kann niemanden trauen außer dem Hippie.



The Big Flame
R. Ken Loach Buch : Jim Allen Kamera : John McGlashan
Musik : ‘Joe Hill',gesungen von Rick Jones
Darsteller : Norman Rossington (Denny Fowler), Goddfrey Quigley (Jack Reagan), Peter Kerrigan (Peter Connor), Ken Jones (Freddie Grierson), Daniel Stevens (Joe Ryan), Tommy Summers (Alec Murphy), Meredith Edwards (Logan) u.a.
‘The Big Flame' ist das dramatisierte Protokoll eines Streiks, der nach endlosen Verhandlungen plötzlich eine neue Richtung nimmt. Die Wende tritt in einer Situation ein, in der die Waffe des Streiks schon abgestumpft ist : Lohnerhöhungen ziehen Preissteigerungen nach sich und stürzen dadurch die Wirtschaft des Landes von Mal zu Mal tiefer in die Krise. Das Durchsetzen von Lohnanpassungen scheint kein geeignetes Mittel mehr, den Klassenkampf zu führen. Es beginnt mit einem Treffen von Hafenarbeitern, Gewerkschaftlern, Vertreter der Arbeitgeberseite sowie einem Regierungssprecher. Auf dem Tisch liegen mehr nicht nur neue Lohnforderungen, sondern die Docker verlangen Zusicherungen, daß ihnen ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Container haben bereits viele von ihnen arbeitslos gemacht, und weitere Entlassungen sind zu befürchten. Der Regierungsvertreter : Selbst wenn die Forderungen der Docker erfüllt würden, könnte die Regierung nicht tatenlos zusehen, denn damit würde ein Strich durch die Lohn- und Preispolitik gemacht und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gefährdet. Nach dem Streikbeschluß vergehen sechs Wochen, ohne daß die Verhandlungen zu einem Ergebnis führen. Zehntausend sind im Ausstand und fordern Sicherung der Vollbeschäftigung. Unterdes hängen viele Docker untätig herum, ihre Frauen wissen nicht, wovon sie die nächste Mahlzeit kochen sollen. Vor dem Gebäude, in dem die Verhandlungen geführt werden, fragt ein BBC-Reporter, der gerade keinen der offiziellen Unterhändler erwischen kann, einen Arbeiter, wofür sie eigentlich streiken, wie lange sie das noch tun und wovon sie dabei leben wollen. Er fragt, wer unter den Umstehenden in der KP sei und kommentiert schließlich die Auskünfte, die er erhält, mit der Behauptung, es müsse wohl einen Geheimfonds zur Unterstützung des Streiks geben... Nachdem die Arbeitgeber die Wiederaufnahme der Arbeit zur Vorbedingung für weitere Verhandlungen gemacht hat, unterhalten sich in einem Pub Danny Fowler und Jack Reagan, beide Mitglieder des Streikausschusses, darüber, wie es nun weitergehen soll. Reagan erklärt, der Streik könne so oder so zu nichts führen, solange er nur ökonomisch motiviert sei. Es komme darauf an, ihm eine politische Stoßrichtung zu geben. Er schlägt vor, die Docks zu besetzen und versuchsweise die Arbeit im Hafen durch Arbeiterräte zu organisieren und zu kontrollieren, denn nur so könne bewiesen werden, daß es möglich sei, eine Änderung des andauernden Krisenzustands herbeizuführen. Der folgende Kampf dauert nur fünf Tage. Mit der neuen Forderung nach Verstaatlichung der Werften und des Transportwesens übernehmen die Arbeiter spontan die Leitung des Hafens. Die Gewerkschaft erklärt öffentlich, daß diese revolutionären Umtriebe allein auf das Konto des ehemaligen Streikkomitees gehen. Militär umstellt das Hafengelände. Doch wenn die Regierung auch entschlossen ist, die Ordnung wieder herzustellen, zunächst ist noch unklar, wie sie die Gegenordnung, die die Arbeiter inzwischen trotz erheblicher Schwierigkeiten im Hafen eingerichtet haben, ohne offene Gewaltanwendung zerschlagen werden kann. Bergleute und Eisenbahner haben sich inzwischen mit der Dockern solidarisch erklärt, im Parlament herrscht einige Aufregung. Man geht davon aus, daß der Widerstand am ehesten dadurch zu brechen ist, daß man die Rädelsführer faßt. Durch die von einem Spitzel lancierte Falschmeldung, sechs Betriebsräte wollten mit Reagan zusammenkommen, um mit ihm über die Möglichkeiten zu sprechen, das Beispiel der Docker für die Werktätigen zu übernehmen, werden Reagan und Fowler aus dem Hafen gelockt. Dann rückt Militär vor und fordert die Arbeiter auf, den Kai zu räumen. Die Richter bei der Gerichtsverhandlung, in der Reagan, Fowler und Connor der Verschwörung gegen die öffentliche Sicherheit angeklagt sind : Angeklagt sei hier nicht der Marxismus als ein theoretisches Studienobjekt, an dem sich der Intellekt von Seminaristen schärfen könne, sondern es müsse die Gefahr erkannt werden, die der Marxismus als eine praktische Errungenschaft der Arbeiterschaft darstellt. Reagan vor der Urteilsverkündung : Wir haben bewiesen, daß wir ohne Bosse sein können und daß der Kampf nicht aussichtlos ist. Das Urteil lautet auf drei Jahre Gefängnis.
(Jürgen Ebert)



The Boys
Australien 97 , 86 Min. OmU
Regie: Rowan Woods
D.:David Wenham, Toni Colette, Lynette Curran, John Polson
"... one of the most powerful, observant and artistically satisfying Australian films ever made." "The Boys" lief 98 im Wettbewerb der Berlinale, gewann keinen Preis oder irgend etwas anderes, und gehörte dennoch zu den beeindruckensden Filmen dieser Berlinale. Nach langem hin und her ist es uns nun gelungen die Festivalkopie mit deutschen Untertiteln aus Australien zu besorgen. Brett Sprague, gerade erst auf Bewährung aus der Haft entlassen, wird sich schon 24 Stunden später wieder im Gefängnis befinden. Nachdem er ein Jahr hinter Gittern verbracht hat, stellt Brett, als er nach Hause kommt, fest, daß sich die Dinge geändert haben.Er, der es gewohnt war das alle nach seiner Pfeife tanzen, sieht sich mit einer neuen Situation konfrontiert mit der er nicht klar kommt. Das gerade die Frauen in der Familie gegen ihn Front machen wirft ihn völlig aus der Bahn. Gemeinsam mit seinen Brüdern versucht er nun die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.

The Celluloid Closet
USA 95 102 Min. OmU
Regie: Rob Epstein, Jeffrey Friedman
"The Celluloid Closet" ist die Geschichte der Lesben- und Schwulendarstellung im Film, eine Studie über Hollywoods Einfluß auf unser Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit. Der Film beruht auf Vito Russos Buch, das 1981 herauskam - eine Analyse der Darstellung von Homosexualität seit Anbeginn der Filmindustrie und eine Untersuchung, die prüft, ob die Darstellung mit den gesellschaftlichen Normen übereinstimmt oder sie sogar direkt widerspiegelt. Der Dokumentarfilm hält das Zuschauerintresse durch wunderbare Ausschnitte erinnernwerter Schwulen- und Lesbenszenen im Bann, und zwar Szenen, die explizit homosexuell gemeint waren und andere, die man so interpretieren kann.
"Der größte Witz ist die Erzählung von Gore Vidal, der das Buch für "Ben Hur" verfaßt hatte. Ihm war das Dehbuch anscheinend zu langweilig, und gemeinsam mit dem Schauspieler, der die Gegenrolle zum legendären Homophoben Charlton Heston spielte, beschloß er, der Geschichte ein bißchen Würze zu verleihen und eine private, kleine Nebenhandlung einzuführen: die beiden Wagenlenker hatten früher einmal eine homosexuelle Affäre. Nur teilten sie Heston nichts von dieser spontanen kleinen Änderung mit. Allein schon die nachfolgenden Ausschnitte, in denen Heston unbeirrt den Hetero spielt, währenddessen sein Gegenspieler Chuck schmachtend in die Augen blickt, sind den Eintrittspreis wert."(Don Collie)



The Fountainhead
USA 1948 Originalfassung 114min
R.: King Vidor
Filmarchitekt: Edward Carrere
D.: Gary Cooper, Patricia Neal, Robert Douglas
Howard Roark (Gary Cooper), Architekt, ist ein einsamer Verfechter der Moderne, der seine Entwürfe ständig gegen Kritik von allen Seiten verteidigen muß. Sein Werk spiegelt eine Mischung verschiedener architektonischer Strömungen wider, von Ludwig Mies bis Frank Lloyd Wright. Als die Fassade eines von ihm entworfenen Wohnkomplexes anders als von ihm geplant gebaut wird, sprengt er diese kurzerhand in die Luft. Die Frage, mit der sich der Film nun beschäftigt, ist natürlich: Durfte er das ? Dazu gibt es noch eine Liebesgeschichte, und überhaupt soll es der stilistisch eigenwilligste Film jener Zeit gewesen sein.



The Hours and Times
USA 1991 60min O.m.U.
R.,B.+K.: Christopher Münch
D.: David Angus, Ian Hart
Im Frühjahr 1963 fuhren John Lennon und Beatles- Manager Brian Epstein für ein paar Tage nach Barcelona um sich in der dortigen "Antonio Gaudi"- Atmosphäre von der Wintertournee der Beatles zu erholen. Der Film zeichnet in diesem kurzen, sehr begrenzten Zeitraum aus der sonst völlig überfüllten Biographie der beiden in recht unspektakulärer Weise Brian Epsteins unglückliche und traurige Liebe zu John Lennon nach.



The Killers
USA 1947 103 Min.
R: Robert Siodmak
D: Burt Lancaster, Edmond O'Brien, Ava Gardner
Burt Lancaster schwitzt in einem schäbigen Hotelzimmer seinem Tod entgegen. Habgier und Verrat ziehen Mord um Mord nach sich, bis kein Verbrecher mehr übrig bleibt, eben Film Noir.



The Memory of Justice
GB/BRD/USA 1973 278 Min
R.: Marcel Ophüls
D.: Yehudi Menuhin, Admiral Dönitz, Albert Speer
Inhalt:
Ausgehend von den Nürnberger Prozessen bis hin zum Vietnamkrieg geht Ophüls der Frage menschlicher Unzurechnungsfähigkeit in Uniform nach. Marcel Ophüls: Seitdem ich mich für diese Art von Kino, die normalerweise `dokumentarisch ' genannt wird (und nicht mehr und nicht weniger dokumentarisch ist als irgendein Film von Lubitsch, Bresson u.a.) interessiere, komme ich immer wieder auf die Idee zurück, das die ausnehmend bourgeoise Einstellung, man könne das, was konventionellerweise `Politik' genannt wird, von anderen menschlichen Aktivitäten wie die Ausübung des Berufs, von Familienleben oder Liebe trennen, daß diese so gebräuchliche Haltung die schlimmste Flucht vor der Wirklichkeit und vor der Verantwortung für das Leben darstellt, die man sich vorstellen kann. Kritik: Der Film ist ein leidenschaftlicher Dialog zwischen dem Instinkt moralischer Anklage und dem Gefühl der Nachsicht. Ophüls beginnt damit, zu untersuchen, wie die Nazis selbst auf die Urteile reagierten. Insgesamt verleitete sie ihr unerschütterliches Selbstvertrauen dazu, diese Urteile abzulehnen oder von sich wegzuschieben. Der 82jährige Admiral Dönitz, der Genius hinter dem U-Boot-Krieg und Hitlers Nachfolger, schüttelt seine Falten und insistiert darauf, daß in der Marine Juden nie diskriminiert worden seien; Prof. Dr. Rose, ein grauhaariger, zurückgezogener Mann, der medizinische `Experimente' in Dachau ausführte, erklärt, daß seine Arbeit humanitären Zwecken dedient habe usw..



The Moderns
USA 1989 124min
R.: Alan Rudolph
D.: Keith Carradine, Linda Fiorentino, Genevieve Bujold, Geraldine Chaplin
Ein realistisches Zeitbild von Paris in den zwanziger Jahren? Wie langweilig! Das muß sich wohl auch Alan Rudolph gedacht haben. Nichts, aber auch gar nix, wirkt realistisch: Die Orte, die Zeit , die Personen, deren Beziehungen - alles fake. Es geht vielmehr um lügen, betrügen, täuschen und fälschen. Nebenbei wird klar, daß die Zwanziger nicht als die Goldenen Zwanziger, sondern als "ein riesengroßes Picknick am 'Rande des Abgrunds'" gesehen werden können. Die Geschichte(n) nachzuerzählen wäre irreführend, denn nichts daran ist so wie es scheint: "Womöglich ist auch The Moderns eine Fälschung."



The Paper
(Schlagzeilen)
USA 1994 110min O.m.U.
R.: Ron Howard
D.: Glenn Close, Michael Keaton, Robert Duvall
Ein Zeitungs- oder genauer Newspaper-Film, d.h. ein Film über die Frage: Wer kriegt bis Redaktionsschluß (oder ein paar Stunden später) die beste und (neuerdings) moralisch einwandfreiste Schlagzeile? Also ein ideales Tummelfeld für eine moderne Screwball-Comedie mit Tempo, schlagfertigen Dialogen, Intrigen, Slapstik und etwas zuviel Sentiment.



The Player
USA 1992 117 Min.
R. Robert Altman
BUCH: Michael Tolkin
D.: Tim Robbins, Greta Scacchi, Fred Ward, Whoopi Goldberg, Dean Stockwell
"Für kommende Generationen von Cineasten wird der Beginn von Robert Altmans "The Player" legendär sein, die berühmten acht Minuten ohne Schnitt, in denen man mit den wichtigsten Gestalten bekannt gemacht, und die Seele der Geschichte erfahren hat, das heißt, man wird zu diesem Kunststück im Kunststück zurückkehren wie zu einem Monument des Filmhandwerks, und man wird sich dazu eine Geschichte erzählen, von einem Filmemacher, der sein Metier ausübte wie ein Gambler, der immer viel riskierte, und immer wieder verlor und immer wieder gewann, ein Filmemacher, der sich in einem konstanten Krieg gegen Hollywood befand, sich, wenn es sein mußte, zurückzog, auf das Fernsehen, auf kleine Theaterfilme, nach Europa, und der triumphal zurückkehrte nach Hollywood mit "The Player". (Georg Seeßlen)




The Purple Rose of Cairo
USA 1984 82min
B+R.: Woody Allen
D.: Mia Farrow, Jeff Daniels, Danny Aiello und kein Woody Allen
Mia Farrow als Serviererin während der Depressionszeit mit dem dazugehörenden deprimierenden Zuhause bleibt nur die Flucht in das Kino. Als dort eines Tages der von ihr verehrte Leinwandheld selbige verläßt und zu ihr ins Publikum steigt, kann sich jeder ausrechnen, daß die folgenden Turbulenzen Woody Allen, der hier nicht mitspielt, um einiges reicher gemacht haben, und richtig: der Film war sein erster Hit seit seiner "frühen, komischen" Phase.

The Last Days of Disco
Whit Stillman benutzte die Ära des hedonistischen Exzesses als Zeitrahmen für den dritten Teil seiner Bourgeois-Bestandsaufnahme, die chronologisch zwischen seinem Debüt "Metropolitan" und dem folgenden "Barcelona" positioniert ist. Seine gleichermaßen einfühlsame und ämusante Milieustudie beobachtet eine lose Clique von jungen Berufsanfängern aus wohlhabendem Elternhaus, deren gesellschaftliches Leben sich in einer dem notorischen "Studio 54" nachempfundenen Discothek abspielt. Gemeinsam - während sich unterschiedliche Pärchen-Konstellationen, Kameradschaftlichkeit und Lästereien ergeben - reflektieren die properen Yuppies (wobei sie vereinzelt nicht vor Drogenkonsum, Geschlechtskrankheit und Arbeitslosigkeit gefeit sind) über existenzielle Lebensfragen und gesellschaftliche Trends. Dabei wird in haarspalterischen Diskussionen - und zur köstlichen Belustigung des Publikums - Disneyklassikern wie Bambi und The Lady and the Tramp psychologisch prägende Signifikanz zugewiesen. (Blickpunkt Film)
USA 1998, 113 Min. R: Whit Stillman. D: Chloë Sevigny, Kate Beckinsale, Chris Eigenman.



The War Zone
Erst vor kurzem sind sie mit ihren Eltern aus London ins beschauliche Devon gezogen: der 15- jährige Tom und seine 18 Jahre alte Schwester Jessie. Rauh und unwirtlich präsentiert sich diese Gegend und mittendrin immer wieder das neue Haus als eine Art Trotzburg gegen die Witterung. Steilküsten und ein ewig schäumendes Meer, alles in Cinemascope. Doch nicht die Natur ist der Kriegsschauplatz, sondern die Familie. Eines Tages entdeckt Tom durch eine zufällige Beobachtung, dass sein Vater und seine Schwester ein Verhältnis miteinander haben. Zur Rede gestellt verneint Jessie dieses Verhältnis und streitet alles ab. Tom verbeißt sich in der Vorstellung , sie sei es, die den Vater verführt und sucht verzweifelt nach Beweisen. „War Zone" ist das Regiedebut von Tim Roth, uns allen als Schauspieler in Filmen wie „Pulp Fiction" oder „Little Odessa" bekannt. Ähnlich wie Gary Oldman, dessen Regiedebut „Nil by Mouth"sich ebenfalls den alltäglichen Geschichten widmet, hat sein Film so gar nichts mit den Actionfilmen, denen er als Schauspieler zur Verfügung steht, zu tun.
GB 98 99 Min. Regie: Tim Roth D.:Ray Winstone, Lara Belmont, Freddie Cunliffe, Tilda Swinton


The Five Senses
Rachel hat Angst vor Beziehungen und erlebt Sexualität nur als Voyeurin. Richard, der Augenarzt wird taub. Er nimmt alle Geräusche gierig in sich auf und legt eine Art akustisches Archiv für die Zeit danach an. Rosa verdient ihr Geld als Designerin von Schmucktorten, die nach nichts schmecken. Sie sieht darin kein Problem, bis sie sich in einen leidenschaftlichen Koch verliebt. Ruth ist Massagetherapeutin, doch hat sie selbst Angst vor dem Fühlen. Robert, der Putzmann ist ziemlich allein und beurteilt Menschen und Situationen nach ihrem Geruch. Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos aus einem Park. Die Suche nach diesem Kind ist der Rote Faden, dem die Geschichte folgt. Er verbindet diese fünf unterschiedlichen Charaktere, die ein Problem mit einem ihrer fünf Sinne haben, durch diesen Sinn aber auch wieder in Erlebnisse schlittern, die es ihnen ermöglichen, sich emotional zu öffnen und sich auf Beziehungen einzulassen. ,,THE FIVE SENSES war für mich immer ein Film über die Schwierigkeiten, die wir auf uns nehmen, wenn wir aus uns herausgehen und versuchen tiefgreifende Beziehungen mit anderen Menschen einzugehen. Diese Reise aus der Einsamkeit in die Zweisamkeit ist geladen mit Risiko und Angst. Angst zu Versagen, vor Zurückweisung, vor gebrochenem Herzen und Angst vor dem Unbekannten. Wie wir diese wichtige Reise antreten - denn die wenigsten sind alleine am glücklichsten - sagt eine Menge darüber aus, wer wir sind und wie wir die Welt wahrnehmen." Jeremy Podeswa
Kanada 1999, 105 Min., R.: Jeremy Podeswa D.: Mary-Louise Parker, Philippe Volter, Gabrielle Rose, Daniel MacIvor, Nadia Litz

 

Traveller

"An ancient, intimate and dark connection exists between murder and politics." Zwei junge "travellers" werden ganz ungefragt miteinander verheiratet und auf eine Reise geschickt. Da befreien sie sich allerdings recht schnell und ein quasi versehentlich begangener Postraub setzt eine Menge in Bewegung...

GB/Irland 1981 80 Min. O.m.U R.: Joe Comerford D.: Judy Donovan, Davy Spillane, Alan Devlin

 

 

Twist

Kanada 1992 78 Min. R.+B.: Ron Mann Mit : Chubby Checker, Hank Ballard, Joan (Buck) Kiene, Jimmy Peatross, Cholly Atkins, Carole (Scaldeferri) Spada, Joe Fusco u.a.

Meine Eltern versuchten sich dran, ich natürlich auch, und selbst mein kleiner Bruder tat es, noch im Kinderwagen sitzend: twisten. Was wir damals nicht wußten, wird im Film gezeigt : Der Twist hatte seinen Ursprung im schwarzen Rhythm'n'Blues, er wurde typischerweise von der weißen Musikindustrie vereinnahmt und als das 'neue Ding' vermarktet. Wie dann auch in Water's 'Hairspray' zu sehen ist, hatten schließlich auch nur Weiße Zutritt zu den legendären Live-Tanzveranstaltungen des Fernsehens. 'Twist' erzählt aber auch, anhand von Interviews und Originalaufnahmen, die Geschichte vor- und nachher, und nicht ohne Häme betrachtet Ron Mann die Verrenkungen, an denen sich die gehobene Mittelschicht später abarbeitete - den 'Fly', den 'Monkey', den 'Elephant Walk'. All dies hatte aber nicht mehr viel mit dem so erfolgreichen Hüftschwung des Twistes zu tun.

 

Trust - Blindes Vertrauen

USA 1991 93 Min R.: Hal Hartley D.: Adrienne Shelly, Martin Donovan

Der Film wirkt anfangs etwas hölzern, wie ein typisches Vorstadtsozialdrama, wird dann aber zielstrebig immer schöner und verspielter. Zwei Außenseiter, die zueinander finden, ein Märchen, ohne, daß dessen Konventionen stören.

 

Turkish Delight

Niederlande 1973 107 Min R.: Rob Houwer D.: Monique van de Ven, Rutger Hauer, Wim van den Brink

Einer der 2-3 Sexfilme, die neben Pasolinis tolldreisten Geschichten aus 1001 Nacht vor langer Zeit durchs Nachtprogramm der besseren Kinos geisterten. Ein Künstler, der gammelt, lernt eine Frau aus besseren Verhältnissen kennen. Die jungen Leute lieben und heiraten einander, doch schließlich geraten sie sich derart in die Haare, daß die Ehe zerplatzt. Schockierend und melodramatisch.

 

Trespass

USA 1992 101 Min. R.: Walter Hill B.: Bob Gale, Robert Zemeckis M.: Ry Cooder D.: Bill Paxton, Ice T, William Sadler, Ice Cube, Art Evans

Auf der Suche nach einem versteckten Goldschatz geraten zwei weiße Provinzfeuerwehrmänner in ein verlassenes Fabrikgebäude in den Slums von St. Louis, nicht wissend, daß dies der Geschäftsraum einer Gruppe schwarzer Drogendealer ist. Walter Hill ('Ja ja, ein paar Leute sind in einen Raum eingeschlossen. Das ist alles.') hat einen Großstadtwestern als Action-Kammerstück inszeniert, bei dem die etwas groß geratene 'Kammer' auch eine wesentliche Rolle spielt. Die Front verläuft anfangs klar zwischen schwarz und weiß : die Eingeschlossenen Eindringlinge, die nie daran zweifeln, daß sie in dieses Haus kommen und sich nehmen dürfen, was ihnen nicht gehört, gegen die hochaufrüstenden Belagerer, die keine Ahnung haben, was diese 'white boys' in ihrer Gegend zu suchen haben (Antwort : Wir wollen doch nur reich werden. Wie alle.), sich aber empfindlich gestört fühlen. Im Laufe des Tages geraten die 'drinnen' und die 'draußen' zunehmend untereinander in den Clinch, was die Situation aber nicht gerade entspannt. Und wer ist der lachende Dritte - wir ahnen es von Anfang an.

Time Of The Gypsies

Jugoslawien 1989 141 Min. R.: Emir Kusturica D.: Davor Dujmovic, Bora Todorovic, Ljubica Adzovic

Gemeinsam mit einem jungen Roma erleben wir eine Initiationsreise in die Welt seines Volkes. Allzuviele Möglichkeiten scheint es für Zigeuner nicht mehr zu geben in der mobilen Gesellschaft, für die der "Ewigreisende" seinen mythlogischen Zauber verloren hat. Ganz und gar ohne romantisierende Verbrämung zeigt Kusturica das Leben einer vom Aussterben bedrohten Lebensform und den Mut eines kleinen Völkchens, das sich beharrlich weigert, sich anzupassen.

Thelma Todd + Zasu Pitts Filme

Von Hal Roach als weibliches Pendant zu Laurel + Hardy ersonnen, entwickelten sie doch in den 30ern ein ziemliches Eigenleben. Zasu Pitts ist einfach eine 1A Komikerin. Wir zeigen das einzig verfügbare Programm mit 4 Kurzfilmen.

USA 1931-33 insges:80min Originalfassungen!


The Usual

USA 1991 80min O.m.U. R.: Eric Tretbar D.: Lisa Todd, Steve Epp, John Crozier

Gibt es einen Hund?

Unser potentieller Sommerhit. 'The Usual' ist eine temperamentvolle Liebesgeschichte, gespickt mit einem Haufen Witze, die angenehm leicht, aber keineswegs belanglos daherkommt und in deren Mittelpunkt Caire steht, eine hübsche junge Frau und deren sich überschneidende Beziehungen. Claire zieht von der Farm ihrer Mutter in die Stadt, wo sie zuerst eine Affäre mit Aldo hat, der aber nach New York geht. Bei ihrem Job im Liquor Lyle's Grill lernt sie die Niete vom Grill kennen: Spike, der schüchterne. Aldo kommt zurück und fertig ist die Dreiecksgeschichte - the usual eben, mal traurig, meist drollig, lakonisch, aber immer erstaunlich: wie mit so einfachen Mitteln, doch recht komplexe Verhältnisse, so präzise beschrieben werden.

PS: Obige Frage ist als Plädoyer für Originalfassungen zu verstehen.