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F - wie Fälschung
(F for Fake/Nothing but the Truth)
Frk/Iran/BRD 73/75 9o Min. Of.
R: Orson Welles
D: Orson Welles, Oja Kodar, Elmyr de Hory,
Ein Film über das Fälschen von Kunst und die Kunst des Fälschens. Ein Filmessay,
eine
Recherche nach dem wahren und dem Warenwert der Kunst. Welles, der als
Zauberkünstler
und als Erzähler auftritt, führt Ermittlungen über den Kunstfälscher Elmyr de Hory.
Die
Reflexion über Kunstfälschung entpuppt sich als Frage nach dem Wesen der Kunst,
diese
wieder als Frage nach der Wahrheit.'Wahrheit ist eine Lüge' sagt Picasso.'Eine Lüge
die
hilft,
Wirklichkeit zu begreifen', ergänzt Welles in
'F - for Fake'. PS: gleich im Anschluß läuft Alan Rudolph's 'The Moderns'. Auch eine
einzige
Fälschung oder nicht?
Face
GB 1997, 105 Min., Regie: Antonia Bird, Darsteller: Robert Carlyle, Ray
Winstone,
Steve Waddington, Damon Albarn
Robert Carlyle (den einige wohl schon aus "Ganz oder gar nicht" oder "Carla's
Song"
kennen)
sehen wir hier als Ray, einem ehemaligen politischen Aktivisten, der sich nun auf
bewaffneten
Raubüberfall spezialisiert hat.
Fahrraddiebe
Ita. 48 88 Min.
R: Vittorio de Sica
D: Lamberto Maggiorani, Enzo Stoiola, Lianella Carell
Für alle die, die neulich in 'The Player' saßen und lediglich fünf Minuten dieses
Meisterwerkes
der Filmgeschichte zu Gesicht bekamen. Aber auch durchaus aktuell, sind mir doch
schon drei
Räder in Kreuzberg abhanden gekommen, bin ich auch arbeitslos und hab mich
schon oft
mit
dem Gedanken getragen mir einfach ein Fahrrad zurückzuklauen.
Fahrradseufzer
Japan 1989 O.m.U. 93min
R.: Sion Sono
D.: Sion Sono, Hiromi Kawanishi
Als Oberschüler haben Shiro und Keita einen druchgeknallten Super-8-Film über ein
Baseballspiel
gedreht. Da sie nicht genug Mitspieler hatten, haben sie einen unsichtbaren Läufer
erfunden, der
"die
Basis hält", während die anderen den Ball schlagen. Dieser Unsichtbare nimmt
immer
mehr
Gestalt
(s.Foto) an und fängt an eigenartige Dinge zu tun.Shiro und Keita schaffen den
Sprung
auf die
Universität nicht, sondern müssen ihren Lebensunterhalt mühsam verdienen. Shiros
Schwester
Katako
versucht ihren Bruder zu ermutigen, sein Leben endlich in die Hand zu nehmen.
Aber er
schafft
es nur,
mit Keita zusammen einen neuen Super8 Film zu machen. Das Unterfangen
scheitert.
Shiro
sieht dies als
letzte Chance zu entfliehen. Er holt das Kostüm hervor, das er trug, als er den
unsichtbaren
Läufer spielte,
und macht sich auf, Keita zu besuchen... Nagisa Oshima kommentiert die
Preisträger
des
Pia-Filmpreises, bei dessen Verleihung er von Anfang an Jurymitglied war: Selbst zu
drehen,
die Kamera
selbst in die Hand zu nehmen, allein das war am Anfang wie eine Manifestation.
Kazuki
Oomori,
Shunichi Nagasaki, Sogo Ishii usw. gehoren zu dieser aufregen- den Anfangszeit.
Das
Merkmal
der
folgenden Phase war die methodische Emeue- rung , die harte innere
Auseinandersetzung und
Reflexion
von Regisseuren, z.B. Naoto Yamakawa. Jetzt ist die Zeit von Anarchie und
Vandalismus,
wie
beim
Werk von Masashi Yamamoto, bei Katsuyuki Hirano und Sion Sono. (Pia Film
Festival,
1988)
Fahrstuhl zum
Schafott
Eine verheiratete Frau plant mit ihrem Liebhaber die Ermordung des
Ehemannes, um
ungestörter zu sein. Leider bleibt der Täter im Fahrstuhl stecken, sein Wagen wird
gestohlen
usw.. Wie im film noir traben hier zwei, die das Glück mit unfairen Mitteln erzwingen
wollen,
von
einem Fettnapf in den nächsten.
Fallen Angels
(Duoluo tianshi) kantonesische OF mit engl. Untertiteln
Hongkong '95 90 Min.
R.: Wong Kar-wai
D.: Leon Lai Ming, Michele Reis, Takashi Kaneshiro, Charlie Young
Bereits seit 155 Tagen arbeitet Killer für Agent. Die Geschäfte könnten nicht besser
laufen,
doch Killer beginnt, sich Fragen über den beruflichen Kodex zu stellen. Agent
(eigentlich
eine
Agentin) kümmert sich um seine Termine, beseitigt die Spuren nach seinen
Einsätzen
und
scheint sich ein bißchen zu viele Sorgen um seinen Lebenswandel zu machen.
Einen
Fremden
zu lieben, ist leichter als den eigenen Boß. Killer muß weiter. Statt eines Liebesbriefs
oder
einer Kündigung hinterläßt er Agent eine Münze mit der Nachricht:"Lied Nr 1818 der
Musikbox", der Titel lautet "Vergiß ihn"....
Familienleben
La vie de famille
F 1984 98 Min. frz.OFm.engl.UT
R.: Jacques Doillon
D.: Sami Frey, Mara Goyet, Juliet Berto, Juliette Binoche
Vater und Tochter auf einer gemeinsamen Reise nach Madrid, die bald zu einem
Machtkampf
wird, in dessen Verlauf der Vater die schmerzliche Erfahrung macht, daß er umso
weniger
Liebe bekommt, je mehr er davon fordert.
Far away
from St.Petersburg
Lettl./Östr. 1992 O.m.U. 79min
R.: Alexander Hahn
D.: Dzintars Belogrudovs, Igor Klass, Zhenja Krjukowa, Larisa Tatunova
Irgendwo zwischen 'Die letzte Nacht des Boris Gruschenko' und noch was anderem
angesiedelte Persiflage über Klischees von der russische Seele, vom Exil, vom
Melodram,
vom
Filmemachen, New York; alles ohne die Worte "Samowar" oder "Leningrad" im Titel
zu
verwenden.
Fargo
USA 1995, 97 Min.
R. Joel Coen, B. Joel und Ethan Coen
D. W. H. Macy,S. Buscemi,P.Stormare,F.Mc-Dormand,H.Presnell
Jerry Lundegard ist Autoverkäufer, gewöhnt zu schachern und zu dealen,
schönzureden
und
zu überreden. Um an das Geld seines stinkreichen Schwiegervaters
heranzukommen,
läßt er
seine eigene Frau entführen.
Fargo ist eine True-Crime-Geschichte, die Morde, die Jerrys abstruser Plan zur
Verbesserung
seiner Wirtschaftslage zur Folge hat, sind 1987 in Minnesota wirklich passiert.
Deshalb
gibt es
auch keine Helden in dieser bösen Ballade, nur schwache, dumme Menschen,
abgesehen
allenfalls von Marge Gunderson, einer Art weiblicher Columbo, die den Fall mit an
Phlegma
grenzendem Stoizismus und Hartnäckigkeit klärt.
Fargo, dieser weißeste aller Filme Noirs ( schon Hitchcock träumte von rotem Blut
im
Schnee
),
schafft seine eigene Welt - mit eigener Sprache, eigener Kleidung, eigener Logik.
Dafür
liebe
ich ihn.
( Robert Fischer in epd Film )
Faster,
Pussycat! Kill! Kill!
USA 1967 75 Min. R.: Russ Meyer D.: Tura Satana, Haji, Lori
Williams
Russ Meyer lebt einmal wieder seine Angstvisionen von der 'Superfrau', die kraft
ihrer
Weiblichkeit die Männer anzieht, um sie dann umzubringen, voll aus:
Die 'Satansweiber von Tittfield' (so der deutsche Titel, als der Film in den hiesigen
Bahnhofskinos lief) leben auf einer Farm in der amerikanischen Provinz. Sie
terrorisieren
die
Bevölkerung, haben Spaß an schnellen Autos und am Männermorden. Das kann auf
die
Dauer
nicht gutgehen. '3 Amazonen gehen hier mit Männern um wie Valerie Solanas', so
Hans
Scheugl in 'Sexualität und Neurose im Film, nun ja, jedenfalls so ähnlich, wie diese
es in
ihrem
Manifest 'SCUM' 3 Jahre später forderte.
Fegefeuer der
Eitelkeiten
USA 1990 125min
R.: B.de Palma
B.: M.Christofer nach dem Roman von Tom Wolfe
D.: Tom Hanks, Bruce Willis, Melanie Griffith
Bitte keine Vergleiche mit einem Buch, das ihr sowieso nur bis zur 400.Seite und
nicht bis
zum
Ende schafft! Dies hier ist die ironisch überzogene, komische, andere Seite von 'Aus
Mangel
an Beweisen', will heißen alle Beteiligten sind korrupt, blöd, naiv oder gar ihrer
Position
verhaftet.
Female Perversions
USA 1995 116 Min. OmU
R : Susan Streitfeld B : S.St., nach dem Roman von Louise J. Kaplan) K : Teresa
Medina M
: Debbie Wiseman D : Tilda Swinton, Amy Madigan, Karen Sillas, Laila Robins,
Clancy
Brown
... er (der Titel des Films) trifft den Inhalt sehr genau. Der Film setzt sich mit der
Natur
der
Frauen, ihren Gefühlen und ihrem physischen Verlangen auseinander und
andererseits
mit
unseren Vorstellungen von Normalität und Perversität. Jeder hat darüber eigene
Vorstellungen.
Diese Aufforderung zur inhaltlichen Auseinandersetzung spiegelt der Titel wider. Er
ist
sicher
für viele provokant, provoziert aber nicht inhaltslos um der Provokation willen. Wenn
er
Zuschauer mit pornographischen oder ähnlichen Vorstellungen ins Kino lockt, dann
um
so
besser, denn ihre Erwartungen werden zerstört. ...'
Soweit Tilda Swinton, die eine ehrgeizige, kurz vor ihrer Ernennung zur Richterin
stehende
Anwältin spielt.Daß sie ihrer Schwester, die wegen Diebstahls verhaftet wurde,
gerade
jetzt
helfen muß, kommt ihr nicht gerade recht.
Susan Streitfelds distanzierte Inszenierung alltäglicher Rituale, verschiedener
Lebensentwürfe
sowie der unterschiedlichen Neurosen' der dargestellten Frauen, ergibt das
lebendige
Bild
eines eigentlich abstrakten Themas.
Feuerland II
Schweiz 1992 103min
R+B.: Clemens Klopfenstein, Remo Legnazzi
D.: Max Rüdlinger, u.a.
10 Jahre später in Feuerland II sieht alles gleich - naja, ähnlich aus. Die Stimmung
ist
schwarz
wie eh und jeh, die Frauen stärker und Max immer noch Reporter. Doch wird jetzt
nicht
mehr
so viel über Politik geredet und neben der obligatorischen Resignation gibt es eine
Prise
Zynismus. Die Hoffnungsträger von 1981 scheinen vom Erdboden verschluckt, statt
von
Weltveränderung oder dadaistischen Pamphleten wird sich über Potenzstörungen
unterhalten.
Zum Schluß kommt noch ein wenig Zauber und Voodoo ins Spiel, um die
(Beziehungs-)
Welt
wieder ins Lot zu bringen. Doch wahrlich, ich sage euch, die nächsten 10 Jahre
werden
nicht
besser.
Few of us
Der Film spielt in einer gottverlassenen Gegend Sibiriens, bewohnt von den
Tofalaren,
einem asiatischen Nomadenvolk, das um 1930 zur Seßhaftigkeit gezwungen wurde.
Durch die Ankunft einer rätselhaften Fremden ( K.G.) gerät das Leben im Dorf
durcheinander.
Doch erzählt uns Bartas nicht wirklich eine Geschichte, sondern zeigt uns
Bruchstücke,
die wir
zusammensetzen können: eine atemberaubend schöne Landschaft, die er liebt,
Nomaden, die,
ihrer Lebensform beraubt, sich dem Alkohol ergeben und läßt in unseren Köpfen
das Bild
der
Persönlichkeit der Heldin entstehen: Die Narben in ihrem Gesicht, die schnellen,
brutalen
Tritte, mit denen sie sich einiger zudringlicher Männer erwehrt, sagen mehr über die
Geschichte dieser Frau als tausend Worte.
R+B. : Sharunas Bartas
K.: Sharunas Bartas, Vytautas Survila, Vaidotas Digimas, Montage :Mingaile
Murmurlaitene,
Ton :Vladimir Golovnitski, D.: Katerina Golubeva, Sergey Tulayev,
Piotr Kishteev, Minoru Hideshima, Yulia Inozemtseva
Filme von Trinh
T.Minh-ha
Trinh T.Minh-ha genießt im Anglo-Amerikanischen Raum große
Aufmerksamkeit
für
ihre
theoretisch-potitich-lyrischen Arbeiten zu women of color und der daraus folgenden
infragestellung
traditioneller Darstellungsformen 'anderer' Kulturen. Sie ist in Vietnam geboren und
Professorin
für
'Women's studies + Film' in Berkley+ San Francisco.
Ihr Film 'Naked Spaces - Living is round' handelt von ländlicher Architektur in
West-Afrika,
'Surname Viet, given name Nam' befragt anhand von interviews Geschichte und
Mythen
zur
Rolle der
vietnamesischen Frauen, 'Shoot for the contents' thematisiert politische und
Kulturelle
Fragen
von Macht
und Veränderung in China nach den Ereignissen am Tiananmenplatz,
'Reassemblage'
erzählt mit
frappierenden Brüchen filmischer Codes das Alltagsleben von Frauen im Senegal.
Alle
Filme
bestechen
durch ihre leuchtende Farbigkeit und sind in ihrer Reflektion dokumentarischer und
fiktiver
Erzählweisen
einzigartig. Die Filme sind zum erstenmal hierzulande zu sehen.
Flame
Zwei junge Frauen beschließen, sich der Befreiungsarmee gegen das
Rhodesische
Regime anzuschließen, ohne recht zu wissen, worauf sie sich einlassen. Nicht nur
das
Leben
im Camp und der Krieg sind hart, zusätzlich müssen sie in diesem
männerdominierten
Terrain
um Gleichberechtigung und Anerkennung kämpfen.
Für die Regisseurin, die in Zimbabwe lebt und arbeitet, ist dies nach mehreren
Dokumentationen der erste Spielfilm. Ingrid Sinclair zur Entstehungsgeschichte :
Nahezu
alle
Ereignisse basieren auf Vorfällen, die mir Ex-Kämpferinnen erzählt haben.
Ursprünglich
hatte
ich einen Dokumentarfilm drehen wollen, aber damit stieß ich auf eine Grenze.
Keine
der
interviewten Frauen war bereit, vor einer Kamera zu wiederholen, was sie mir erzählt
hatte. Sie
fürchteten, es könne gefährlich für sie werden für ihren Job oder sonstwie. ...'
Zimbabwe 1996,90 Min., OmU
R : Ingrid Sinclair, B : I.S., Barbara Jago, Philip Roberts
D : Marian Kunonga, Ulla Mahaka, Norman Madowo, Moise Matura
Flammende Herzen
BRD 77 95 Min.
R: Walter Bockmeyer
D: Peter Kern, Barbara Valentin
Eigentlich sollte das eine Reihe werden, die 'Amerika hin und zurück' heißen sollte,
mit Fil
men
wie z.B. 'Stroszek', 'Per manent Vacation' und 'Überall ist es besser, wo wir nicht
sind'.
Übriggeblieben ist - aus Platzmangel - erst einmal: 'Flammende Herzen', in dem ein
Kioskbesitzer aus Bayern eine New York-Reise im Preis ausschreiben gewinnt. Dort
angekommen, lernt er eine Pornoshow-Tänzerin kennen, verliebt sich ein wenig,
zumal
sie - so
wie er, ein Peter-Kraus- Fan ist, wird mit ihr auf einem deutsch-amerikanischen Okto
berfest
zum Kornblumen-Königspaar gewählt und gewinnt noch - schwubs die wups - bei
einer
Verlosung eine lebendige Kuh...
Zum Schluß stellt sich nur noch die Frage, warum eigentlich nach New York fahren,
wenn wir
auch hier schon einsam sind - oder: macht euch nix vor: überall ist es gleich, wo wir
auch
sind.
Flucht aus
dem Kino "Freiheit"
(Ucieczka Z Kina 'Wolnosc')
Polen 1990 O.m.U.
Erstaufführung
R: Wojciech Marczewski
D: Janusz Gajos, Zbigniew Zamachowski, Teresa Marczewska,
Eine Komödie. Ein Film oder vielmehr seine Darsteller machen sich selbstständig.
Sie
beginnen einen Dialog mit dem Publikum das wiederum begeistert reagiert. Die
staatliche
Zensur ist alamiert, doch unfähig angesichts der Unangreifbarkeit des Zelluloids.
Eine
der lustigsten Szenen ist die offizielle Analyse des Phänomens, die mit dem
Bekenntnis
endet,
daß die Amerikaner wieder einmal die Nase vorn haben. 'Purple Rose of Cairo' wird
zur
Anschauung gespielt und prompt verläßt der Held erneut die Leinwand, diesmal
nicht
in
Richtung Mia Farrow, sondern zu seinen rebellierenden polnischen Kollegen und
das
Chaos ist
perfekt.
Wojciech Marczewski dürfte in Deutschland weitgehend unbekannt sein trotzdem er
bereits 1982
den Silbernen Bären mit dem Film 'Shivers' gewann.
'Flucht aus dem Kino "Freiheit"' sollte als polnischer Beitrag in Cannes laufen wurde
aber
zugunsten der 'Zwei Leben der Veronica' von Kyslowski zurückgezogen. Was
Cannes
nicht
will, können wir schon lange.
Fluchtpunkt
Portugal/Frankreich/Spanien 1993 O.m.U. 92min
R.: Fernando Lopez
D.: Claude Brasseur, Andrea Ferréol, Ana Padrao, Antonio Valero
Ein Mann, ein Pathologe (sic!), wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Plötzlich
erscheint
ihm seine Lebensgeschichte in einem anderen Licht. Wie unter Zwang steigt er
immer
weiter in
sie hinab, um am Ende sich selbst zu begegnen. - Ziemlich morbide, das ganze.
Dazu
fallen
einem Filme ein, die irgendwie eine Verbindung von Begriffen herstellen, wie:
Doppelgänger,
Zeitschleife, Paralleluniversum, Psycho Thrill, Identitätsverlust/suche, also: Die 2
Leben
der
Veronika, Wenn die Gondeln Trauer tragen, und diverse Folgen von Raumschiff
Enterprise.
[Focus]
Kanemura hat ein ausgefallenes Hobby: er belauscht Telefon- und
Funkgespräche. Ein
Fernsehteam macht sich auf, um ihn zu interviewen. Regisseur Iwai legt dabei eine
fast
obszöne
Neugier
an den Tag: er ignoriert Kanemuras Rechte und versucht ihn bloßzustellen, in sein
Privatleben
einzudringen, es zu interpretieren, zu sezieren und eine klischeehafte Geschichte
über
diesen
jungen
Mann zu konstruieren, der vom Abhören genauso besessen ist wie Iwai von der
Manipulation
der
Wirklichkeit. Kanemura hat sich z.B. übers Telefon verliebt, ganz naiv und
platonisch. Als
Iwai
das
mitbekommt, reagiert er darauf mit der ihm eigenen Art von Voyeurismus.
Mit nur einem Schnitt pro Szene und dem Kunstgriff, die Geschehnisse des Films
mit
der
Kamera des
Fernsehteams aufzunehmen, erzeugt er beim Zuschauer die Illusion, unmittelbar
dabei zu
sein,
macht ihn
zum Komplizen: Iwai und Kanemura sind unsere Geschöpfe - meint Satoshi; ihre
einzigen
Rollen sind
die des Benutzers und des Benutzten in einem Film, dessen letzte Steigerung
geistige
Erniedrigung und
Tod ist." Mark Schilling
Japan 1996, OmU, 73 Min.; Regie: Satoshi Isaka, Darsteller: Tadanobu Asano,
Keiko
Unno,
Akira Shirai
Fool for Love
USA 1985 107min
R.: Robert Altman
B.: Sam Shepard
M.: Sandy Rogers
D.: Sam Shepard, Kim Basinger, Harry Dean Stanton
Die schäbigen Hütten eines Motels am Rande der Wüste bilden die Arena für ein
Paar,
daß
sich in Haßliebe zerfleischt. Voneinander lassen können sie nicht, die Wüste hält sie
auf,
außerdem sind sie Geschwister und natürlich "Verrückt nach Liebe". So müssen sie
sich
eben
hassen.
Chaotisch und sehr gesprächig - eben Robert Altman.
Frame up
USA 1993
R. B. K.: Jon Jost
D.: Nancy Carlin, Ricky-Lee Gruber
91 Min.
Ein ziemlich proletarisches Päärchen auf der Reise durch die USA, zunächst ziellos,
dann nach
Kalifornien - ihrem Traumland.
Eigentlich läßt sich die Geschichte von 'Frame up' nicht so einfach erzählen. Die
Machart
des
Films ist sehr entscheidend: Durch Dekonstruktion des konventionellen
amerikanischen
Films
und die Neuzusammensetzung der einzelnen Teile ( Hallo Tarantino- du
Waisenknabe
),
erschafft Jon Jost eine andere Welt, die nicht von der Freiheit des einzelnen,
sondern
vom Ein
- bzw. Ausgeschlossensein erzählt. Das alles entbehrt nicht einer gewißen Komik,
schafft
aber
vor allem Distanz - also ein analytisch-soziologischer Blick vielleicht? Spätestens am
Ende
merkt man dann doch, wie nah man den Personen eigentlich war.
Frankie,
Jonnie und die anderen
BRD 1993 90 Min.
R.: Hans-Erich viet
D.: Detlef Kuper, Paul Herwig, Marco Meulenkamp u.a.
Ein nettes neues Genre haben wir da: Den Friesenfilm. Langsame Kamerafahrten
durch
schönes plattes, Land, liebenswürdiger Dialekt, Humor, so staubtrocken wie gut
abgelagerter
Torf und eine erstaunliche Nähe zur drögen Realität. Buck hat mit "Erst die Arbeit
und
dann?"
einen furiosen Start hingelegt, um dann mehr und mehr im Mittelmaß zu versinken,
sodaß wir
inzwischen meinen: Der Viet kann das besser! und nach "Schnaps im
Wasserkessel"
einen
weiteren Film von ihm (diesmal einen Spielfilm) anbieten:
Fünf junge Männer auf der ständigen Flucht vor der Langeweile üben sich im
Wattenmeer in
einer asiatischen Kampftechnik und tapern auf der Suche nach dem Abenteuer im
Alltag
von
einer Bredouille in die andere.
Wer weiß, wie langweilig das Leben sein kann,muß diesen sympathischen Trotteln
einfach die
Daumen drücken, schon allein deshalb, weil sie so schön inbrünstig die
Internationale
singen
können.
Wir halten zu dieser friesischen Kommödie Tee bereit, auch ein paar Schachteln
Jever-Bier
sind kaltgestellt, und wer Beck's trinkt, fliegt natürlich 'raus.
Frau Bu lacht
BRD 1995, 90 Min.
R.: Dominik Graf, B.: Günter Schütter
D.: Miro Nemec, Udo Wachtveitl, Anna Villadolid
.Der Konditor Mauritz wird erschossen. Nachdem die beiden Kommissare, Ivo Batic
und
Franz
Leitmayr, an der Arbeitsstelle von Mauritz keine verwertbaren Hinweise finden, wird
seine
thailändische Ehefrau Sita zur Hauptverdächtigen. Nach dem Tod ihres Mannes
droht
der
jungen Frau die Abschiebung.
" Das Beste zum Schluß: Dominik Graf hat sich zurückgemeldet...All die
inszenatorische
Leichtigkeit...ist hier in jeder Szene, in jeder Einstellung vorhanden-trotz der
schwergewichtigen
Themen Kinderhandel und Kindesmißbrauch...Ausgerechnet ein `Tatort` besaß die
größten
Kinoqualitäten..."
(... schwärmt Volker Gunske im Tip )
Dummerweise gibt es keine geeignete Filmkopie, drum zeigen wir ihn mit Hilfe einer
Videogroßprojektion
Freak Orlando
BRD 1981 126min
R.+B.+K. Ulrike Ottinger
D.: M.Montezuma,D.Seyrig, H.Uschiyama, E.Constantine,F.Magnani
Ein Episodenfilm über 'Irrtümer, Inkompetenz, Machthunger, Angst, Wahnsinn,
Grausamkeit
und Alltag.' Ein hübsches Durch- und Ineinander rund um den Teufelsberg.
Freaks
USA 1932 64 Min.
R: Tod Browning
D: Wallace Ford, Olga Baclanova, Leila Hyams
Ein ausgesprochen schöner Märchenfilm über mißglückte Liebe zwischen
Liliputaner
und
Trapezkünstlerin. Sie will sein Geld und dringt Zähne bleckend in die Gemeinschaft
der
'Freaks' ein, deren Wärme und Menschlichkeit sie mit ihrer finsteren Schurkigkeit
ausnutzt um
ihn zu heiraten, zu vergiften und das Geld mit einem Grobklotz durchzu bringen.
Wir warten derweil auf die Rache der Schwachen, Unter drückten, die schließlich in
einem
furiosen Alptraum gipfelt.
Fremde Stadt
BRD 1972 106min
R.: Rudolph Thome
D.: Eva Kinski, Roger Fritz, Karin Thome
Schwarz-Weiß Krimi über einen Bankräuber, der sein Geld verliert, wie das
Bankräuber
in
Thomes Filmen so tun. "Ein Kassenerfolg liegt in der Luft", spürt damals der
"Spiegel",
aber
das finanzielle Desaster von "Fremde Stadt" beendete vorläufig Thomes Karriere
und
seinen
Versuch eine deutsche B-Film Tradition zu schaffen.
From dusk till dawn
USA 1995, 108 Min.
R.: Robert Rodriguez
B.: Quentin Tarrantino"D.: Harvey Keitel, Juliette Lewis, Quentin Tarrantino,
George
Clooney"Das Ganze beginnt wie die x-te Version des beliebten
Serienm"rderroadmoviemaniacfilms, sehr liebevoll und ebendrum sehr zynisch, bis
denn
die
gute Pfarrersfamilie (Vater Harvey Keitel und Tochter Juliette Lewis) die Killer über
die
Grenze
und in eine übelste Spelunke bringt, wo sich der Film in einen Vampirfilm
verwandelt.
Wobei
Vampire hier nicht grade aristokratische Transsylvaner sind, sondern eher eine Art
Alternativbetrieb, der es sich in der Nische 'Trucker und Biker aussaugen' gemütlich
gemacht
hat. Der Rest ist ein munteres mutieren, bei en , wieder mutieren, metzeln, sonstwie
gemein
sein und Anti-Vampirwaffen erfinden ("Was wissen wir eigentlich über Vamire?)
Früchte
paradiesischer Bäume
CSSR 1969 ca.100 Min. O.m.engl.U.
R.: Vera Chytilova
K.: Jaroslav Ku era
Die Geschichte von Adam und Eva neu erzählt. Diesmal ist es nicht Gott, der sie
aus
dem
Paradies vertreibt, weil sie vom Baum der Erkenntnis aßen, sondern sie selbst
katapultieren
sich durch ihre Sehnsucht nach Wahrheit aus dem paradiesischen Zustand. Vehikel
für
die
eigenwilligste Verfilmung dieser Bibelgeschichte ist ein Dreiecksverhältnis zwischen
Adam,
Eva
und Robert, erzählt mit den experimentellen Bildern und Klängen der 60er Jahre
(typisch
besonders die zehnminütige psychedelische Bilderflut am Anfang) voller
Anspielungen
und
Symbole -da wäre z.B. der häufige Einsatz der Farbe Rot- ...aber seht am besten
selbst!
Funny Bones
GB 1994 128 Min.
R.: Peter Chelsom
D.: Oliver Platt, Lee Evans, Jerry Lewis
Ein amerikanischer Komiker, über den niemand lacht, reist nach Blackpool, um
Gags
zu
kaufen. Dabei lernt er seinen Halbbruder kennen. Weniger um diese minimalistische
Geschichte geht es jedoch, als darum, das Komikermilieu liebevoll vorzustellen.
Zu sehen gibt's dann jede Menge traurige Komiker, was den Schluß nahelegt, daß
der
am
besten trösten kann, dem das Leben selber übel mitgespielt hat.
Funny Games
Östr. 1996, 103 Min.
R.+B.: Michael Haneke
K.: Jürgen Jürges
D.: Susanne Lothar, Ulrich Mühe, Arno Frisch, Frank Giering
Eine Familie (Vater, Mutter, Sohn) fährt zu ihrem noblen Wochenendhaus,
bestens gelaunt und in Erwartung einiger erholsamer Tage. Dann steht plötzlich
der, ihnen bis dahin unbekannte, Besucher der Nachbarn vor der Tür. Unbeholfen
und schüchtern möchte er ein paar Eier borgen. Später will er und sein Kumpel die
Familie nach und nach umbringen, nicht ohne vorher noch grausamst Katz und
Maus mit ihnen zu spielen.
Funny Games funktioniert wie ein Thriller. Man sitzt in den Sessel gepresst und
hofft, und sucht nach einem Ausweg. Normalerweise gibt es den im Film dann
auch. Hier nicht. Und so kriegt die dargestellt Gewalt, statt sich in kontrolliertem
Wohlgefallen aufzulösen, eine beunruhigende Wirklichkeit.
"Ich versuche Wege zu finden, um Gewalt als das darzustellen, was sie immer ist,
als nicht konsumierbar. Ich gebe der Gewalt zurück, was sie ist: Schmerz, eine
Verletzung anderer." Michael Haneke
Familles je vous hais
Der Vater ein rechtsradikaler Aktivist, die Mutter eine untreue Ehefrau, das
Familienleben geprägt von Intoleranz, Lügen und Verstellung. Kein Wunder, daß
Jessica auch an der Aufrichtigkeit der Gefühle zweifelt, die der Barkeeper Thierry für
sie hegt. Als ihr Vater seinen Angestellten und Parteigänger Regis mit nach Hause
bringt, stellt Jessica sich und ihre Umwelt auf eine harte Probe... Bruno Bontzolakis
Spielfilm handelt von jungen Menschen, die in der intoleranten, von wirtschaftlichen
Problemen geprägten Umgebung einer nord- französischen Provinzstadt ihren Platz
und ihre Haltung suchen; ein genau beobachtender und in all seiner Lakonie
anrührend erzählter Film.
Frankreich 1997, 78 min., OmeU, Buch/Regie: Bruno Bontzolakis, Darsteller:
Caroline Trousselard, Denis Cacheux