Tierra

Der nach “Das rote Eichhörnchen” und vor “Die Liebenden des Polarkreises” entstandene “Tierra” von Julio Medem (“Vacas”, “Lucia und der Sex”) spielt auf dem platten Land. Rote Erde und krummgewachsene Rebstöcke erinnern ein wenig an die Kargheit der Mondoberfläche.  Hierhin verschlägt es Ángel, der als Schädlingsbekämpfer den Asseln beikommen soll, die die Erde der Weinberge auflockern und dadurch dem Getränk seine lokale Note verleihen. Ángel ist hier als Fremder isoliert, verstrickt sich aber schnell in zwei leidenschaftliche Affären, die seine gespaltene Persönlichkeit beschäftigen. Jede seiner Hälften fühlt sich natürlich zu jeweils einer der Frauen hingezogen, was ihn in konfuse Situationen stürzt. Medem vermischt Melodram und Thriller, die einfache Geschichte wird durch ihre Details komplex und spannend, die pathetischen Momente erscheinen durch die humorvolle Art des Erzählens so unpathetisch wie der Surrealismus der Handlung ganz normal daherkommt.  
“Die Hauptfiguren seiner Filme befinden sich immer in Lebenskrisen, vor entscheidenden Wendepunkten in ihrem Leben, in Grenzsituationen zwischen Leben und Tod. Die inneren Konflikte projiziert Medem nach außen - in Form surrealer Geschichten, die an David Lynch erinnern, und mit einer poetischen Bildsprache, deren Traumverwandtschaft auf den Einfluss Sigmund Freuds zurückgeht.” (R. Zemski)

Spanien 1996
118 Min.
spanische OmU
R.+B.: Julio Medem
D.: Emma Suárez, Carmelo Gómez, Karra Elejalde, Silke

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