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schwarz-weiße Kurzfilm ‘Der Perfekte Mensch’ von 1967, der die
Konstruktion des perfekten Konsummenschen ironisch ins Bild setzt, ist
in Dänemark eine Art Kultfilm, den auch Lars von Trier liebt. Im
Jahr 2000 macht er dem Regisseur ein Angebot für einen neuen Film : — Original Message —— From: Jorgen Leth Date: 28. november 2000 15:58 To: Lars Von Trier Cc: Carsten Holst Subject: Re: The Five Obstructions / benspænd Lars Von Trier wrote: Lieber Jørgen, Die Herausforderung / Der Film, den du lösen / machen sollst heißt: The five obstructions. Als Ausgangspunkt möchte ich, dass du mir einen 12-Minuten Film zeigst, den du gemacht hast - The Perfect Human Being. Wir werden uns den Film gemeinsam ansehen und über ihn reden - dann werde ich Beschränkungen, Befehle oder Verbote bestimmen, was bedeutet, dass du den Film vollkommen neu wirst machen müssen. Das werden wir fünf Mal machen - daher der Titel. Ich fände es natürlich, wenn unsere Gespräche Teil des Gesamtfilms würden - gemeinsam mit den fünf kleinen Filmen. Ich hoffe, Du bist mit dem Angebot einverstanden. Vielleicht sollten wir uns über das Thema des ersten Films einigen? Natürlich hätten wir den meisten Spaß, wenn das Thema eine Person wäre, die uns die größtmögliche Differenz zwischen Film eins und Film fünf ermöglichte. Lass mich wissen, was du davon denkst. Schreib bitte. Viele Grüße Lars —————-————————- Re: The Five Obstructions Lieber Lars, ich finde die Aufgabe sehr verlockend. Ich kann eine interessante Entwicklung zwischen Film eins und Film fünf sehen, den Weg um die Hindernisse herum, die Gespräche, ich bin mir sicher, wir werden einiges herauskriegen. Es ist aufregend. Ich warte auf deine Obstruktionen. Wirklich, ich mag die Idee, etwas nach Bedingungen zu verändern, anzupassen und zu reduzieren. Ich akzeptiere die Herausforderung. Viele Grüße Jørgen Das Ergebnis des Experiments zu sehen ist sehr vergnüglich, die Entstehung der einzelnen Filme, die Diskussionen zwischen den beiden. Die Hindernisse umgeht Leth zuerst virtuos, sie scheinen ihn geradezu zu beflügeln. Schon beim zweiten Film jedoch ist von Trier nicht zufrieden, und überlegt sich Bestrafungen in Form von neuen Auflagen. Plötzlich merkt man, was Trier beabsichtigt: Er will zeigen, dass Kunstfertigkeit ein Schutz ist. „Das ist eine Therapie und keine filmische Konkurrenz“, sagt er einmal, und macht damit auf überraschend ergreifende Weise deutlich, worum es beim Filmemachen gehen soll: um die persönliche Wahrheit. |
>De Fem Benspænd< DK 2001-2003, 90 Min OmdU R: Jørgen Leth und Lars von Trier K: Dan Holmberg Dokumentarfilm / Spielfilm mit Jørgen Leth, Lars von Trier,Alexandra Vandernoot, Patrick Bauchau, Claus Nissen, Maiken Algren, Daniel Hernández Rodríguez, Jacqueline Arenal weitere Filme von Lars van Trier u.a.: Dogville, Idioten, Dancer in the Dark, The Element of Crime Verleihwebseite |