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[über den Film] [Pressematerial] Inhalt Zweiter Teil der Trilogie Profils paysans Die ländlichen Gebiete von Lozère, Ardèche und Haute-Loire liegen in den Bergen im Zentrum von Frankreich; sie sind bekannt für ihre Landwirtschaft. Heute jedoch werden die vormals von Familien betriebenen Bauernhöfe in dieser Region aufgrund von Verordnungen der Europäischen Union zunehmend in luxuriöse Landsitze umgewandelt. Die landwirtschaftliche Industrie in Frankreich wurde inzwischen überwiegend monopolisiert und liegt in den Händen weniger Großkonzerne. Junge Bauern, die sich in diesen Gebieten niederlassen möchten, sind permanent mit bürokratischen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. In LÄNDLICHE ANSICHTEN: DER ALLTAG bezeugt Raymond Depardon den Bäuerinnen und Bauern seinen Respekt, die trotz der sich wandelnden Zeiten an einer Lebensweise festhalten, die es ohne sie nicht mehr gäbe. geboren. Nach einer Lehre als Photograph arbeitete er weltweit für die Agentur Dalmas in Paris. 1963 drehte er seinen ersten Dokumentarfilm. 1966 gründete er zusammen mit Gilles Caron die Agentur Gamma. Als Sonderkorrespondent des Fernsehens machte er Dokumentarfilme. Ab 1978 arbeitete er für die Photo-Agentur Magnum. 1981 gründete er die Produktionsfirma ‘Double D Copyright Films’. Mit Empty Quarter, une femme en Afrique (1985) und La captive du désert (1989) wendete er sich auch dem Spielfilm zu. Zusammen mit Claudine Nougaret gründete Depardon 1992 die Produktionsfirma ‘Palmeraie et désert’. Seit 1969 stellte Depardon in mehreren Ausstellungen Photos aus, 1991 erhielt er den Grand Prix National de la Photographie. Außerdem veröffentlichte er verschiedene Photobücher, u.a.: ‘Chili’ (1974), ‘Tchad’ (1977), ‘Le désert américain’ (1983), ‘Les fiancés de Saigon’ (1986), ’Depardon/Cinéma’ (1993), ‘La colline des anges’ (1993), ‘Return to Vietnam’ (1994), ‘La Ferme du Garet’ (1995), ‘La Porte des larmes’ (1996), ‘En Afrique’ (1996). Filme / Films 1963: Venezuela. 1967: Israël. 1968: Biafra. 1969: Jan Palach. 1970: Tchad (1): L’Embuscade. 1973: Yemen. 1974: 50,82% (von Giscard d’Estaing nicht zur Aufführung freigegeben; der Film kam erst 2001 unter dem Titel 1974, Une partie de campagne in die Kinos). 1975/76: Tchad (2), Tchad (3). 1976: Tibesti too. 1977: Numéros zéro. 1980: Dix minutes de silence pour John Lennon (Ten Minutes of Silence for John Lennon), San Clémente. 1981: Reporters. 1982: Piparsod. 1983: Faits divers (News Items; Forum 1984). 1984/85: Les années déclic (The Declic Years), Empty Quarter, une femme en Afrique (Empty Quarter, a Woman in Africa). 1986: New York, N.Y. 1988: Le petit navire, Urgences (Emergencies). 1989: Une histoire très simple, La captive du désert (Captive of the Desert). 1990: Contacts. 1991: Carthagena (in Contre l’oubli). 1993: Face à la mer. 1994: Montage, Délits Flagrants (Caught in the Act; Forum 1996). 1995: Lumière et compagne (Lumière and Company), A props de Nice, la suite. 1996: Afriques: Comment ça va avec la douleur? (Africa, How Are You With Pain?; Forum 1997), Muriel Lefèvre. 1997: Bolivie. 1998: Paris. 1999: Déserts. 2000: Profils paysans I: l’approche. 2001: 1974, une partie de campagne. 2002: Un homme sans l’occident (Untouched By the West). 2003: 10e chambre, instants d’audience (The 10th District Court: Moments of Trials). 2005: PROFILS PAYSANS: LE QUOTIDIEN. QUOI DE NEUF AU GARRET. Regie: Raymond Depardon Land: Frankreich 2005. Produktion: Palmeraie et Désert (Clamart), Canal+ (Paris). Kamera: Raymond Depardon. Ton, Produzentin: Claudine Nougaret. Schnitt: Simon Jacquet. Format: 35mm, 1:1.66, Farbe. Länge: 85 Minuten, 24 Bilder/Sekunde. Sprache: Französisch. OmU Uraufführung: 12. Februar 2005, Internationales Forum, Berlin. Pressematerial: www.kinopresseservice.de zurück nach oben Die Arbeit an dem Buch ‘La ferme du Garet’ gab mir die willkommene Gelegenheit, meine Kindheit ‘aus mir herauszuholen‘, die sehr lang und glücklich war und sich auf einem Bauernhof am Stadtrand von Villefranche-sur-Saône abspielte. Das Buch tat mir einen großen Gefallen, denn es verschaffte mir die Gelegenheit, mich mit dem komplizierten Thema der Welt der kleinen Bauern zu beschäftigen, ohne dabei zu sentimental oder zu nostalgisch zu werden. Das heißt allerdings nicht, dass ich der Landbevölkerung gleichgültig gegenüberstand. Ich filme Menschen, die in einer anderen Welt leben und zu einer Minorität geworden sind. Nachdem ich mehrere Jahre lang nach Drehorten gesucht hatte, entdeckte ich Menschen, die extrem abgeschieden auf mittlerer Höhe in den Bergen leben. Manchmal sieht man Plakate von ihrem Tal, auf dem Wanderwege empfohlen werden oder landwirtschaftliche Produkte wie Honig oder Ziegenkäse. Die Menschen dort sind schwer zu finden, aber wir waren uns sicher, dass sie äußerst symphatisch sein würden. Sie stehen in keiner Statistik und werden von Bauernverbänden übergangen, weil sie nicht repräsentativ genug sind. Schüchternen, stillen Menschen muss man eine Gelegenheit geben, sich zu äußern. Wir sollten nicht immer nur gesprächigen Menschen zuhören oder Großmäulern oder denen, die sich gut ausdrücken können. Wir sollten auch Menschen filmen, die auf den ersten Blick weniger anziehend sind, Menschen, die schon älter oder sogar sehr alt sind, wirkliche Persönlichkeiten – oder auch junge Menschen voller Energie, die entschlossen sind, ihre landwirtschaftlichen Betriebe ohne jede Ideologie zu führen. In LÄNDLICHE ANSICHTEN: DER ALLTAG gibt es ein freudiges Wiedersehen mit Marcel und Raymond Privat, zwei Brüdern, die einen Bauernhof in den Cevennen bewirtschaften, sowie mit ihrem Neffen Alain und ihrer Nichte Monique, die den Besitz eines Tages übernehmen werden. Außerdem besuchen wir Paul Argaud, einen schweigsamen Bauern mit acht Kühen in der Haute-Loire, wo der Nordwind pfeift. Anschließend überraschen wir Paulette und Robert Maneval, die jetzt in einer Wohnanlage in Chambon-sur-Lignon leben und gerade Kaffee trinken … Ihr Hof wurde verkauft! Auch eine neue Bekanntschaft haben wir gemacht: Die zweiundzwanzigjährige Amandine Gagnaire kämpft darum, ihre Illusionen mit der harten Wirklichkeit unter einen Hut zu bringen, und ist entschlossen, nie wieder in ihr früheres Leben in den Vorstädten von Lyon zurückzukehren. Im kleinen Weiler Grizac ist Jean-François Pantel äußerst zufrieden mit den Viehbeständen, die er endlich sein eigen nennt. Nun muss er nur noch einen passenden Platz zum Leben finden... einen der ehemaligen Bauernhöfe am Fuße des Mont Lozère, die inzwischen zu Zweitwohnsitzen umgebaut worden sind. Raymond Depardon zurück nach oben Links: Interview mit Raymond Depardon |