Ländliche Ansichten: Der Alltag


[Inhalt] [Biofilmographie] [Credits] [Kritiken] [über den Film] [Pressematerial]



Inhalt


Zweiter Teil der Trilogie Profils paysans
Die ländlichen Gebiete von Lozère, Ardèche und Haute-Loire liegen in
den Bergen im Zentrum von Frankreich; sie sind bekannt für ihre
Landwirtschaft. Heute jedoch werden die vormals von Familien betriebenen
Bauernhöfe in dieser Region aufgrund von Verordnungen
der Europäischen Union zunehmend in luxuriöse Landsitze umgewandelt.
Die landwirtschaftliche Industrie in Frankreich wurde inzwischen
überwiegend monopolisiert und liegt in den Händen weniger Großkonzerne.
Junge Bauern, die sich in diesen Gebieten niederlassen
möchten, sind permanent mit bürokratischen und finanziellen Schwierigkeiten
konfrontiert.
In LÄNDLICHE ANSICHTEN: DER ALLTAG bezeugt Raymond Depardon
den Bäuerinnen und Bauern seinen Respekt, die trotz der sich wandelnden
Zeiten an einer Lebensweise festhalten, die es ohne sie nicht
mehr gäbe.

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 Raymond Depardon Raymond Depardon

Biofilmographie 

Raymond Depardon wurde am 6. Juli 1942 in Villefranche-sur-Saône
geboren. Nach einer Lehre als Photograph arbeitete er weltweit für
die Agentur Dalmas in Paris. 1963 drehte er seinen ersten Dokumentarfilm.
1966 gründete er zusammen mit Gilles Caron die Agentur
Gamma. Als Sonderkorrespondent des Fernsehens machte er Dokumentarfilme.
Ab 1978 arbeitete er für die Photo-Agentur Magnum.
1981 gründete er die Produktionsfirma ‘Double D Copyright Films’.
Mit Empty Quarter, une femme en Afrique (1985) und La captive du
désert (1989) wendete er sich auch dem Spielfilm zu. Zusammen mit
Claudine Nougaret gründete Depardon 1992 die Produktionsfirma
‘Palmeraie et désert’.
Seit 1969 stellte Depardon in mehreren Ausstellungen Photos aus,
1991 erhielt er den Grand Prix National de la Photographie. Außerdem
veröffentlichte er verschiedene Photobücher, u.a.: ‘Chili’ (1974),
‘Tchad’ (1977), ‘Le désert américain’ (1983), ‘Les fiancés de Saigon’
(1986), ’Depardon/Cinéma’ (1993), ‘La colline des anges’ (1993), ‘Return
to Vietnam’ (1994), ‘La Ferme du Garet’ (1995), ‘La Porte des
larmes’ (1996), ‘En Afrique’ (1996).

Filme / Films
1963: Venezuela. 1967: Israël. 1968: Biafra. 1969: Jan Palach. 1970:
Tchad (1): L’Embuscade. 1973: Yemen. 1974: 50,82% (von Giscard
d’Estaing nicht zur Aufführung freigegeben; der Film kam erst 2001
unter dem Titel 1974, Une partie de campagne in die Kinos). 1975/76:
Tchad (2), Tchad (3). 1976: Tibesti too. 1977: Numéros zéro. 1980: Dix
minutes de silence pour John Lennon
(Ten Minutes of Silence for John
Lennon), San Clémente. 1981: Reporters. 1982: Piparsod. 1983: Faits
divers
(News Items; Forum 1984). 1984/85: Les années déclic (The Declic
Years), Empty Quarter, une femme en Afrique (Empty Quarter, a Woman
in Africa). 1986: New York, N.Y. 1988: Le petit navire, Urgences (Emergencies).
1989: Une histoire très simple, La captive du désert (Captive of
the Desert). 1990: Contacts. 1991: Carthagena (in Contre l’oubli). 1993:
Face à la mer. 1994: Montage, Délits Flagrants (Caught in the Act;
Forum 1996). 1995: Lumière et compagne (Lumière and Company), A
props de Nice, la suite
. 1996: Afriques: Comment ça va avec la douleur?
(Africa, How Are You With Pain?; Forum 1997), Muriel Lefèvre. 1997:
Bolivie. 1998: Paris. 1999: Déserts. 2000: Profils paysans I: l’approche.
2001: 1974, une partie de campagne. 2002: Un homme sans l’occident
(Untouched By the West). 2003: 10e chambre, instants d’audience (The
10th District Court: Moments of Trials). 2005: PROFILS PAYSANS: LE
QUOTIDIEN. QUOI DE NEUF AU GARRET.

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Credits

"Profils paysans: Le quotidien"
Regie: Raymond Depardon
Land: Frankreich 2005. Produktion: Palmeraie et Désert (Clamart), Canal+ (Paris).
Kamera: Raymond Depardon.
Ton, Produzentin: Claudine Nougaret.
Schnitt: Simon Jacquet.
Format: 35mm, 1:1.66, Farbe. Länge: 85 Minuten, 24 Bilder/Sekunde. Sprache: Französisch. OmU Uraufführung: 12. Februar 2005, Internationales Forum, Berlin.

Pressematerial: www.kinopresseservice.de


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Der Regisseur über den Film

Die Arbeit an dem Buch ‘La ferme du Garet’ gab mir die willkommene
Gelegenheit, meine Kindheit ‘aus mir herauszuholen‘, die sehr lang
und glücklich war und sich auf einem Bauernhof am Stadtrand von
Villefranche-sur-Saône abspielte. Das Buch tat mir einen großen Gefallen,
denn es verschaffte mir die Gelegenheit, mich mit dem komplizierten
Thema der Welt der kleinen Bauern zu beschäftigen, ohne
dabei zu sentimental oder zu nostalgisch zu werden. Das heißt allerdings
nicht, dass ich der Landbevölkerung gleichgültig gegenüberstand.
Ich filme Menschen, die in einer anderen Welt leben und zu einer
Minorität geworden sind. Nachdem ich mehrere Jahre lang nach Drehorten
gesucht hatte, entdeckte ich Menschen, die extrem abgeschieden
auf mittlerer Höhe in den Bergen leben. Manchmal sieht man
Plakate von ihrem Tal, auf dem Wanderwege empfohlen werden oder
landwirtschaftliche Produkte wie Honig oder Ziegenkäse. Die Menschen
dort sind schwer zu finden, aber wir waren uns sicher, dass sie
äußerst symphatisch sein würden. Sie stehen in keiner Statistik und
werden von Bauernverbänden übergangen, weil sie nicht repräsentativ
genug sind.
Schüchternen, stillen Menschen muss man eine Gelegenheit geben,
sich zu äußern. Wir sollten nicht immer nur gesprächigen Menschen
zuhören oder Großmäulern oder denen, die sich gut ausdrücken können.
Wir sollten auch Menschen filmen, die auf den ersten Blick weniger
anziehend sind, Menschen, die schon älter oder sogar sehr alt
sind, wirkliche Persönlichkeiten – oder auch junge Menschen voller
Energie, die entschlossen sind, ihre landwirtschaftlichen Betriebe ohne
jede Ideologie zu führen.
In LÄNDLICHE ANSICHTEN: DER ALLTAG gibt es ein freudiges Wiedersehen
mit Marcel und Raymond Privat, zwei Brüdern, die einen Bauernhof
in den Cevennen bewirtschaften, sowie mit ihrem Neffen Alain
und ihrer Nichte Monique, die den Besitz eines Tages übernehmen
werden. Außerdem besuchen wir Paul Argaud, einen schweigsamen
Bauern mit acht Kühen in der Haute-Loire, wo der Nordwind pfeift.
Anschließend überraschen wir Paulette und Robert Maneval, die jetzt
in einer Wohnanlage in Chambon-sur-Lignon leben und gerade Kaffee
trinken … Ihr Hof wurde verkauft!
Auch eine neue Bekanntschaft haben wir gemacht: Die zweiundzwanzigjährige
Amandine Gagnaire kämpft darum, ihre Illusionen mit der
harten Wirklichkeit unter einen Hut zu bringen, und ist entschlossen,
nie wieder in ihr früheres Leben in den Vorstädten von Lyon zurückzukehren.
Im kleinen Weiler Grizac ist Jean-François Pantel äußerst zufrieden
mit den Viehbeständen, die er endlich sein eigen nennt. Nun muss er
nur noch einen passenden Platz zum Leben finden... einen der ehemaligen
Bauernhöfe am Fuße des Mont Lozère, die inzwischen zu
Zweitwohnsitzen umgebaut worden sind.
Raymond Depardon

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Links:

 
Kritik auf jump-cut.de

Kritik aus der TAZ

Kritik aus dem Tagesspiegel

Interview mit Raymond Depardon






 
 

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