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FISH AND ELEPHANT ist der erste in China gedrehte
Film über die emotionale und sexuelle Beziehung zwischen zwei
Frauen. Die Geschichte spielt im heutigen China und handelt von Xiao
Qun und von Xiao Ling, die sich beide nach einer glücklichen
Beziehung sehnen. Xiao Qun arbeitet als Elefantenwärterin im
Zoo; Xiao Ling hat ein kleines Bekleidungsgeschäft. Die beiden
lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Als Xiao Quns Mutter
bei ihrer Tochter einzieht, wird das Leben der beiden frisch Verliebten
ziemlich beeinträchtigt. Xiao Quns Mutter möchte
unbedingt, dass ihre Tochter endlich heiratet. Sie kann sich nicht
erklären, warum ihre Tochter keinen Freund hat, denn sie
weiß nicht, dass sie lesbisch ist. Xiao Qun versucht
zunächst, ihre Sexualität vor ihrer Mutter geheim zu
halten, erzählt ihr aber schließlich doch davon.
Ihre konservative Mutter ist verwirrt und fassungslos. In einer
rührenden Nebenhandlung verliebt sich die Mutter in einen
fünfzigjährigen warmherzigen Buchhalter, den sie
ihrer Tochter als potentiellen Ehemann vorgestellt hatte - und den sie
nun selbst heiratet. Von Xiao Quns Vater ist sie geschieden. Die
Situation wird noch komplizierter, als Xiao Quns ehemalige Geliebte
Junjun eines Tages im Zoo auftaucht und sie um Hilfe bittet. Sie hat
ihren Vater getötet, der sie jahrelang sexuell missbraucht
hat, und ist nun auf der Flucht vor der Polizei. Xiao Qun
entschließt sich, ihrer Ex-Freundin zu helfen, auch auf die
Gefahr hin, das vertrauen ihrer neuen Geliebten zu verlieren. Der Film
ist ausschließlich mit Laienschauspielern besetzt.
Die Regisseurin
über ihren Film Ich wollte in meinem
Film den Schmerz und die Hilflosigkeit einer Frau darstellen. Das ist
der Grund dafür, dass es diesen Film gibt. In den Augen der
Hauptfigur ist die Gesellschaft wie eine Mauer. Ihre Hoffnungen und
Wünsche liegen jenseits dieser Mauer. Der stille Widerstand,
den sie leistet, bringt ihr nur noch mehr Druck und Schmerz ein. Manche
Leute sagen, FISH AND ELEPHANT sei ein Frauenfilm. Das stimmt nicht
ganz: Nur die Hauptfiguren sind Frauen. Die beiden Hauptdarstellerinnen
waren auch im wahren Leben ein Paar. Kurz nach Fertigstellung des Films
traf ich zufällig eine von ihnen wieder und sie
erzählte mir, dass sie sich getrennt hätten. Ihre
Liebe jedoch wird für immer in meinem Film weiter leben... Li
Vu zurück
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Nur gesehen werden darf man nicht Die
erste Begegnung der beiden Frauen verläuft derart
alltäglich, dass man die zwei zu diesem Zeitpunkt kaum als
Hauptdarstellerinnen wahrnimmt: Xiao Qun arbeitet als
Elefantenpflegerin im Zoo, Xiao Ling als Verkäuferin in einem
Kleidergeschäft. Noch haben sie nichts gemeinsam, bald teilen
sie ihre Liebe zueinander. JIN NIAN XIA TIAN/FISH AND ELEPHANT
heißt der erste, ausschließlich mit Laien gedrehte
Spielfilm von Li Vu, der gleichzeitig als erster chinesischer Film die
Liebe zwischen zwei Frauen thematisiert. Die Regisseurin
nähert sich dabei ihrem Thema in beinahe dokumentarischem
Stil: In ruhigen Kadrierungen vollzieht sich die vorsichtige
Annäherung der Frauen, nimmt die Heimlichkeit der Beziehung
parallel zum drängenden Wunsch der Mutter von Xiao Qun, ihre
Tochter endlich zu verheiraten, immer stärkeren Raum ein. JIN
NIAN XIA TIAN ist ein ruhiger Film, der sich in der Geschlossenheit
seiner Bilder auch formal als Ausschnitt präsentiert: als
Blick in eine Gesellschaft, in der vieles nicht gesehen wird, weil es
nicht gesehen werden darf. Die Stimmen, die Geräusche, der
Lärm von der Straße bilden hier eine Art Gegenwelt
zu dieser Abgeschiedenheit, die - wie die Beziehung der Frauen - ihr
eigenes Tempo hat. Was letztlich zählt, sei allein das
Glücklich-Sein, erklärt Xiao Qun ihrer Mutter in
einer einzigen minutenlangen Einstellung, und bei der Schilderung einer
verlorenen Kindheit merkt man erst, wie lange eine
Zigarettenlänge dauern kann. (...) Aus: Der Standard, Wien,
23. Oktober 2001 Biofilmographie
Li Vu wurde am 2. Dezember 1973 in einer Kleinstadt im
Norden Chinas geboren. Sie studierte zunächst chinesische
Literatur, bevor sie einige Zeit sehr erfolgreich als
Fernsehmoderatorin arbeitete. Ab 1997 war sie als Drehbuchautorin und
Regisseurin beim staatlichen chinesischen Fernsehsender CCTV
tätig. Ihr erster unabhängiger Dokumentarfilm Sisters
(1999) über das Schicksal eines Zwillingspaares errang
internationale Beachtung, wurde jedoch in China verboten. JIN
NIAN XIA TIAN / FISH AND ELEPHANT ist ihr erster Spielfilm.
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Credits
Regie: Li Vu Land:
China 2001 Produktion: Cheng
Yong Productions, Beijing Buch, Regie, Schnitt:
Li Yu Kamera: Fei Xiaoping Ausstattung:
Wang Nan Musik: He Wei Ton:
He Wie, Dang Xu Tonmischung: Wang Yuhong
Maske: Wang Di Licht:
Guo Weijun Produktionsleitung: Cheng
Yong. Regieassistenz: Peng Xiaoqing,
Dang Fangyong, Zhu Yongqi Lichtassistenz:
Zhang Jingkai Produktionsassistenz: Qu
Dianhai, Wu BaDgang Produzent: Cheng Yong
Darsteller: Pan Yi (Xiao Qun),
Shi Tau (Xiao Ling), Zhang Qianqian (Junjun),
Zhang Jilian (Mutter), Xi Wei (Polizist), Yi
Tao (Xiao Lings Freund), Su Pengcheng (Mr Zhang),
Li Qing (Buchhalter), Li Lun (Professor), Li Xuan
(Cousin) Format: 16mm, 1:1.37,
Farbe Länge: 96 Minuten.
Sprache: Chinesisch (Mandarin). Uraufführung:
5.9.2001, Internationales Filmfestival Venedig. Verleih:
Freunde der dt. Kinemathek, Berlin - www.fdk-berlin.de
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