Nach einem Zusammenbruch und dem darauf folgenden mehrmonatigen
Aufenthalt in der Psychiatrie kehrt der Mathematiker Martin Blunt ins
Leben draussen zurück. Er wird nicht gut empfangen, seinen Job bekommt
er nicht wieder, verliert soziale Kontakte und am Ende auch seine
Wohnung. Obdachlos und ohne Lebensmut streunt er durch Berlin, bis er
auf den 10jährigen Victor trifft, der ebenfalls auf sich allein
gestellt ist. Die beiden schließen sich zusammen und schlagen sich
fortan gemeinsam durchs Leben. Eine Hütte im Wald, die sie wohnlich
ausbauen, wird zu ihrem Domizil. Doch eines Tages bricht die
Zivilisation wieder in Martins Leben ein.
„In seinem neuen Film knüpft
Weingartner inhaltlich wie formal an sein Debüt Das weiße Rauschen
(2002) an. Die ganz auf Martin zugeschnittene Erzählperspektive ist vor
allem auf akustischer Ebene eindringlich. Immer wieder werden die ihn
umgebenden Stadtgeräusche zu einer die Seele tyrannisierenden Lärmwand
aufgedreht. Noch intensiver als die Krankheitserfahrung, und fast frei
von Sozialromantik, wird die Erfahrung der Obdachlosigkeit vermittelt.
Die Martin und Viktor in Berlin zugänglichen Räume sind unwirtliche
Höhlen, und aus den Räumen der „normalen“ Welt, ob Supermärkten oder
Baustellen, erscheinen sie auch dann ausgeschlossen, wenn sie
mittendrin stehen. … Die Bildsprache und Schneiders einfühlsame
Darstellung einer desintegrierten Figur entwerfen eine eindrucksvolle
innere und äußere Topografie.“
Maurice Lade, critic.de
Regie & Buch: Hans Weingartner
Kamera: Henner
Besuch
Schnitt: Andreas Wodraschke, Dirk Oetelshoven
Darsteller:
Peter Schneider, Henrike von Kuick,
Timur Massold,
Andreas
Leupold,
Julia Jentsch,
Eleonore Weisgerber, Robert Schupp