Aus heiterem Himmel - Tan de repente

Frei von jeglichen Schnörkeln, ist Diego Lermans Debüt „Aus heiterem Himmel - Tan de repente“ ein weiterer Beweis für die unangestrengte Überzeugungskraft des jüngeren argentinischen Kinos. Eine dicke junge Verkäuferin wird eines Tages von zwei lesbischen Punkerinnen, die sich Mao und Lenin nennen, recht unkonventionell kontaktiert und schließt sich ihnen, verwirrt durch den Bruch in ihrer täglichen Routine, zu einer Überlandfahrt an. Die Reise, deren schwarzweiße Melancholie von trockenem Witz kontrapunktiert wird, ist reich an abgründigen Zufällen, doch Lermans handfeste Charakterisierung und sein unprätentiöser Stil verankern sie fest in der Realität. (Christoph Huber) „Der Spielfilm des Argentiniers Diego Lerman ist zugleich ein Roadmovie, voller Erotik und unterschwelliger Gewalt, aber auch ein Frauenfilm, der starke, unkonventionelle Frauenfiguren unterschiedlicher Generationen liebevoll in Szene setzt. Die Geschichte ist in wunderbaren groben Schwarz-Weiß-Bildern poetisch, melancholisch inszeniert, dabei aber immer wieder voller Witz und mit komischen, absurden Dialogen durchwoben. Auf diversen Filmfestivals gab es dafür berechtigterweise Auszeichnungen, so unter anderem letztes Jahr den Silbernen Leoparden beim Filmfest in Locarno. Ein wunderbar berührender Film, mit fetzigen Figuren und einer ebenso leidenschaftlichen wie bizarren lesbischen ménage à trois.“ (Manuela Kay)

Argentinien 2002, 94 Min., s/w, span. OmU,

Regie: Diego Lerman

D.:Tatiana Saphir, Carla Crespo,
Verónica Hassan

 

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