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Marsa Alam - Brayka Bay 2006
Extra Divers

Kann einem eine Tauchbasis den Tauchurlaub vermasseln? Ich weiß es nun - ja, sie kann es. :-(

Vorn vorne. Die Wahl des Hotels und des südlichen Ägyptens fiel hinsichtlich der Tauchspots. Nach Jahren Sinai wollte ich Elphinestone wegen der Hochseehaie und Abu Dabab wegen der Sehhkuh machen. Elphinestone wird von vielen Safaribooten und etlichen Basen angefahren. Meist allerdings Tagestouren mit weiter Anreise. Vom ausgewählten Hotel aus bzw. deren angeschlossener Tauchbasis fährt ein Speedboot innerhalb von ca. 30-45min. dorthin. Nicht billig, 50 Euro Pro TG, aber immerhin. Abu Dabab ist auch nur 15 min. mit dem Minibus weit weg, also was solls, dann gehts eben in dies große Hotel.

Das war die Intuition meinerseits. Die Basis wurde vorher per Mail angeschrieben und signalisierte, dass alles klar gehe. Aber dann kam die Nachricht, dass die Basis wechsele. Extra Divers zögen ein und übernehmen  den Basisbetrieb. Ein leichtes Bauchweh kam auf, weil ich vor Jahren als Tauchanfänger am Makardi Bay keine sehr guten Erfahrungen mit dieser Basis machte. Aber ich habe dazugelernt, warum eine Basis nicht auch. Nicht jeder ist lernfähig, das weiß ich nun :-(
Aber weiter im Text. Die "neue" Basis hatte ich natürlich auch angeschrieben.

Sie versichterten mir:

  • ungeguidete Tauchgänge,
  • Nitrox for free,
  • Speedboot-
  • und Bus-Ausflüge,
  • Zodiak zum Ende des Hausriffs auch for free, 

keine Probleme also. Was wollte ich mehr. Eine Woche Strandurlaub mit individuellen Tauchgängen. Vorfreude, Spannung, Träume.

Ankunft und einchecken:
Von außen machte die Basis einen guten Eindruck. Groß, aufgeräumt, sauber. Sie hat einen eigenen Pool, 2 Spülbecken, na eben,w as eine Basis heutzutage haben sollte. Freundlicher Empfang und Vorlage der obligatorischen Ausfüllzettel. 30m Tauchtiefe sollte ich unterschreiben - hmm, das erste Mal das ich mich aufregte, weil ich erstens was von 40m in Ägypten hörte, die Ausbildung dazu habe (lernt man ja schon bei CMAS *) und dies auch vom Basisleiter per Mail bestätigt bekam. Na ja, nach etlichem hin und her, Tieftauchbrevetvorlage usw. würde man mich lassen. Alles klar, kein Problem.

Nitrox? Äh, Kompressor defekt, dauert zwei Tage.
Speedboot buchen für Elphinestone? Äh. Motor zerschreddert, eine neuer wird eingebaut.
Fängt ja gut an, aber zwei Tage kann man ja Hausriff machen, was laut Beschreibung sehr schön sein soll und bis 40m tief. Was solls - Urlaub, Tauchurlaub sogar, man ist entspannt :-)

Hausriff-TG:
Man geht zur Basis, schreibt sich ein, bekommt eine Flaschenkarte, rödelt sich in der Sonne an und geht zum Strand. Dort gibt es gegen Vorlage der Karten die Alu-12L-Flasche und man geht in einem festgelegten Bereich ins Wasser.
Das An- und Abrödeln in der Sonne bei 7mm Anzug usw. ist schon ziemlich hart. Eine Überdachung wie an anderen Basen wäre schön.
Bei 3 TG am Hausriff bekamen wir Flaschen die leicht abbliesen. Zweimal am unteren Ende des Ventils. Ein Mal allerdings zischte und sprudelte es sogar aus dem Aluminium direkt. Die Flasche gaben wir natürlich schleunigst zurück und machten die Leute drauf aufmerksam, bekamen aber nur ein:"Das ist nicht so schlimm." von den Ägyptern zu hören. Nach dem Wechsel der Flasche und dem erfolgten TG sagten wir an der Basis direkt Bescheid, hörten aber nur, dass niemand etwas gemeldet hat und man könne sich dies nicht vorstellen und ... . Nur - 3 Leute sahen es eben und hatten von nun an sehr gemischte Gefühle was die Flaschen und Ventile anging.
an dieser Stelle entwich die Luft aus der Flasche :-(

Die Sicht war katastrophal, teilweise weniger als 10m. Erst tiefer und weiter hinten wurde es besser - 10 bis 20m dann. Woran lag es? Selbst auf der Basis sagte man uns dann, es liege wohl an den vielen Leuten, die ins Wasser gingen und sehr viel Sand aufwirbelten. So schlechte Sichtweiten hatte ich in Ägypten noch nie. Eine Woche zuvor fertigte man wohl 190 Leute auf der Basis ab. Der obere Bereich des Hausriffs versandet jedenfalls schon. Wie lange das Riff das mitmacht, steht in den Sternen.
Nach dem TG meldet man sich wieder an. Geht man nachmittags allerdings ins Wasser, konntrolliert man erst wieder um 18 Uhr, ob jemand fehlt. An 17:30 Uhr ist es allerdings stockdunkel. Dann müsste die Rettungskette eingeleitet werden. Man kann nur hoffen, dass nichts passiert.
Es gibt einen Hausriffbereich nördlich und einen südlichen. Der südliche ist der Schönere. Allerdings muss man erst ca. 10-15min über Sand tauchen, um dorthin zu gelangen. Bei der Rücktour dann auch wieder. So sind 20-30min des TG fragwürdig. Deshalb sollte ja auch das Zodiak die Taucher ans Ende des Riffes fahren, so dass es nur ein One-Way TG werden würde. Sollte.

Nitrox gab es nun wieder, das Speedboot sollte einen neuen Motor haben - aber dann kam es: Nix ging mehr. Speedboot wäre total kaputt und die Zodiaks dürften auch innerhalb der Bucht nicht mehr fahren. Irgendeine Genehmigung müsste erneuert werden. Das geht ja gut weiter dachten wir, aber in Ägypten klärt sich soetwas meist sehr schnell. Das Wort fängt mit B an und hört mit sch auf. Alles wird gut. Nichts wurde gut. Ausfahrten mit dem Boot gab es gar keine mehr. Das Hausriff konnte also auch nicht weiter erkundet werden. 100 - 150 Taucher auf der Basis und keine Zodiak bzw. Speedbootausfahrten mehr. Elphinestone ade. Da wäre aber noch Abu Dabab, die Sehkuh. Nö, ginge auch nicht, Wäre gesperrt für alle wegen Umwelt- und Seeschutz. Nun ja, als wir mit dem Bus vorbeifuhren, konnte man etliche Taucherbusse und viele Safariboote dort ankern sehen. Gesperrt? Wohl nur für Extra Divers. Irgendwie mag die wohl keiner. Wir auch immer weniger.

Bustouren:
Eine Tour vormittags, eine nachmittags. 24 Leute maximal. Aber es waren mehr als 100 auf der Basis. Und keine Zodiak- und Speedbootausfahrten. So war die Liste sehr schnell voll und alle anderen hatten keine Chance. Aber bei dem Dilemma wird die Basis ja die Ausflüge erweitern, einen weiteren Bus besorgen. Kostet ja in Ägypten nicht die Welt. Man kümmert sich um die Gäste. Ist so, Jedenfalls auf allen Basen, die ich kennengelernt hatte. In Thailand fuhr mich die Basis alleine von Khao Lak nach Phuket (100km pro Tour) zu einer anderen Basis, weil sie keine Ausflüge machen konnte. Das regelt man unter den Basen dann selbst. Hauptsache der Gast fühlt sich betreut. Nun ja, aber es gibt Extra Divers. Keine weiteren Busse. Als einmal sich nur wenige Taucher einschrieben, weil alle zwei Tage die selbe Stelle angefahren wurde (Marsa Murain), fuhr man eben gar nicht. Friss oder stirb. Tolle Devise für einen Anbieter. Aber man sollte nicht nur meckern. Gebe ich zu. Da man das Hausriff nicht mit dem Zodiak erkunden konnte, besorgte man Scooter. Man tut also was für die Gäste, sorgt sich, bemüht sich. Ja, nur wollte man mal dafür auch 150 Euro haben. Man müsse eine Specialty machen (150 Euro inkl. 2 Fahrten) und könne sich das Teil dann für 55 Euro pro TG borgen. Klasse, danke auch. Kompetent seid ihr, jedenfalls im Geld verdienen :-(



Angebot des Tages - NIX

Eine Woche EXTRA DIVERS MARSA ALAM BRAYKA BAY:

  • 2 Tage kein Nitrox
  • keine Speedbootausfahrten
  • keine Zodiakausfahrten
  • zu wenig oder gecancelte Bustouren
  • kein Bemühen um Ausgleich
  • unverschämte Scooterangebote in dieser Situation als Verhöhnung aufzufassen
  • problembehaftete Alu-Flaschen

Aber statt abends mal die Taucher zu einem Dekobier einzuladen um wenigstens ein Zeichen zu setzen, dass es einem Leid tut weil die Basis nicht funktioniert, wird man schlicht und einfach ignoriert.Die Taucher tauchen eben 3 Tage Hausriff, sind drei Tage frustriert und maulen, reisen ab und die neuen Taucher kommen, denen es genauso geht bzw. gehen wird.
Interessant sind die Einschätzungen der Basis im TN. Super wird von Leuten gegeben, die 9 TG haben :-). Das wird dann veröffentlicht :-(

Fazit:
Extra Divers - nie wieder und Warnung an alle, die Basis zu meiden!

 

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