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Seeschlangen
(Familie Hydrophiidae.
Ruderschlangen Hydrophis. - z.B. Plättchen-Seeschlange
Plattschwanzschlange Pelamis platurus )

Es muss schon ziemlich viel passieren, damit eine Seeschlange zubeißt. Trotzdem sollte man ihre Geduld nicht auf die Probe stellen und sein Schicksal nicht herausfordern !

Hochgiftig ! Diese Prädikat trifft für alle Seeschlangen zu. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Landschlangen, bei denen viele Arten ungiftig sind, stellen alle 56 Seeartenschlangen eine ernste Giftgefahr dar. Obwohl noch Lungenatmer, können die Seeschlangen durchschnittlich 1 bis 2 Stunden tauchen. Einige Arten schaffen es allerdings, bis zu 8 Stunden unter Wasser zu verbringen. Teile der Lunge sind vom Gasaustausch ausgesperrt und regulieren als hydrostatisches Organ den Auftrieb. Dieses Organ befähigt gewisse Arten sehr tief zu tauchen, bis zu 100m.Die meisten Arten jagen allerdings bis zu einer Tiefe von 30m. Gewöhnlich werden sie etwa 1,5 Meter lang, einige Arten können jedoch auch eine Länge von 2,7 Metern erreichen. Eine besondere Adaptation an das Salzwasser stellt eine unter der Zunge gelegene Salzdrüse dar. Sie scheidet laufend das vom Körper zuviel aufgenommene Salz wieder aus. Verirren sich Schlangen ins Süsswasser, so wird die Ausscheidung stark gedrosselt und das Überleben gesichert. Der Salzgehalt der Meere, in denen Seeschlangen vorkommen, liegt im Mittel bei 3,5 Prozent. Bei einem höheren Salzgehalt vermögen die Drüsen nicht mehr alles überflüssige Salz aus dem Körper auszuscheiden. Dies ist wohl der Grund, dass das Rote Meer mit einem durchschnittlichen Salzgehalt von 4 Prozent frei von Schlangen ist.
In Anpassung an das Wasserleben ist der Rumpf häufig und der Schwanz stets abgflacht, dadurch ist er als Ruder nutzbar. Nasenlöcher befinden sich oben auf der Schnauze, wodurch sie in der Lage sind Luft zu holen, obwohl sich der größte Teil ihres Körpers unter Wasser befindet. Diese Nasenlöcher können sie durch ventilartige Klappen unter Wasser verschließen. Viele der Seeschlangen besitzen eine leuchtende Querstreifung.
Man unterscheidet Seeschlangen in 2 Gruppen, die Ruderschwanz-Seeschlangen ( hier nur 5 Arten ) und die artenreichere Gruppe der Plattschwanz-Seeschlangen. Die Plattschwanz-Seeschlangen legen ihre Eier noch an Land ab, während sich die andere Gruppe ganz dem Leben im Wasser angepasst hat und lebende Junge (2-10 nach 9 Monaten Tragzeit) zur Welt bringt. Die Plättchenseeschlange Pelanus platurus ist der Hauptvertreter dieser Gruppe. In warmen Strömungen driften diese ausgesprochenen Oberflächenjäger über ganze Ozeane hinweg. Sie entwickelte eine pelagische Lebensweise (lässt sich von Winden und Strömungen ins offene Meer treiben). Diese Schlange verlässt sich auf die Eigenschaft kleinerer Fische, sich unter treibenden Objekten zu versammeln. Fische versammeln sich unter ihrem platten Schwanz. Um diese mit ihrem Maul zu packen, schwimmt sie plötzlich trickreich rückwärts. Einmal an Land gespült, haben sie kaum eine Überlebenschance.
Ganz andere Verhaltensweisen und Eigenschaften weisen die ufernah lebenden Seeschlangen (Plattschwanzseeschlangen) auf. Hauptvertreter ist die farblich ausserordentlich schön gebänderte Schlange Laticauda laticaudina. Sie haben die Fähigkeit bewahrt, sich auf dem Lande aufzuhalten und fortzubewegen und sind somit amphibisch. Man begegnet ihnen in Höhlen, Grotten oder Spalten, in Felsformationen, Gezeitentümpeln, in Korallenriffen und über Schlickgrund. Immer auf der Suche nach Fischen, Krebsen und Röhrenaalen. Nach einer Geschlechtsreifung von rund drei Jahren legen die Weibchen 5 bis 7 Eier, vornehmlich in den geschützten Spalten, Rissen und Höhlen der Küste. Einige Arten verlassen dabei das Wasser und vollziehen die Eiablage auf dem Land. Oft sammeln sie sich zur Paarungszeit und wandern dann zur Eiablage zu kleinen, unbewohnten Inseln. Dort trifft man sie in Horden zu Hunderten oder Tausenden.

Seeschlangen sind neugierig und nahe der Oberflache allgemein viel frecher und aggressiver. Sonst sind alle Arten sehr scheu, meiden die Gegenwart von Tauchern und Schwimmern, setzen sich aber, in Not geraten, mit einem Biss zur Wehr. Dieser Biss bleibt oft unbemerkt, die Wundstelle schwillt kaum an und die winzigen Bissspuren werden oft übersehen. Ein tückisches Dilemma. Die Vergiftungsprobleme treten nach ca. 30 - 60 min. auf und werden dadurch  kaum mit Seeschlangen in Verbindung gebracht. Seeschlangen können etwa 15 mg Gift produzieren, wobei schon 1.5 mg genügen würden, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Es ist eine farblose bis leicht gelblich schimmernde, zähe Flüssigkeit, ein Gemisch verschiedener giftiger Eiweissverbindungen. Besondere Bedeutung kommt dabei einem Neurotomin zu, das nervenlähmend wirkt und letztlich für den Tod verantwortlich ist.  Das Gift besetzt die Rezeptoren an den Muskelzellen und verhindert so das Weiterleiten notwendiger Nervenimpulse. Außerdem schädigen bestimmte Inhaltsstoffe  das Muskelgewebe selbst, andere Inhaltsstoffe wiederum zersetzen die Roten Blutkörperchen. Ersten Anzeichen der Nervenverlähmung sind :
die Zunge wird schwer, der Hals trocken. Oft gesellen sich Übelkeit und Erbrechen hinzu. Angst beschleicht den Patienten, er wird unruhig, gelegentlich euphorisch und alles ist ihm dann gleichgültig. Die Glieder werden steif und schmerzhaft, die Beine verlieren zusehends die Kraft den Körper zu tragen. Die Lähmung ist meist aufsteigend: nach den Beinen versagt die Bauch- und Atemmuskulatur. Schliesslich atmet er nur noch mit dem Zwerchfell. Der Vergiftete erweckt so den Anschein eines Schlafenden, bleibt aber bis zum Tode bei vollem Bewusstsein. Der Urin ist durch Myoglobin dunkelbraun gefärbt, Anzeichen einer direkten Muskelschädigung (die Muskeln werden zerstört). Ein Nierenversagen ist nicht selten. Der Tod tritt in 25 Prozent der Fälle innerhalb der ersten 8 Stunden nach dem Biss ein, in 50 Prozent zwischen 8 und 24 Stunden und in 25 Prozent im Verlauf von 3 Tagen. Wird der 3. Tag überlebt, so heilt die Vergiftung meist restlos aus.
Die wirksamste Behandlung besteht in der Verabreichung eines Gegengiftes. Abbinden und Aussaugen der Bisswunde sind nur von geringem Wert.  
Wichtig: Betroffenen ruhigstellen und nicht mehr bewegen. Stecken gebliebene Giftzähne mit einer Pinzette oder mit einem gespannten Haar entfernen. Sich unbedingt die Art der Schlange merken, denn die Behandlung mit Gegengift ist mit Risiken verbunden und sollte nicht unbegründet angewendet werden. Bei Atemstörungen Mund-Nase Beatmung, eventuell über mehrere Stunden, solange jedenfalls bis die Spontanatmung wieder einsetzt.

Hinweise für Taucher :
Unprovozierte Angriffe kommen wahrscheinlich vor, sind aber sicher extrem selten.
Schlangen sind neugierig und schwimmen gelegentlich auf Taucher zu. Die Schwimmweise ist langsam und bedächtig. Verhält sich der Taucher ruhig und gelassen, so erfolgt kein Angriff. Eine solche Erkundung dauerte meist nie länger als zehn Sekunden, oft nur Augenblicke. Nachdem sie so ihre Neugierde gestillt hat, ziehen sie wieder bedächtig schlängelnd von dannen.
In der Paarungszeit gilt für viele Schlangen diese friedliche Art der Begegnung allerdings nicht mehr. Harmlose Belästigungen, etwa ein heftiger Flossenschlag können genügen um unter Umständen heftige Attacken auszulösen. Mit großer Schnelligkeit schiesst die Schlange durchs Wasser und attackiert den Belästiger. Interessant und gefährlich hierbei ist die Ausdauer, mit welcher sie einen fliehenden Taucher über längere Distanz verfolgen. Abwehrversuche mit Flossen, Stöcken und dergleichen reizen die Schlange nur noch mehr.
Die Zähne allerdings sind oft sehr klein und weit hinten angeordnet. Einen 5mm Neoprenanzug durchdringen sie meist nicht.
Es gibt aber auch Seeschlangen, deren Giftzähne 6mm Neopren zu durchdringen vermögen. So die orangerote Astrotia stokesii, die vor allem in den Gewässern Malaysias beheimatet ist.

Vorkommen
Symptome / Todesursache
Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, rotbrauner Urin, Herz- Kreislaufstörungen, Tod durch Atemlähmung


 

Erste Hilfe
1. Elastikbinde anlegen
2. Opfer beruhigen wenig bewegen !
3. sofortige ärztliche Betreuung (Kenntnis der Schlangenart für Serum!)


 


 

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