Es gibt fast 600 Rochenarten
in ca.18 Familien aus dem Meer- und Süßwasserbereich.
Ihre Klassifizierung ist aber schwierig und Gegenstand
einer lebhaften wissenschaftlichen Diskussion. Hier
soll es aber um die Stech- bzw. Stachelrochen gehen.
Die Giftstachel der Rochen sind
schon seit der Antike bekannt. Die alten Griechen bemerkten,
dass das Gift der Rochen auch nach ihrem Tod noch wirksam
sei und hielten es für so gefährlich, dass sie behaupteten,
Bäume und Pflanzen würden absterben, wenn man mit dem
Stachel ihre Rinde anritze.
Alle Stechrochen haben einen
stark abgeplatteten Körper und eine schlanken, oft peitschenförmigen
Schwanz. Kopf, Rumpf und Brustflossen bilden eine runde
oder rhombenförmige Scheibe. Die Kiemenöffnungen liegen
auf der Körperunterseite, je eine Atemöffnung (Spritzlöcher)
auf der Körperoberseite hinter den Augen. Die Breite
der Körperscheibe reicht von weniger als 30 cm bei den
kleinen Vertretern bis zu 3 m bei den Adlerrochen.. Stechrochen
sind in allen Weltmeeren vertreten. Als, wenn auch seltener
Gast, ist der dasyatis pasinaca mit seiner 1,50
m Körpergröße (2,50 m insges. lang) in der Nordsee anzutreffen.
Die
ersten drei oben angeführten Familien sind typische
Bodenbewohner. Somit trifft man sie schon im Flachwasser
und Strandnähe an, wo sie meist flach aufliegen oder
sich auch eingraben. Dann sehen nur noch die Augen und
Spritzlöcher aus dem Sand heraus. Sie schwimmen mit
wellenförmigen Körperbewegungen, meist dicht über dem
Sand. Die anderen beiden aufgeführten Arten haben
sich weitgehend vom Boden gelöst und schwimmen ausdauernd
und sehr elegant mit vögelschwingenähnlichen Bewegungen
durch das Wasser. Sie sind sogar in der Lage, aus dem
Wasser zu springen. . Stachelrochen ernähren
sich nachtaktiv vorwiegend von bodenlebenden Tieren,
wie Krebsen, Muscheln, Schnecken, Würmer, ... , werden
ihrerseits aber auch von verschiedenen Haiarten (Hammerhai)
gejagt.Die meisten Arten fangen ihre Beute mit dem scheibenförmigen
Körper, indem mit den seitlichen Flügeln das Opfer in
Mundnähe getrieben wird. Die Sinnesorgane, die mit der
Nahrungssuche im Zusammenhang stehen, sind hochentwickelt.
Sie haben Sinnesporen, die zu den Lorenzinischen Ampullen
gehören und somit ein elektrisches Sinnesorgan darstellen.
(siehe
Haie) Nur die Echten
Rochen (rajidae) sind nicht lebendgebährend
und legen ledrige, am Boden verankerte Eier ab.Die Embryone
brauchen sechs Monate für ihre Entwicklung Bei
den lebendgebärenden Rochen entwickeln sich die 4 bis
6 Embryonen in der uterusartigen Erweiterung des Eileiters,
der Zotten ausbildet, in denen sie somit weich gebettet
liegen. Die Zotten sondern ein eiweißreiches Sekret
ab, das das Embryo auf dem Wge über die Spiracula ernährt.
Rochen sind im wesentlichen soziale Tiere,
die oft in Gruppen auftreten. Wenn sie sich beispielsweise
in engen Räumen (unter Felsen) ausruhen, liegen sie
oft in Stapeln übereinander. Es gibt auch symbiotische
Beziehungen zu Knochenfischen (Lotsenfische, Stachelmakrelen,,
Schiffshalter, Königsfische), die sich an den Resten
der Rochennahrung laben. Experimente an Rochen haben
gezeigt, dass sie neben ihren starken Instinkten auch
über eine ziemlich gute Lernfähigkeit verfügen.
Stechrochen konnten so z.B. konditioniert werden, dass
sie ihre Nahrung an bestimmten Stellen abholten.
Rochen haben vielfältige Techniken
entwickelt, um Räuber zu meiden und abzuwehren. Ihre
Verhaltensstrategie ist fast immer die Defensive.
Fühlen sie sich in die Enge getrieben oder im Revier
beinflusst, setzen sie ihren Schwanz mit dem Stachel
zur Abwehr ein. Dies kann durch Drohgebärden geschehen
(Anheben des Schwanzes über den Kopf, wie beim Skorpion)
oder durch überraschend schnelle Seitwärtsbewegung und
Ausschlagen mit dem Schwanz. Die Stachel der Rochen
sind modifizierte Strahlen der Rückenflosse.. Je näher
die Stachel an der Schwanzspitze liegen, um so wirksamer
ist er bei der Verteidigung (Rund- und Peitschenschwanz-Rochen).
Beim Stachel handelt es sich um eine harte, abgeflachte
Struktur, die in eine scharfe Spitze ausläuft. Die Ränder
sind gezähnt, so dass der Stachel entweder im Opfer
steckenbleibt oder beim Herausreißen benachbartes Gewebe
zerreißt. Längst der Stachelunterseite verlaufen zwei
Vertiefungen, in denen das giftproduzierende Drüsengewebe
eingebettet ist. Die gesamte Stuktur ist von einer dünnen
Haut überzogen, die beim Eindrigen in das Opfer aufreißt
und das Gift in diesen entlässt. Das Gift setzt
sich vermutlich aus Eiweißen zusammen und scheint insbesondere
Herz-Kreislauf-Funktionen zu beeinflussen.
Der
Stich eines Rochen kann mittelschwere Schmerzen verursachen
und sogar zum Tode führen. Neben den Vergiftungen handelt
es sich fast immer auch um größere mechanische Verletzungen.
Die Stachel können tiefe Wunden reißen (bis zu 15 cm
tief) , die ggf. auch bei Verletzung lebenswichtiger
Organe zum Tode führen. Die Wunden sind anfangs stark
blutend. Später stellt sich eine blau-graue Verfärbung
der Wunde ein. Der Schmerz nimmt gewöhnlich in den ersten
beiden Stunden zu, klingt dann meist nach 6 bis 12 Stunden
ab. Allgemeine Symptome wie Angsgefühl, Durchfall, Erbrechen
können auftreten, aber auch schwere Symptome wie Atemprobleme,
Muskelkrämpfe, Teillähmungen und Kreislaufversagen.
Bei unbehandelten Schnittwunden können infolge von Sekundärinfektionen
Gewebeschädigungen eintreten. Todesfälle durch Organnekrosen noch nach Tagen
sind bekannt !!
Erste Hilfe
Wasser verlassen bzw. Verletzten
bergen
Stachel und/oder Bruchstücke
davon entfernen
Wunde mit Meerwasser spülen
und stark blutende Wunden versorgen
ist eine Gliedmaße betroffen,
höher als Herz lagern
da Gift nicht hitze- und kälteresistent
ist, Heißwassermethode anwenden ( - betroffene Extremität in noch tolerierbar heißes Wasser
( bis ca. 45°C für > 30 Min. aber Wassertemp.-Kontrolle
sonst VERBRENNUNG); - bei wiederkehrendem Schmerz erneut Heißwasser, aber nicht > 2h -
Zigaretten-Glut-Hitze über 2-5 Min. nahe Stichstelle dann Eis half ebenfalls schon
)