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Auszug aus einer Schüler Projekt-CD "Wollen Sie so sterben?" nach Internetrecherche
Ziel : Sensibilierung der Schüler hinsichtlich dieser Thematik

 Gejagte Jäger - der Hai als Opfer
gefunden in den besten Hai-Quellen :
http://www.hai.ch/
http://www.sharkinfo.ch
http://www.germany.net/teilnehmer/100,186279/

 
 
Inhalt
 

Weltweit werden jährlich bis zu 100 Millionen Haie getötet, etliche Arten sind von der Ausrottung bedroht. Von insgesamt fast 400 Haiarten greift allenfalls ein Dutzend, und das höchst selten, Menschen an. Dagegen sind ca. 100 dieser Haiarten gefährdet und mindestens 10 davon sind wegen Überfischung schon kurz vor dem Aussterben.


Vor allem Südostasien ist ein lukrativer Markt. Der Verbrauch von Haifischflossen hat sich innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht. Das verleitet Fischer dazu, die Tiere nur wegen ihrer Flossen zu fangen. Die verstümmelten Tiere werden über Bord geworfen und sterben oft erst nach Stunden. Steigende Nachfrage nach Fleisch, Hai-Leder und -knorpel für allerlei angebliche Heilmittel verschärfen zusätzlich die Überfischung. Die Europäische Union hat ihre Importe von 1980 bis 1994 allein beim Haifleisch auf 42 000 Tonnen verdoppelt. Deutschlands gilt als einer der wichtigsten Märkte für Haiprodukte - die Kunden ahnen es nicht einmal: Hinter den Wirkstoff "Collagen" in Schönheitscremes verbergen sich oft Skleroproteine aus dem Knorpel von Haien und Rochen. Fischhändler bieten Heringshaie als "Karbonadenfisch", "Kalbsfisch" und "Seestör" an. "Schillerlocken" sind geräucherte Bauchlappen des in der Nordsee fast ausgerotteten Dornhais. Mathematischen Modellen zufolge brechen die Haipopulationen zusammen, wenn langfristig mehr als fünf Prozent der erwachsenen Tiere abgefischt werden. Trotzdem gibt es für Haie weltweit kaum Fangbeschränkungen. Auch die Statistiken der Welternährungsorganisation FAO verschleiern mehr als sie preisgeben.

Elf Haiarten auf die Rote Liste

Heute ist der Riesenhai, neben z.B. dem Weißen Hai, eine der ersten Arten, die von der IUCN auf die Rote Liste der     gefährdeten Arten aufgenommen wurde.
(Shark Info). Elf Haiarten sollen von der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN) auf die Rote Liste gesetzt und dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) unterstellt werden. Darunter der Weisse Hai, der Herings-, der Riesen-, der Wal- und der Gangeshai. Dies verlangt die Haispezialisten-Gruppe der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN). Als in besorgniserregendem Zustand gelten zwar etwa siebzig der 380 bekannten Haiarten. Mangels genügender Daten werden jedoch neben den lediglich elf Haiarten nur sechs Rochenarten zum Schutz vorgeschlagen. Es wäre das erste Mal, dass Haie und Rochen im Washingtoner Abkommen aufgeführt würden und so einen internationalen Schutz-Status erhielten. Dies vor dem Hintergrund, dass heute zwei Drittel der Ozeane als überfischt gelten. Die endgültige Entscheidung fiel 1997 an der CITES-Konferenz  in Zimbabwe.

Die elf Haiarten sind:

    • Sandtiger (Carcharias taurus)
    • Riesenhai (Cetorhinus maximus)
    • Weisser Hai (Carcharodon carcharias)
    • Heringshai (Lamna nasus)
    • Walhai (Rhincodon typus)
    • Schwarzspitzenhai (Carcharhinus limbatus)
    • Düsterer Hai (Carcharhinus obscurus)
    • Grossflossenhai / Sandbankhai (Carcharhinus plumbeus)
    • Gangeshai (Glyphis gangeticus)
    • Schokoladenhai (Dalatias licha)
    • Sechskiemenhai (Hexanchus griseus)

Den Haien geht es an die Flossen
 

Bedrohung durch die Fischerei

Haie sind in erster Linie durch die Ignoranz vieler Fisch-Industrie-Manager, Fischer und Politiker bedroht. Der Weltjahresfang von Haien stieg nach Angaben deutscher Wissenschaftler von ca. 400.000 Tonnen 1970 auf 530.000 Tonnen 1993 und wird derzeit auf gut 100 Millionen Tiere geschätzt.* Trotzdem hielt man es in der Vergangenheit nicht für nötig, vernünftige Fangstatistiken zu führen. So sind die Statistiken der FAO nur wenig aussagekräftig und helfen kaum, sich einen Überblick über das Ausmaß der Bedrohung zu verschaffen. Haie gehören mit etwa 380 Arten zur Tiergruppe der Knorpelfische, die insgesamt etwa.1.000 Arten umfasst. In den FAO-Statistiken werden aber lediglich 10 Haie als Einzelarten aufgeführt. Das bedeutet, dass nur 12 Prozent des Gesamtfangs ganz bestimmten Haiarten zugeordnet werden können.**

Viele Haie werden Opfer der immer größeren Netze und Langleinen der großen Fischfabrikschiffe. Wurden sie früher oft völlig ungenutzt wieder über Bord geworfen, meist tot oder schwerverletzt, so werden zunehmend viele an Bord „gefinnt" (ihnen werden die Rückenflossen abgeschnitten). Je mehr die Bestände der eigentlichen "Speisefische" wegen der Überfischung und des Raubbaus der industrialisierten Fischerei schwinden, desto stärker wird genutzt, was noch übrig ist -also auch die Haie. Blauhaie z.B. wurden früher fast nicht genutzt; heute sind sie die Haiart, die am häufigsten in der Haifischflossensuppe endet.
Mittlerweile ist in der Fischerei eine Tendenz zu immer leistungsfähigeren Booten zu verzeichnen. Den immer weniger werdenden Fischen versucht man, mit einem immer größeren technischen Aufwand habhaft zu werden. Wohin das führt, haben wir bei der Verwendung der Treibnetze gesehen. Diese quadratkilometer-großen, fast unsichtbaren Netzvorhänge sieben unselektiv alles Leben aus den Meer. Nachdem durch die Greenpeace-Kampagnen die großen Treibnetze aus weiten Teilen der Weltmeere verschwunden sind, haben die Langleinenfischer aufgerüstet, um offiziell Thunfische zu jagen. Langleinen der      schwimmenden Fischfabriken sind heute manchmal über 100 Kilometer lang und mit mehreren zehntausend Haken bestückt. Nicht selten machen Grau- und Blauhaie den größten Teil der Fänge aus.
Laut der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation der Uno, werden jedes Jahr 1,3 Millionen Tonnen Haie gefangen - davon sind 600 000 Tonnen Beifang, der meist ungenutzt weggeworfen wird. Nach Angaben der FAO werden jedes Jahr rund 600.000 Tonnen Haie als "unnützer" Beifang weggeworfen. 240.000 Tonnen werden der Langleinen-Fischerei zugerechnet.***

Aber nicht weniger selten hat auch die direkte Befischung einzelne Haifischbestände zusammenbrechen lassen. Laut der Bundesforschungsanstalt für Fischerei hat z.B. die Überfischung dafür gesorgt, dass der Fang von Heringshaien in den Jahren 1961 - 1964 von 9.300 Tonnen auf 200 Tonnen zurückging und die norwegische Heringshaifischerei in der Folge zusammenbrach. Heringshaie sind nach wie vor die beliebtesten Haisteak- Lieferanten zum Beispiel in Deutschland.

Haie reagieren auf eine Überfischung äusserst sensibel. So etwa hat Norwegen 1960 bis1974 den Heringshai (Lamna nasus) in seinen eigenen und angrenzenden Gewässern derart intensiv befischt, dass dort die Bestände zusammenbrachen und sich bis heute nie mehr erholt haben. Dasselbe Schicksal widerfuhr dem Riesenhai (Cetorhinus maximus) der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges seiner Vitamin-A-reichen Leber wegen überfischt wurde. Erhebungen zeigen, dass sich die Riesenhai-Populationen auch fünfzig Jahre nach dem intensiven Befischen nicht erholt haben.

* Bundesforschungsanstalt für Fischerei Hamburg, Presseinformation Nr.282 v. 7.3.96
** Informationen der Fischwirtschaft des Auslands 6/1995
*** Dr. Erich Ritter, in: SOS für Haie, Schweizer Tierschutz April 96
 
 

Egal, welche Form von Ausbeutung es auch ist, das Überfischen von Haien ist eine der grössten ökologischen Zeitbomben unserer Zeit!

Kneift CITES vor der Fischindustrie?

Bereits 1994, auf der 9. CITES-Konferenz, war klar, dass einige Haiarten gefährdet und in ihren Beständen bedroht sind. In den zweieinhalb Jahren seitdem sind nach vorsichtigen Schätzungen ca. 300 Millionen Haie für Suppen, als Knorpel für angebliche Medikamente, für Haisteaks oder einfach als Beifang in den Fischernetzen getötet worden.
Der Experten-Ausschuss der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN) sieht 69 Haiarten als gefährdet an, elf davon sind     seit September 1996 in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten aufgenommen. Aber auch auf der diesjährigen CITES-Konferenz gibt es kein Land, das den Mut hat, der Fischindustrie die Stirn zu bieten und Schutzmaßnahmen zu     beantragen.
Stattdessen soll darüber diskutiert werden, ob eine Arbeitsgruppe für Fischarten eingerichtet wird, die dann bis zur nächsten Konferenz Vorschläge ausarbeiten soll. Diese Einrichtung ist begrüßenswert. Aber CITES hat die Verpflichtung, das Vorsorge-Prinzip anzuwenden und Arten auf Anhang II aufzunehmen, die sonst durch den Handel bedroht werden.* Auf Kosten der Haie hat die Konferenz bisher versagt.

Die fehlenden Daten sind der Hauptgrund dafür, dass die IUCN in einem ersten Versuch lediglich deren elf in ihre Rote Liste aufnehmen will, um sie der CITES für Handelsbeschränkungen, bzw. -verbote vorzuschlagen. Dies obschon Haiforscher davon ausgehen, dass heute von den etwa 380 Arten mindestens 70 in besorgniserregendem Zustand sind.

Bis heute hat die IUCN erst die drei grössten Haiarten auf der Roten Liste: den Weissen Hai, den Walhai und den Riesenhai. Nach zwei Konferenzen im Mai und Juni dieses Jahres in London und New Orleans will nun die Haispezialisten-Gruppe (SSG) der IUCN insgesamt elf Hai- und sechs Rochenarten für die Rote Liste und deren Integration ins Washingtoner Artenschutzabkommen vorschlagen. Die Rochen sind den Haien eng verwandt.

Sportfischerei dezimiert Haie

Der Stolz eines Sportfischers in Südwestaustralienm sein Weisser Hai. Sportangler hatten dort so viele Tiere gefangen, dass das natürliche Gleichgewicht der Seehunde, der wichtigsten Beutetiere der Weissen, zusammenbrach.

(Shark Info). Der Haifang nimmt weltweit zu. Zur Dezimierung der Topräuber, die in den marinen Ökosystemen eine Schlüsselrolle spielen, trägt auch die Sportfischerei in grossem Ausmass bei. Allein an der Ostküste der USA wurden laut einer Studie in einem einzigen Jahr zweieinhalb Millionen Haie gefangen. Der deutsche Angelreiseveranstalter Detlef Rolfs sagt, dass Haie oft völlig unmotiviert einer Art Blutdurst von Anglern und Skippern zum Opfer fallen. In Südaustralien hatten Sportfischer den Weissen Hai derart befischt, dass das natürliche Gleichgewicht der Seehunde zusammenbrach. Laut der amerikanischen Fischereibehörde nehmen Sportfischer mit dem Verkauf von Haifleisch jedes Jahr um die 1,3 Millionen Dollar ein. Der Ertrag steht in keinem Verhältnis zum Aufwand: jedes Jahr etwa 200 Millionen Dollar für Boote, Miete und Gerätschaften.
 

Haiprodukte: Oft versteckt hinter Handelsnamen

Haisteaks und Haifischflossensuppe sind Begriffe, die Verbrauchern geläufig sind. Weniger bekannt ist, dass sich hinter „Schillerlocken" und „See-Aal" Bauchlappen und Rückenfilets des kleinen Dornhais verbergen. „Kalbsfisch",
„Karbonadenfisch" und „See-Stör" sind andere Handelsnamen für Heringshaie.

Haifischflossensuppe
Seit man Haiflossen eine „potenzfördernde" Wirkung angedichtet hat, steigt die Nachfrage nach dieser Knorpelsuppe gewaltig. Den Haien werden oft bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten. Die sterbenden Tiere wirft man anschließend über Bord. Die spezielle Knorpelsubstanz der Flossen ist nur wegen ihrer Konsistenz gefragt, denn sie ist geschmacksneutral. Ähnlich wie bei der Schildkrötensuppe wird der Geschmack einzig von den Gewürzen und Zutaten erzeugt.
In Hong Kong, dem Haupthandelsplatz für Haifischflossen, wurde 1995 der Import von 6.100 Tonnen getrockneter Haiflossen gemeldet. Das entspricht nach Angaben der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg mehr als 10 Millionen verstümmelter Haie.*
Großabnehmer für Haiprodukte ist allerdings auch die Pharma- und Kosmetikindustrie.

* Informationen der Fischwirtschaft des Auslands 6/1995

Anti-Krebsmittel
Die angebliche Immunität von Haien gegen Krebs wird dazu benutzt, um getrocknete Haiknorpel mit großen Gewinnspannen als Anti-Krebsmittel zu verkaufen. Ein Haiknorpel-Spezialist in den USA hat es auf den Punkt gebracht: Haiknorpel gegen Krebs zu essen ist so ähnlich, als wenn ein Kurzsichtiger durch das Essen von Adlerfleisch seine Sehkraft stärken könnte. Aber das Geschäft lohnt sich: in Hamburg z.B. wird für eine Packung mit 60 Haiknorpelpillen 50,- DM verlangt. Alleine in Costa Rica, dem Hauptproduzenten dieser dubiosen Mittel, sterben deshalb monatlich ca. 10.000 mittelgroße Küstenhaie.

Öle, Salben und andere Kuriositäten
Weiterhin werden

  • die Skelette zu Collagen verarbeitet, das in Hautcremes zu finden ist.
  • Leberöl (Squalen) zu Salben/Cremes verarbeitet und auch in der Feinmechanik eingesetzt.
  • Leder aus Haihaut zu Schuhen und modischen Accessoires verarbeitet.
  • Gebisse und Zähne Touristen feilgeboten.
  • in zunehmenden Maße Haie zu Fischmehl und Tierfutter

verarbeitet.

Haiknorpeltabletten für Hunde
In der Ausgabe vom Juli 1997 des führenden britischen Hundemagazins "YOUR DOG" fand sich eine Produktwerbung der Pet Clinic (Haustierklinik) in Newcastle Upon Type:

"HAI-FUTTERZUSATZ: Hai-Pulver ist ein natürlicher Zusatz,   geschaffen um die Erhaltung kräftiger und gesunder Knochen und   Gelenke zu unterstützen. Das Pulver ist in zwei Packungsgrößen verfügbar: 75gr. zum Preis   von 15,96 Pfund (= ca. 45 DM) und 150gr. für 27,50 Pfund (= ca. 77   DM), einschliesslich Verpackung und Porto. Jede Packung enthält   einen Messbecher, damit Sie die Dosis richtig bemessen können,   und eine 75gr. Packung reicht bei einem mittelgroßen Hund für  einen Monat.

                                              Quelle: I.K. Fergusson, European Shark Research Bureau, U.K. per Elasmo-L und Shark-L
                                                             vom 1.7.1997. (Übersetzung durch die Redaktion des Elasmoskops)

Aber: Nur ganz selten werden die einzelnen Tiere ganz verwertet, meist wird von dem getöteten Tier nur ein kleiner Teil genutzt, weil die Produkte von verschiedenen Arten stammen. So muss i.d.R. auf das Fleisch verzichtet werden, wenn Hai-Leder aus der Haut hergestellt werden soll. In der Fischindustrie werden oft nur die lukrativen Rückenfinnen behalten, weil der Rest zu viel Platz an Bord bräuchte. Die Gebisse des Weißen Hais werden mit bis zu 10.000 US-Dollar bezahlt, während die meisten Haiarten gar nicht über ein "attraktives" Gebiss verfügen. Die Bestände des Riesenhais wurden bereits vor Jahrzehnten in vielen Teilen seines Verbreitungsgebietes zerstört - nur wegen der großen Leber dieser Tiere, aus der Haiöl
produziert wird.

Uferzerstörungen vernichten die Kinderstuben der Haie

(Shark Info). Neben der Überfischung ist die zunehmende Zerstörung küstennaher Zonen die grösste Gefahr für Haie. Fast alle der 380 Arten haben ihre Gebär- und Kinderstuben in ufernahen Regionen. Sie bieten den Jungtieren nicht nur Schutz, sondern auch spezifische Nahrung. Das Abholzen von Mangroven, Küstenüberbauungen und die Gewässerverschmutzung rauben den Tieren zunehmend die Grundlagen ihrer Existenz. Werden die Lebensräume junger Haie und ihrer marinen Mitbewohner nicht artgerecht geschützt, wird dies nicht nur für die Tiere, sondern schlussendlich auch für die Menschen unabsehbare Folgen haben.

Schlimme ökologische Folgen

Der Haifang nimmt in den meisten Ländern zu. Laut der UNO-Welternährungsorganisation FAO wurden allein 1994 insgesamt 731 000 Tonnen Haie und Rochen gefangen (Rochen sind enge Verwandte der Haie). Nicht mitgerechnet sind in den FAO-Statistiken die weltweiten Haifänge durch Sportangler. Die Erhebung aus dem Jahre 1990 in den USA deutet darauf hin, dass es riesige Mengen sein müssen.

Die Überfischung von Haien hat für die Ökosysteme der Ozeane verheerende Folgen. Diese Tiere stehen in den meisten marinen Nahrungsketten an erster Stelle; sie sind sogenannte Topräuber und kontrollieren damit direkt oder indirekt alle unter ihnen liegenden Stufen. Modelle gehen davon aus, dass jedes Jahr nur fünf Prozent der geschlechtsreifen Tiere einer Haipopulation abgefischt werden dürfen. Sind es mehr, besteht die Gefahr, dass sie sich nicht mehr erhalten können.Eine weitere Befürchtung: die darunterliegenden Nahrungsstufen könnten nachhaltig gestört werden und das natürliche Gleichgewicht verlorengehen. So vermehren sich durch übertriebenes Abfischen der Haie deren Beutetiere unkontrolliert und es überleben auch kranke und schwache Tiere, deren Fortpflanzung jedoch für eine gesunde Population unerwünscht ist. Die Kettenreaktion geht weiter: die Überbevölkerung der Haibeutetiere führt zu einer Übernutzung deren eigener Futtertiere. Die Fischpopulationen beginnen zu hungern und wandern nach Möglichkeit ab, um jedoch am neuen Ort andere Nahrungsketten zu gefährden. Ganz am Ende der Kettenreaktionen steht die Zerstörung des betroffenen Systems.
Welchen Einfluss das Sportfischen auf Haie haben kann, zeigt das Beispiel des Weissen Hais in Südaustralien. Weil sie dort von Sportfischern stark dezimiert wurden, bestand die Gefahr, dass die Tiere völlig verschwinden und sie wurden deshalb unter Schutz gestellt. Da die Weissen Haie Seehunde fressen und so deren Bestände auf natürliche Art kontrollieren, wurden die Populationen zu gross, überfrassen die Fisch- und Krebsgründe und eliminierten ihre  Nahrungsbasis. Fazit: Wildhüter mussten Seehunde abschiessen.



Der Weisse Hai - Weltweiter Schutz gefordert

(Shark Info). Der Weisse Hai ist bedroht. An Südaustraliens Küsten, dem dichtesten Verbreitungsgebiet des grössten lebenden Raubfisches, werden heute dreissig Mal weniger Tiere vermutetet als noch vor dreissig Jahren. Für ganz  Kalifornien lauten die Schätzungen auf 2000 bis 3000 Tiere. Einige Wissenschafter glauben, dies sei zu wenig, um die Population langfristig am Leben zu erhalten. Wieviele Weisse Haie weltweit noch leben, ist unbekannt. Schuld an der Dezimierung ist unter anderem die Sportfischerei; ausserdem fehlen  gesetzliche Bestimmungen, die den Fang regeln. Einen «Grossen Weissen» zu fangen, gilt vielerorts noch immer als Symbol des Sieges über das Böse.Geschadet haben dem Tier der in mehreren Folgen produzierte Horrorfilm «Jaws» («Der Weisse Hai»), dessen erste Fassung 1975 von Steven Spielberg gedreht wurde. Der Weisse Hai (Carcharodon carcharias) steht am Ende der marinen Nahrungskette und spielt deshalb für das Ökosystem eine zentrale Rolle. Auf  Antrag der Haispezialisten-Gruppe der IUCN (Weltnaturschutz-Union) soll er nun zusammen mit anderen bedrohten Haiarten in das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) Eingang finden.

Der Weisse Hai - Keine Bestie

(Shark Info). Horrorfilme und Vorurteile haben den Weissen Hai an den Rand seiner Existenz gebracht. Der Top-Räuber der Meere, der im marinen Ökosystem eine Schlüsselrolle spielt, das Tier, das nur einmal alle vier bis acht Wochen frisst, soll nun weltweit geschützt werden.

Wissenswertes:

In den Vereinigten Staaten kommen im Schnitt mehr
Menschen durch Bienenstiche ums Leben als
weltweit durch Haie; in Südafrika werden mehr
Menschen durch Nilpferde als durch Haie getötet.

Vor hundert Millionen Jahren umfassten Haie
60 Prozent aller Meeresspezies; heute stellen sie nur
noch drei Prozent der im Meer lebenden Arten.
 
 
 

Anmerkung

Die IUCN (World Conservation Union / Internationale Naturschutz-Union) mit Sitz in Gland (Schweiz) wurde 1948 von der UNESCO gegründet. Sie erstellt die Roten Listen über bedrohte Arten.  Die IUCN ist das wichtigste und umfassendste Naturschutz-Netzwerk der Welt.
CITES (Convention in International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. Übereinkommen über den internat. Handel mit gefährdeten Arten der Tier- und Pflanzenwelt - kurz:Washingtoner Artenschutzabkommen). Die CITES regelt international rechtsverbindlich den Handel mit bedrohten Arten.
 

 

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