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Sinnesleistungen  
nicht nur 5 sondern 7 Sinne

Sehen, hören, riechen, schmecken, berühren - so ist es bei uns. Warum nicht auch bei den Haien, oder? Noch immer verbinden uns die Haie mit der Annahme, dass sie instinktiv und unberechenbar handeln. Nichts wäre falscher als das! Denn neben den bekannten 5 Sinnen verfügen sie über 2 weitere, dem "Ferntastsinn" und  das "natürliches Radar" -die Wahrnehming elektrischer Felder.

1- Geruch     2- Gehör       3 - Seitenlinie   4 - Sehen   5 - "Radar"   6 - Tastsinn/Schmecken
Durchschnittliche Wahrnehmung - viele Haiarten können einzelne Sinnesleistungen weit überschreiten (z.B. niederfrequente Geräusche bis 1000m, Gerüche über mehrere km)
Abb. http://www.starfish.ch

Sehen
 Haie haben ein hervorragendes Sehfeld, was sich durch die an der Kopfseite befindlichen Augen ergibt. Somit können fast alle Richtungen beobachtet werden. Der Augapfel ist elliptisch, hat eine zentrale Linse und eine weiße zähe Lederhaut. Die Iris (Regenbogenhaut) regelt die Lichtaufnahme durch Veränderung der Pupille.Interessant ist, dass sich hinter der Pupille eine kreisrunde Linse befindet, die durch Veränderung ihrer Lage (vor/zurück) ein immer scharfes Abbild auf der Netzhaut
ermöglicht.In dieser (auch Retina) liegen die eigentlichen Lichtsinnesrezeptoren. Die sogenannten Zapfen sind für das Tages-Farbsehen zuständig, die Stäbchen für das Schwarz-Weiß-Sehen in der Dämmerung. Letztere geben zwar nicht viele Details wieder, sind durch ihre Lichtempfindlichkeit aber für eine gute Hell-Dunkelunterscheidung sehr wichtig. Eine weitere Anpassung an das Dämmerungslicht wird durch das Tapetum lucidum erreicht.Dieses funktioniert wie ein Lichtverstärker durch eine Schicht winziger, spiegelähnlicher Kristalle.Da es hinter der Netzhaut liegt, wirft es das durch die Netzhaut gelangte Licht wieder an die Rezeptoren zurück.
Ausnahmen :

  • ständig in der Dunkelheit der Tiefe lebende Haie haben starre und erweiterte Pupillen
  • Farbsehen nur bei einigen Haien möglich(z.B. Großer Weißer) , nicht bei allen

Bei Angriffen schützen die Haie oft ihre Augen durch eine Nickhaut, die sich schützend davor schiebt oder durch verdrehen der Augen nach hinten (Weißer Hai, Mako).

Hören
 Obwohl man äußerlich keine Hörorgane wahrnemen kann - Haie hören sehr gut. Haie werden von Geräuschen angezogen, wie sie z.B. von kämpfenden Fischen erzeugt werden. Trotzdem weiß man noch nicht viel über das Hören. Neuesten Forschungen zu Folge deutet viel auf die Macula neglecta als Hörorgan hin. Sie liegt im oberen Bereich des Labyrinths, dem Innenohr, und besteht aus winzigen Sinneshaaren. Schallwellen wandern möglicherweise durch kleine knorplige Kanäle am Schädel bis zum Labyrinth und reizen dort diese winzigen Haare.
Haie reagieren hochempfindlich im niederfrequenten Bereich (unter 100 Hertz) und auf unregelmäßige Schwingungen. Wie auch beim Menschen ist beim Hai das Höhrorgan wichtig für das Gleichgewicht. Dank der Gehörsteinchen, die im Innenohr von einer Flüssigkeit bewegt werden, kann der Hai seine Lage im Schwerefeld spüren und darauf reagieren. Auch in den dunklen Tiefen der Meere.

Riechen
 Die Schneiderschen Falten kanalisieren das einströmende Wasser so, dass die Nasengruben von einem konstanten Wasserstrom durchspült werden. Die Empfindlichkeit der Haie auf chemische Substanzen im Wasser ist so groß, dass sie beispielsweise ein Teil Blut auf 100 Millionen Teile Wasser feststellen können. Untersuchungen von Hueter und Gilbert haben ergeben, dass Graue Riffhaie und Schwarzflossenhaie kleine Wrackbarschstücke noch in einer Konzentration von 1:10Mrd wittern können. Das entspricht etwa einem Tropfen Wein in einem mittelgroßem Schwimmbad. ;-)
Durch ständige Kopfbewegung (pendeln) folgt er dieser Geruchsspur bis zum Ziel oder der "Übergabe" an andere Sinne.
Das Geruchsorgan selbst befindet sich in zwei Richsäcken unterhalb der Schnauze. Die Riechfalten selbst sind mit Rezeptoren ausgestattet, an die Moleküle wie beispielsweise Aminosären haften bleiben und elektrische Impulse an die Nerven weiterleiten.
Ausnahmen:

  • Im Gegensatz zu anderen Haiarten stehen beim Ammenhai die Nasengruben mit dem Atemsystem in Verbindung.

Schmecken
 Auch der Geschmackssinn ist darauf ausgelegt, biologische Moleküle aufzuspüren. Die benötigten Sinneszellen befinden sich auf den kleinen Geschmacksknospen im Mundinneren. Die beste Stimuliereung erfolgt beim Fressen. Der Hai entscheidet also in der Regel mit dem Geschmackssinn, ob eine Beute genießbar ist oder nicht. Surfer kennen das! *eg* Menschenfleisch stand Jahrmillionen nicht auf dem Speiseplan und stellt eher eine Neuerung dar, die bisher nicht so sehr angenommen wird.
Außerdem sind über die gesamte Haut des Haies Geschmacksknospen verteilt. Das anstupsen und reiben an der vermeindlichen Beute entspricht somit einer "Vorverkostung". Bei einigen Haiarten, die am Boden leben, haben sich Barteln mit Geschmacksknospen entwickelt, die auch dazu dienen. Letztendlich kann man fast behaupten, Haie haben die Zunge am Leib.
Eine kleine Seezungenart im Roten Meer macht sich das aber zu Nutze. Die Moses-Seezunge sondert einen Schleim ab, der Pardaxin enthält, einem Giftstoff der auf die Kiemenoberfläche der Haie wirkt. Auch bei großem Hunger dieser, bleibt die Seezunge verschont.

Tastsinn
 Einfache, unspezialisierte Rezeptoren unter der Haut, sogenannte freie Nervenendigungen, liefern die Informationen über Berührungen. Sie geben Impulse ab, wenn die Haut um etwas zwei Zehntausendstel Millimeter eingedellt wird. Noch tiefer in der Haut liegen stärker spezialisierte Tastkörperchen, bei denen die Nervenendigungen ein aufgerollt in runden Kapseln liegen. Diese Strukturen reagieren auf direkte Berührung mit der Haut.

Ferntastsinn Seitenlinie
 Kennen Sie das ? Wind mit den Haaren auf den Unterarmen spüren? Oder die Druckwelle auf der Haut beim vorbeifahren eines Fahrzeugs? Ähnlich verhält es sich mit dem Ferntastsinn der Haie. Mittels der Seitenlinie, einem wichtigen Wahrnehmungsorgan der Haie, können Wasserbewegungen durch Hindernisse,  Beutetiere oder Gegner registriert werden. Auf große Distanzen.
Haarzellen sind an der Seitenlinie in kleinen Gruppen mit einem Durchmesser von weniger als 0,5mm angeordnet, den Neuromasten. Einzelne Neuromasten liegen in Gruben über die ganze Haut verteilt. Sie nehmen Wasserbewegungen wahr. Besonders reich vertreten sind sie z.B. am Schwanz des Stachelrochens, der somit von hinten angreifende Hammerhaie schneller wahrnimmt.
Das Seitenlinienorgan besteht aus einem ausgedehnten Netz wassergefüllter Kanäle unmittelbar unter der Hautoberfläche. Darin liegen zahlreiche Neuromasten, die durch die Wasserbewegungen in den  Kanälen stimuliert werden.
Während d
as Innenohr darauf spezialisiert ist , dass dessen Haarzellen vorwiegend auf die Schwerkraft, die Beschleunigung des Körpers und auf Schallwellen reagieren, ist das Seitenliniensystem entlang der Körperseite darauf spezialisiert Wasserbewegungen entlang der Körperfläche zu registrieren .Die in den Kanälen liegenden Neuromasten reagieren empfindlicher auf niedrige Frequenzen; die an der Oberfläche sind auf höhere Frequenzen spezialisiert. Die Kombination dieser beiden Typen liefert komplexe Informationen über Ursprung und Art von Wasserbewegungen. Durch den Zeitunterschied des Druckes an den Poren und den Neuromasten kann der Hai die genaue Richtung der Wasserdruckänderung feststellen und somit als Jäger sehr schnell reagieren..

Lorenzinische Ampullen
 Die Evolution hat die Haie mit hochentwickelten Sensoren für elektrische Felder ausgerüstet. Sie funktionieren ähnlich wie Metalldetektoren an Flughäfen. in der Schlussphase seines Angriffes verlässt sich der Hai auf diese Sensoren um die letzten Meter und das zentrieren des Bisses zu steuern, denn jede Beute, auch der Mensch, baut um sich ein geringes elektromagnetisches Feld auf.
Das paarige Sinnesorgan am Maul des Haies besteht aus Milliarden kleiner Kanäle und Hohlräume, die über Poren mit der Außenwelt in Verbindung treten. Diese Schläuche sind mit einer gallertartigen Masse gefüllt und erweitern sich am unteren Ende zu Ampullen, die mit Haarbüscheln ausgekleidet sind. Viele solcher Ampullen bilden zu dritt oder zu fünft kleine Gruppen. Die Kanäle funktionieren wie biologische Kabel, die nicht nur auf elektrische Felder reagieren, sondern auch ihre Stärke und Richtung orten. Dadurch findet der Hai auch seine Beute im Dunkeln und in Verstecken (eingegraben z.B.). Haie und Rochen können elektrische Spannungsunterschiede bis 5 nV/cm wahrnehmen. Da die Stärke bioelektrischer Felder mit der Entfernung stark abnimmt, ist diese Einrichtung der Haie ein "Nahsensor". man nimmt an, dass die Lorenzinischen Ampullen auch zur Orientierung am Erdmagnetismus oder zur Ortung von Schiffswracks benutzt werden. Eine Art Kompass für die Navigation. Interessant erscheint, dass der Reiz elektrischer Felder so groß ist, dass er manchmal zu unglaublichem Felhverhalten und Fehlleistungen führt. Dazu zählen beispielsweise Angriffe auf metallische Käfige, verlegte Telefonleitungen, Schiffsschrauben.
In lezter Zeit versucht man diese Erkenntnisse auch zur Haiabwehr einzusetzen.
 
Abb. http://www.haiwelt.de

 

 


 
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