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Hai-Begegnungen

Viele Menschen denken bei Haien an große Fressmaschinen, die nur von ihren Instinkten geleitet werden. Dies ist in vieler Hinsicht nicht richtig, denn Grauhaie senden Botschaften an Eindringlinge aus, wenn sie in Bedrängnis geraten. Sie bewegen sich dann auf übertriebene Weise, krümmen den Rücken, halten den Kopf nach oben, richten die Brustflossen nach unten und schwimmen Kurven oder 8-förmige Gebilde. Nachdem Taucher diese Beobachtung nur zufällig machten, begann man mit zielgerichteter Forschung. Zu diesem Zweck wurden Haie absichtlich provoziert. Das Ergebnis war bei jedem Versuch eindeutig:

Immer wenn der Grauhai in Bedrängnis geriet, wurden diese "Drohungen" sichtbar. Je mehr man den Hai provozierte, desto heftiger wurden seine Gebärden, bis der Grauhai entweder die Flucht ergriff oder den vermeintlichen Angreifer attackierte. Dies warf ein neues Licht auf das Verhalten der Haie. Denn wenn sie jemanden warnen, so heißt das, dass sie nicht an einer Beute interessiert sind. Da die Grauhaie diese Gebärdensprache auch untereinander benutzen, weisst dies auf ein Sozialverhalten hin. Bei einer Hammerhaiart, der Sphyrna tiburo, scheint es sogar richtige Hierarchien zu geben, die sich an Größe und Geschlecht orientieren. Dies bewiesen Tests in Aquarien.
Mann muss aber noch bemerken, dass Haie in freier Natur nur schwer zu studieren sind. Haie könnten das eine oder andere Geheimnis noch vor uns verbergen. Dr. Erich K. Ritter beschäftigt sich zur Zeit mit seinen Forschungen über die Körpersprache der Haie und konnte sogar einige Zeichen der Haie seinem "Vokabular" hinzufügen. Demnächst will er dies in freien Gewässern ohne Käfig an Weißen Haien studieren.

Es ist denkbar, dass so mancher Hai ein System ausgeklügelt hat, wie er sich von Tauchern Fische spendieren lassen kann: es genügt ihm ein bisschen zu drohen oder ihn ein wenig zu beissen und sofort bekommt er das, worauf er es abgesehen hat, die Fische.
 

Grohgebärden eines Grauen Riffhais

Quelle: HAIE - Herrscher der Meere

erschienen im Karl Müller Verlag / 1997

 
Warum greifen Haie an?
Es gibt verschiedene Theorien, warum Haie manchmal Menschen angreifen:

  • Angriffe aus Fressgier
  • Verwechslungen
  • Revierverteidigung
  • Vom Menschen provozierte Angriffe

Angriffe aus Fressgier:

Es wird oft vermutet, dass Haie herumschwimmen und nach Menschen suchen, die sie fressen könnten. Doch wenn man untersucht, was bei den Angriffen genau passiert, kommt man zu ganz anderen Ergebnissen:

Hätte der Hai sein Opfer fressen wollen, hätte er sich ganz anders verhalten. In Untersuchungen von jüngeren Angriffen biss der Hai in 80% der Fälle nur einmal zu und ließ dann wieder ab. Vermutlich provozierte der Schwimmer (oder Taucher) den Hai unabsichtlich oder drang in sein Revier ein und nahm die Drohgebärden nicht wahr.

Verwechslungen:

In vielen Fällen besteht auch die Möglichkeit, dass der Hai das Opfer mit einem Fisch oder einem Seelöwen verwechselte. Als er den Irrtum bemerkte, brach er den Angriff sofort ab und verschwand. Es gibt viele Berichte über Angriffe auf Surfbretter und kleine Boote und manchmal wurden auch Stücke aus ihnen herausgerissen. Niemand wird wohl glauben, dass Haie scharf auf Fiberglas sind! Aber es leuchtet ein, dass Menschen mit Neoprenanzügen auf Surfbrettern bei flüchtigen hinsehen aus 5 Metern Tiefe gegen die strahlende Sonne durchaus wie Seelöwen aussehen.

Revierverteidigung:

Die meisten Tiere, sogar die friedlichsten Haustiere, werden aggressiv, wenn jemand in ihr Revier eindringt. Eine mögliche Erklärung für viele Angriffe ist, dass der Hai lediglich versuchte, mit seinen Waffen den Menschen aus seinem Revier zu vertreiben, sowie er auch jedes andere Tier aus seinem Revier vertrieben hätte. Während andere Tiere die Verteidigung mit Kratzen, Stossen, Bellen oder sonstigem bewältigen können, hat der Hai (leider) nur seine Zähne und noch nicht entschlüsselte Körpersprachsignale.
Bei den meisten Angriffen beisst der Hai seinem Opfer nur ein Stück ab und verzieht sich dann wieder. Falls es sich bei dem Hai jedoch um einen der mächtigen Räuber handelt, die bei ihrer Beute keine "Größenbeschränkung" kennen, kann es passieren, dass er einen Menschen zerfleischt. Doch Haie mit einer Vorliebe für Menschenfleisch, die bewusst auf Menschen Jagd machen, sind nach heutigen Erkenntnissen reine Erfindung.

Provozierte Angriffe:

Wenn Sie bedroht werden, werden Sie sich vermutlich wehren wollen, wenn der Gegner nicht allzu stark ist. So verhalten sich auch Haie. Es ist nur allzu wahrscheinlich, dass der Hai sich bei einem Angriff auf einen Taucher bedroht fühlt, auch wenn der Taucher nichts böses im Schilde führt. Ein Taucher hat ihn zum Beispiel etwas zu energisch verfolgt oder auf den Hai in hektischer Bewegung eine Kamera gerichtet, wobei der Hai natürlich auch die Erfahrung von Tauchern mit Harpunen gemacht haben könnte und es als lebensbedrohliche Situation empfunden haben könnte. Auch ein Mensch, der in Strandnähe gebissen wurde, hat vielleicht beim waten durchs Wasser einen Hai aufgeschreckt oder ist vielleicht sogar auf ihn getreten. Manche Unfälle die in den Statistiken auftauchen, geschehen außerhalb des Wasers. Fischer landen nicht selten einen Hai an, den sie für betäubt oder tot halten, und plötzlich wird der Fisch wieder lebendig und schnappt zu.
Trotzdem müssen wir uns immer noch eines vor Augen halten: Es sterben pro Jahr auf der ganzen Welt durchschnittlich nur 10-15 Menschen an Hai-Attacken.
Dies steht in dem mehr als krassen Widerspruch von 40.000.000.000 Badenden pro Jahr!
Sie müssten also das unglaubliche "Glück" haben, genau DER eine aus 4 Milliarden Menschen (also fast die gesamte Weltbevölkerung) zu sein, welcher vom Hai getötet wird, während er badet!
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Menschen schützen

Es ist gar nicht so einfach, wie man glaubt im offenen Meer einem Hai zu begegnen. Teils weil ihre Zahl- vor allem in den letzten Jahren- drastisch zurückgegangen ist, teils weil sievorsichtig sind und Abstand halten. Besonders die gefährlichen Haiarten sind so selten, dass sogar Fachleute manchmal Wochen oder Monate brauchen, bis sie ein Exemplar zu Gesicht bekommen. Wenn es dann soweit ist, ist es äußerst schwierig, näher heranzukommen. Manche Hai ( z.B. der Hammerhai ) nimmt schon vor den Luftblasen der Taucher Reissaus.

Gibt es eigentlich besondere Schutzmaßnahmen, die ein Taucher immer beachten muss ?
In normalen Situationen und bei fast allen Haiarten ist keinerlei besondere Vorsicht geboten, denn nicht jede Begegnung mit einem Hai führt zu einem Angriff. Anders verhält es sich, wenn man für längere Zeit im Wasser bleiben muss ( z.B. als Schiffbrüchiger; Berufstaucher bei Unterwasserarbeiten), und somit in die Jagdgründe gefährlicher Haiarten eindringt. Diese Aktion zählt dann als Provokation auf den Hai. Es gibt keine generelle Methode sich vor Haiangriffen zu schützen, da jede Art auf bestimmte Reize anders reagiert.

Da ein Taucher nicht in das Beuteschema eines Haies passt, umkreisen die Haie den Taucher in der Regel ersteinmal.Wenn Sie dann näherkommen geschieht das eigentlich nur aus Neugier. Haiangriffe auf Menschen sind dann auch ind er Regel Verwechslungen. So sieht ein Schwimmer an der Wasseroberfläche einer Robbe sehr ähnlich, die zur bevorzugten Beute der Haie zählen.
Sollte man in die Situation kommen, das man mehr oder weniger allein einem Hai gegenübersteht kann man aus dem allgemeinem Verhalten aber schon Rückschlüsse ziehen: Zieht der Hai ruhig dahin oder wirkt er nervös und wechselt oft die Richtung? Ist er eindeutig auf den Taucher fixiert? Hier hilft dann nur noch Ruhe bewahren und abwarten oder zügige aber ruhige Flucht. Meist stubst der Hai den Taucher kurz an und verschwindet dann, um die Reaktion zu beobachten. Passives Abwarten bestärkt den Hai eventuell in seiner Meinung wehrlose Beute vor sich zu haben. Erkennt man an den Verhaltensmustern des Haies, dass dieser eindeutig missgelaunt ist, sollte man schleunigst versuchen sich aus seinem Revier oder aus dem Wasser zurückzuziehen. Der Rückzug aus Hairevieren könnte sich manchmal als schwierig erweisen, da nicht alle Haiarten (z.B. Hochseehaie) Reviergebunden sind.
Bei drohenden Haiangriffen hilft es auch sich mit anderen Personen zu einer großen Gruppe zusammenzuschließen, und somit das Risiko eines Haiangriffes zu vermindern.

Positive Begegnungen auf den Bildern (Zeitschrift Unterwasser)

  

 


 
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