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04.01.2009 - Eistauchen und
Tauchgang Nr. 500

 
rechts der Bügelstuhl für meine mittelschwere D7/300 zum leichteren An- und Abrödeln

Nachdem der Jahresausklang wie gewohnt verlief, also Silvesterlauf mit Achim und Karsten, fing das Neujahr am 01.01. nicht mit einem Tauchgang oder einem Bungee-Sprung, wie letztes Jahr in Südafrika, an. Ich war einfach nicht da. Allerdings fanden zweitgleich zwei Dinge statt - seit Tagen Dauerfrost die Nacht über und - der bevorstehende 500. Tauchgang. Zwei Dinge müssen miteinander verbunden werden. Das gilt für Schraube und Mutter, Butter und Brot, Mann und Frau sowie natürlich Tauchen und Eis ==> Eistauchen. :-)
Über den Berliner Taucherstammtisch fanden sich schnell Gleichgesinnte und so durfte ich den 500 Tauchgang mit Freunden erleben und absolvieren. Elke, Tobias, Achim und ich gingen ins Wasser und unter Eis, Dirk N. gesellte sich dazu und beobachtete das Ganze.

Das Wetter war bescheiden. Null Grad, nasser Schneeregen. Trübes Wetter also. Am See lag Matsch auf der Eisdecke, die ab und an knarrte und knackte. Zwei Tage zuvor war jemand in einem anderen See eingebrochen. Also wollten wir nicht zu weit in Richtung See-Mitte, aber auch nicht so nah am Ufer sein, dass man in 50cm Tiefe versuchen will abzutauchen. Außerdem war ich diesmal verantwortlich für den Tauchgang. Und da ich eher vorsichtig als übermütig bin, außerdem Informatiker (die arbeiten mit Algorithmen), gab es Vorüberlegungen und einen Plan :-)

  • allgemeines Werkzeuge und Material:
    Spitzhacke, Axt, Absperrband
  • Equipment für Eistauchgänge:
    50m selbst schwimmendes Seil auf Rollwagen
    2 Buddyleinen
  • Tauchgangsabsprachen
    Buddyteams
    Tauchzeiten
    Tauchweiten vom Einstiegsloch
    nötige Signale

Unter Eis geht man ausschließlich und immer mit Leine!! Das Wasser verzeiht Fehler nur selten und bei Tauchgängen mit abgeschlossener Decke (Höhle, Wrack, Eis) steigt das Unfallrisiko sprunghaft auf das Vielfache. Und weil ja bekanntlich Unerfahreinehit auch nicht vor Schwangerschaft schützt, sollte man sein Glück nicht herausfordern. Der sonst so zuverlässige persönliche Schutzengel kommt vielleicht nicht durch die Eisdecke. Somit waren die Absprachen auf ca. 20 Minuten Tauchgang und ca. 25m Entfernung vom Einstiegsloch  halbkreisförmig getroffen. 25m können in der Not auch ohne Luft bewältigt werden. Bei weiteren Stecken wird es im Trocki meist problematisch und Leinensignale werden merklich schwächer..
Das Einstiegsloch wurde per Axt und 2 Mann in ca. 10 Minuten geschlagen. Die Arbeit geht mit einer Axt wesentlich besser, als mit der Spitzhacke. Das Eis war ca. 8-10cm dick, also ausreichend und auch mit Equipment tragbar. Wie früher auch, wurde das Loch als Dreieck geschlagen, was den Ein- und Austieg erleichtert. Das Wasser war an der Stelle ca. brusttief.Das erleichterte den Check vor dem Tauchgang, weil man wie gewohnt stehen konnte. Außerdem konnte nach dem Tauchgang ebenso einfach das Equipment im Wasser abgelegt und heraus gereicht werden. Das Abtauchen selbst wurde auch nicht erschwert, weil die Tiefe ausreichend war.

Von der Seemitte zum Einstiegsloch wurden strahlenförmige Spuren in den Schneematsch gezogen, die ggf. zur Orientierung hätten dienen könnten. Da aber keine Sonne schien, hat man Unterwasser nur eine gleichmäßige graue Schicht erblickt. Das Ausstiegsloch findet man meist nur mittels Seil, fast nie visuell!! Selbst wenn man Unterwasser nur 2m vom Loch weg ist, nimmt man es nicht mehr war. Deshalb werden Buddyleinen ganz zuletzt gelöst!!

Eigentlich machen wir die Eistauchgänge zu zweit, also ein Taucher mit Leine und der Buddy, beide mittels Buddyleine verbunden. Aber heute waren zwei Taucher mit einem Eistauchgang und ein Taucher ohne Eistaucherfahrung dabei. Somit wurde die Planung umgeplant (nix mit Planwirtschaft, Flexibilität ist angesagt) und zwei Tauchgänge á 3 Taucher durchgeführt. Alle mittels Buddyleine verbunden.

Ja, und so verliefen dann auch die Tauchgänge - geplant flexibel :-) Anschließend wurde die ausgeschlagene Eisplatte wieder eingehängt und mittels auffälligen Ästen und Absperrband gesichert. Das muss unbedingt gut sichtbar erfolgen!!
Hier ein paar Fotos, geschossen von Achim mittels Blackberry Storm Handy.

Still ruht der See vor dem TG - Schneemarkierungen im Hintergrund  und Äste für spätere Sicherung


letzte Absprachen, dann gehts unter Eis

die ersten beiden Taucher des Teams sind wieder da

dann auch der letzte Taucher  - niemand ging verloren :-)
Dankeschön, dass ich meinen 500. und 501. Tauchgang mit Freunden absolvieren konnte und die Tauchgänge dann auch noch Eistauchgänge waren.
 

 


 
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