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Metallica 2009 - Arena Leipzig

oder - wie Metallica  junge und alte Fans sowie Stöckelschuhe bedient

Seit Jahrzehnten begleitet mich Musik. Grounge, Rock, Hard-Rock, Metal. Metallica gehörte schon dazu, als sie noch nicht von der Schiky Micky Szenerie entdeckt wurden, als Metallica noch nicht den Sprung in den Kommerz unternahm, sich fast selbst zerfleischte und nun doch wieder zu sich und der Freude am eigenen Tun zurück fand. Doch inzwischen hat sich das Publikum ge- und verändert. Nach wie vor - die Metal-Jünger, dazu gekommen ist eine inzwischen ergraute Schicht an nicht altern wollenden Berufsjugendlichen, die dick- und bierbäuchig sich in Verrenkungen üben, die sie schon vor Jahren nicht hinbekamen. Auffallen als Selbstbestätigung. Ja und dann die Vertreter des neuen Publikums, die zu einem Metalkonzert hochhackig in weißen Spitzenschuhen kommen, mit einem Sektglas in der Hand, die Finger abgespreizt. Wäre das zu Zeiten von "Master of Puppets" oder selbst nach dem "Schwarzen Album" möglich gewesen? Aber was soll, selbst zu Rammstein geht die High Society, um gesehen zu werden und sagen zu können: "Ich war auch da." Die Welt steht nicht nur mit der Klimaveränderung am Rande.

Nun gut, leicht ergraut, aber mit glänzenden Augen, war auch ich einer der 12.000 in der Arena in Leipzig. Konzerte muss man genießen können. Für sich, mit anderen. Aber nicht zu Selbstdarstellung. Und interessanter Weise zeigte sich Metallica, die viele der letzten Alben dem Mainstream "opferten" meiner Meinung nach im Konzert eben nicht Mainstream mäßig. Gut, Titel aus dem "neuen" Album gepaart mit alten Titeln. So gehen viele Konzerte vieler Bands aus. Aber die Art und Weise, die Titelauswahl, ...,  klang für mich nicht main. Bis auf "Nothing Else Matters" - ein Graus, Kommerz pur. Main pur.Aber die Sektglas haltenden, auf Stöckelschuhen mitschwingenden Tussis mussten ja auch bedient werden. Kommerz macht den Rock&Roll kaputt! Wo hab ich das schon gehört? Ach ja, in "Almost famous". Vom kommerziellen Weg einer aufstrebenden Band über deren Fast-Selbstzerfleischung und dem Weg zu sich selbst zurück. Hmm.

Metallica - das letzte Konzert 2006 in der Waldbühne. 20 Jahre "Master of Puppets". Nun endlich wieder dabei. Ein Glück, dass Uwe Geburtstag hatte, 2 Karten geschenkt bekam und mich einlud. Dafür miemte ich den Kraftfahrer. Falkensee-Leipzig und zurück. Aber mein Auto kann ja fliegen :-). Also überhaupt kein Stress, nur pure Vorfreude.
Kurz vor 5 waren wir in Leipzig, Arena und Parkplatz gefunden, Begrüßungsbier und Rostbratwurst und schon wurden die Türen geöffnet. Vor der Arena Merchandising. Mützchen hier, Billig-T-Shirt da, Pulswärmer. Man, was soll das.  "Guitar Hero" - auf einer PC-Konsole läuft Metallica und man darf auf einer Klampfe mitmachen. Ja ja, die Welt und die Veränderung und der Rand. Aber, dass "Fans" das so mitmachen? *grübel, grübel*
Egal - rein in die Arena, Platz suchen, dicht an der Bühne postieren und warten. 19 Uhr, die ersten Klänge. "Sword", mir unbekannt, Doom-Metal, aber sehr bemüht, dem  vorwiegend desinteressiertem Publikum etwas Bewegung einzuhauchen. Viel bewegt hat sich die Masse der Zuschauer nicht. Hartes Leben für Musiker.


Dann Vorband Nr.2 - Machine Head - Urgestein, kraftvoll, mitreißend. Daa Publikum wacht auf. Wurde ja auch Zeit!.Zwei Millionen verkaufte Neo-Thrash Platten sollten auch dem Leipziger Metal-Publikum irgendwie bekannt sein. Mit nicht immer ganz feinen Worten, aber wesendlich durch die Musik bringt Robert Flynn das Publikum doch zum kochen. Super. Machine Head.

Dann Pause bis kurz vor halb10. Endlich gehts los. Endlich wieder Metallica. 12.000 - ein Gedanke. Endlich.

Leipzig hatte 13 Jahre Metallica-Abstinenz. "Habt ihr uns vermisst?" Ehrliche Antwort? :-) Nicht nötig. Zwei Stunden Perfektion in Licht- und Lasershow, Titelwahl, Spiel mit dem Publikum und natürlich dem eigenen Spiel. Perfektion, wie man es für viel Geld erwarten kann. Kommerz eben. Aber gut bedient. Trotzdem, zwei Stunden Zufriedenheit in und mit mir. Endlich wieder Metallica. Live, in Echt, in Farbe, in Laut.
Den Motor meines Audis bei einer Geschwindigkeit der Illuminatenzahl gepaart mit einer Null, hab ich trotzdem nicht gehört. Und der nervend piepsende Wecker heute früh -  klang wie in Watte gepackt.

Metallica 2009. Sie haben wieder zu sich gefunden und zu den Fans  - wie immer diese auch heute so ausschauen.

Ach - und eine Frage fällt mir noch ein. Wenn die Bühne so wunderbar im Raum steht - wo ist eigendlich dann Backstage?

 


 
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