Der Skorpion-Charakter ist ein Heiler. Er sucht immer nach den Dingen,
die nicht stimmen, und zieht alles Unregelmäßige ans Licht.
Er beschäftigt sich mit den Bereichen, über die die meisten
entweder die Nase rümpfen oder ängstlich wegblicken.Grundsätzlich haben Skorpion-Charaktere die Fähigkeit, anderen
durch Krisen zu helfen und einen heilenden Einfluss auf sie auszuüben.
Gerade dadurch, dass sie so konsequent und scheinbar gefühllos
alles Krankmachende aufdecken, öffnen sie sich und anderen die
Tür zu einer heileren Welt.
Neil
Young - 12.11.1945 Scorpion
105 Euro
habe ich für ein Konzert-Ticket bezahlt, 2 davon
gekauft. Ob sich der finanzielle Aufwand für ein
Konzert lohnt? Zweifel, trotz des Namens Neil Young kamen
im Hinterkopf auf. 30.04.2003
- Neil Young - Tempodrom Berlin.
Ein
Konzert der Superlative? Kurz weg - ja. Hier nun einige
Eindrücke und Gedanken.
Neil Young,
seit dem ich denken kann ( na ja, etwas übertrieben,
eigentlich seit dem Studium) bin ich Neil Young Fan.
Kein Fanatiker, aber irgendwie, wenigstens über
das gemeinsame Geburtsdatum, ständig mit ihm verbunden.
In Berlin war es das dritte Konzert, nach Pearl Jam
und Crazy Horse nun solo. Der Entschluss 210 Euro zu
zahlen viel schwer. Noch schwerer wurde es, als die
ersten Kritiken über seine neue Europa-Tour veröffentlicht
wurden. Von seinem Film, der Musik dazu, der Veröffentlichung
im August, dem teilweise verunsicherten Publikum war
die Rede. Die Verunsicherung übertrug sich. Gebannt
saß ich nun im Tempodrom und wartete auf den verspäteten
(15 min) Auftritt. Kerzen, wenig Scheinwerfer, Orgel
und Klavier, 3 Gitarren - und Neil Young kam. Durch
die gelesenen Kritiken war man etwas vorbereitet und
neugierig. Was wird kommen? Eine musikalische Erzählung
wurde es, ein Gesamtwerk. Abgeschlossen und rund. Da
wird erzählt (wirklich erzählt) von einer
Kleinstadt und ihren über sie hereinbrechenden
Problemen. Menschliches und gesellschaftliche Probleme werden
angesprochen. Zwischendurch die musikalische Untermalung.
Ganz Neil Young. Stimme, Akkorde - alles sehr vertraut.
Er ist es !! Man kennt sich - ja ja, man hat wenigstens
das Gefühl. So stelle ich mir das Mittrelater vor,
Minnegesang. Da kommt jemand von fern her und erzählt,
singt, erzählt. Und alles hört gebannt zu.
Faszinierend. Zwischedurch Zwischenrufe, dass
er bitte deutlicher sprechen solle, man sei hier
halt Deutsche und tue sich etwas schwer mit seine Aussprache
und dem Verständnis überhaupt..Prompte und lustige
Reaktionen von Neil Young. Er würde ja gern in
deutsch, aber ..., und wenn der Fragesteller etwas erzählen
will und kann, darf er auf die Bühne. Die Interaktion ist hergestellt
und etwas Vorinformation seitens des Publikums hätte
nicht geschadet.
Die Geschichte von Greendale, wo ein Mord geschieht
und das Böse in die Idylle einbricht, Umweltschutzprobleme
mit Energiekonzernen zu Tage kommen, wird erzählt.
Neil Young findet wieder einmal mit minimalem Aufwand
den direkten Weg. Nicht einfach zu verdauen für
die Fans des alten Neil Young. Aber ging er nicht immer
seine eigenen Wege? Unabhängig auch vom Publikum?
Die Lieder am Anfang und Ende sind stark und interessant.
Mittig flacht es etwas ab. Aber es ist ein Gesamtwerk,
das er vorstellt. Nach 1 1/2 Stunden dann eine viertel
Stunde Pause und danach ist er wieder da. Spielt alte
Song ohne sich auf die Wunschrufe des begeisterten Publikums
einzulassen. Ist sich scheinbar selbst nicht sicher,
was er spielen soll. Sucht in einem Ordner nach Texten,
blättert, spielt mit der Erwartung des Publikums,
tut anders und enttäuscht trotzdem nie.Von "Old Man" bis "Heart
of Gold" . Wer gekommen war, um seine alten Titel
zu hören, ist richtig hier. Aber mitklatschen mag
er nicht. Er hat(te) etwas zu sagen. Das war wichtig.
"Nicht für mich, aber für Euch!"
Insgesamt
fast 3 Stunden Neil Young - neu und alt, er bleibt ehrlich und überzeugend
Haben sich
die Kosten gelohnt? Auf jeden Fall!! Neil Young ist
und bleibt eine Rocklegende, die sich nicht anpasst
und die unbequemen Fragen der Zeit aufgreift.
Zuhören ist ein Genuss, die Auseinandersetzung
mit ihm und seiner Kunst noch mehr.