Die Zwölfer-Schi`a
Eine Gruppe von Schiiten, den größten Einfluß gewann,
entwickelte den - den Arabern ursprünglich fremden - Gedanken
der rechtlichen Erbfolge der Imame.
Diese Linie geht bis zur schicksalhaften Zahl Zwölf. Der zwölfte Iman hingegen bleibt für immer "verborgen", ja die Sekten der Schi`a, die ihn nicht anerkennen, bestreiten sogar, daß er je geboren wurde. Von 873, dem Todesjahr des elften, bis 939 haben vier "Mittler" behauptet, mit dem Imam in Verbindung zu stehen und seine Weisungen stellvertretend zu erfüllen. Dann aber wird auch diese Hoffnung hinfällig, und auf die "kleine" gaiba (Abwesenheit, Verborgenheit) folgt die große gaiba, die erst vor dem Ende der Zeiten aufhören wird, wenn der Imam als der Mahdi (der "Rechtgeleitete") - eine messianische Gestalt - zurückkommt, um die Gerechtigkeit wiederherzustellen. Das Ende der Zeiten aber, so glaubte man, stehe nahe bevor. Praktisch folgte daraus: Da es keinen rechtmäßigen Imam gibt, der die Führung der Gemeinschaft übernehmen kann, muß man die tatsächlichen Regierungen gelten lassen.