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Fussballspiel wegen Randale abgebrochen / Gewalt zwischen Fans von Dynamo und Union

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Am Ende flogen wieder Steine und Flaschen, die Polizei musste Schlagstöcke einsetzen. Wieder fand die Randale von vielen hundert Hooligans bei einem unterklassigen Fußballspiel statt - wieder zwischen BFC Dynamo und 1. FC Union. Die Polizei war am Sonnabend mit 1.000 Beamten im Sportforum Hohenschönhausen im Einsatz, die Ausschreitungen konnte sie nicht verhindern. Während des Spiels in der viertklassigen Oberliga vor gut 6.000 Zuschauern hatten einzelne BFC-Hooligans die Union-Fans im Innenraum vor dem Gästeblock provoziert. Nach 76 Minuten dann - beim Stand von 1:1 - stürmten 200 Hooligans den Rasen, um die Fans im Gästeblock zu attackieren. Die Hooligans mussten dafür nur den mit Drähten gesicherten Zaun verbiegen. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen, die Schlägerei ging auf den Tribünen weiter. Es gab 22 Festnahmen, über Verletzte gab es keine Angaben.

Der BFC Dynamo als Gastgeber muss nun mit sportgerichtlichen Strafen rechnen. Zu gewaltbereiten Fußballszene in Berlin gehören 1.000 Männer. Kenner der Szene und auch hochrangige Polizisten vermuten, dass der Angriff ein Racheakt war. Vor dem Hinspiel im Herbst hatte Spezialeinheiten der Polizei fast 160 Männer in einer Diskothek festgenommen, wo die Ost-Berliner Hooliganszene feierte. Beim Spiel am Tag danach blieb es friedlich. Die beiden Klubs sind seit den siebziger Jahren verfeindet und stellen das Gros des 300 Mann starken, harten Kerns der Hooligans. Bei einem Spiel im Jahnsportpark vor fünf Jahren musste die Polizei Wasserwerfer einsetzen. Die Szene des BFC ist mittlerweile kleiner geworden und fiel zuletzt bei Spielen der eigenen Mannschaft selten auf. Bei Länderspielen jedoch sind Dynamo-Hooligans ebenso wie die wachsende Szene von Union anzutreffen. Die Polizei hatte zwar gegenüber den Rädelsführer Platzverbot verhängt, genützt hat es nichts.


Andre Görke, Tagesspiegel, 14.05.2006


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